Kundgebung mit der Forderung nach Freilassung und Asylanerkennung für den kurdischen Künstler Engin Celik
Montag, 29. Januar 2007
11°° Uhr vor dem Innenministerium in Kiel
Die Kampagne zur Verteidigung des Asylrechts von Engin Celik richtet sich am Montag an die Kieler Öffentlichkeit und an die politisch verantwortlichen Stellen des Landes Schleswig-Holsteins, um den Forderungen nach der Freilassung und der Asylanerkennung von Herrn Engin Celik Nachdruck zu verleihen. Parallel ist eine Kundgebung vor dem Abschiebegefängnis Offenbach, wo Herr Celik seit 12 Tagen im Hungerstreik festgehalten wird, geplant.
Herr Celik wurde in Tunceli (Dersim) im türkischen Teil Kurdistans geboren. Er wurde durch den Krieg des türkischen Militärs gegen die kurdische Bevölkerung mit seiner Familie nach Istanbul vertrieben. Schon früh begann er, sich gegen den türkischen Chauvinismus des Staates und gegen die daraus resultierenden Verbrechen zu organisieren. Engin Celik arbeitete vor allem auf der Ebene der politischen Kultur. Verhaftungen und Folter erfuhr er mehrfach durch die türkischen Sicherheitskräfte.
Im Jahr 2003, als der türkische Staat mit der sogenannten „Antiterror-Gesetzgebung“ neue Ermittlungsverfahren gegen kritische Stimmen von Journalisten, Künstlern, Menschenrechtsvertretern etc. anstrebte und Herr Celik ebenfalls erneut ins Visier genommen wurde, floh er aus dem Land und beantragte Asyl in Deutschland. Seitdem war er unermüdlich politisch und kulturell aktiv. Er gründete eine Musikgruppe, spielte in einer Theatergruppe und schrieb Gedichte. Auf zahlreichen Veranstaltungen nutzte er die Bühne, um die systematischen Menschenrechtsverletzungen und die Unterdrückung der Kurden und Kurdinnen in der Türkei öffentlich zu machen. Er widmete sich ebenfalls der Jugend- und Menschenrechtsarbeit.
Die deutschen Behörden verweigerten ihm das Menschenrecht auf „Schutz vor Verfolgung“. Am 7. Januar 2007 wurde Herr Celik festgenommen. Aus Protest ist er am 15. Januar in einen unbefristeten Hungerstreik getreten, das einzige ihm verbleibende Mittel, um auf das Unrecht aufmerksam zu machen und für sein Menschenrecht zu kämpfen.
Eine anwachsende Kampagne unterstützt ihn und fordert seine sofortige Freilassung.
Innenministerium Schleswig-Holstein, Düsternbrooker Weg 92, 24105 Kiel