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Polizeirazzien gegen Migrantenvereine in Berlin, Stuttgart und Köln

Protest der Anatolischen Föderation gegen Kriminalisierungsversuche - Pressemitteilung 5.12.06

Die deutsche Polizei scheint sich große Mühe zu geben, um Vorwände für Durchsuchung demokratischer und linker Einrichtungen von Migrantinnen und Migranten zu finden.

Am 28.11.2006 wurden in den frühen Morgenstunden mehrere Vereinsräume und die Wohnungen von Vereinsmitgliedern von der Polizei durchsucht.

Wegen angeblich gesuchten Personen wurden dutzende Menschen in Gewahrsam genommen und private Gegenstände wie Handy`s beschlagnahmt, obwohl der “Gesuchte” eine reguläre Meldeadresse hat und jederzeit auffindbar ist.

Betroffen waren die Vereinslokale “Anatolisches Kultur und Kunst Haus e.V.” in Stuttgart, “Anatolisches Volks und Kultur Haus e.V.” in Köln und “IKAD - Verein für Völkerverständigung und gegen Rassismus” in Berlin. Die jeweils mit dutzenden Beamten anrückenden Polizeikräfte gaben als Begründung an, nach Herrn Rechtsanwalt Ahmet Düzgün Yüksel fahnden, da gegen ihn ermittelt werde.

Dieser wurde jedoch bereits einen Tag vorher vor dem Vereinslokal “Anatolisches Volks und Kulturhaus e.V.” in Köln, ohne jegliche Begründung vor den Augen zweier Anwesenden, von Zivil Polisizten verhaftet.

Dies hätte den die Durchsuchungen leitenden Beamten wohl bekannt sein sollen.

Nichts destotrotz wurden am nächsten Tag die Räume der Vereine, Wohnungen von Mitgliedern wie die von “Kriminellen” regelrecht überfallen.

Neben dem “Anatolischen Volks und Kultur Haus e.V.” ist auch die Anatolische Föderation direkt betroffen, da sie dort einen Raum gemietet hat.

Eine Person, die mit Begründung, den erlaubten “Aufenthaltsbereiches” verlassen zu haben, in Gewahrsam genommen wurde, ist immer noch inhaftiert.

Im Berliner Kulturverein wurde Hasan Subasi festgenommen, der nach Angaben der Polizei zu “Verhaftung” ausgeschrieben war. Auch er besitzt eine reguläre Meldeadresse.

Durch diese Razzien wurden nach unseren bisherigen Informationen vier Personen in Polizeigewahrsam genommen.
Die Razzien in den Vereinen sind Maßnahme der Willkür.
Die “Gesuchten” haben alle eine eigene Wohnung, wo sie anzutreffen sind.

Und HerrYüksel wurde bereits einen Tag vorher festgenommen.
Die Durchsuchungen sollen uns einschüchtern und kriminalisieren.

Doch die Anatolische Föderation wird ihre Arbeit für die Rechte der Migrantinnen und Migranten, gegen Sozial- und Demokratieabbau und Krieg fortführen.

Wir verurteilen die Razzien auf Schärfste und fordern die unverzügliche Freilassung der Verhafteten und die Rückgabe der beschlagnahmten Gegenstände.

Wir rufen alle demokratischen Personen, Vereine und Parteien auf, sich mit uns zu solidarisieren und gegen die polizeiliche Willkur zu protestieren.

ANADOLU FEDERASYONU e.V.
Hansemannstr. 17-21
50823 Ehrenfeld – Köln
Tel: 0221 - 50 80 699
www.anadolufederasyonu

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