Miroslav Redzepovic, der am 2. Dezember 2010 im Abschiebeknast Billwerder versucht hat, sich das Leben zu nehmen, wurde heute endlich aus der Abschiebehaft entlassen!
Miroslav R. ist vorerst wieder ein freier Mensch. Der 22-jährige Rom, der Anfang Dezember in der JVA Billwerder versucht hatte, sich das Leben zu nehmen, wurde heute endlich aus der Abschiebehaft entlassen. Nach seinem Suizidversuch war Miroslaw zwangsweise in die Asklepios Klinik Nord in Ochsenzoll eingeliefert worden, wo die Ärzte ihn heute entließen. Nach Verhandlungen mit einem Anwalt war die Ausländerbehörde offenbar vorerst bereit, auf eine weitere Abschiebehaft zu verzichten. Teile seiner Familie konnten ihn in Empfang nehmen.
Miroslav ist Rom und wurde in Serbien geboren. Seit seinem zweiten Lebensjahr hat er mit seiner Familie in Syke (Niedersachsen) gelebt. Der Asylantrag der Familie wurde allerdings abgelehnt, aus purer Verzweiflung nahm sich sein Vater 2002 durch Selbstverbrennung das Leben. Trotz der traumatisierenden Erlebnisse wurde die ganze Familie 2004 nach Serbien abgeschoben, Miroslaw war zu diesem Zeitpunkt 16 Jahre alt. Erst seit Oktober 2010 ist Miroslaw wieder in Hamburg und wurde bereits im November von der Polizei aufgegriffen, die ihn direkt in Abschiebehaft steckte. Aus lauter Verzweiflung versuchte der junge Mann sich zu erhängen, als das Bundesamt für Flüchtlinge und Migration die Aufnahme eines neuen Asylverfahrens ablehnte.
Jetzt kann Miroslaw erst einmal durchatmen. Immerhin ist er jetzt wieder bei seiner Familie und seinen Freunden. Ob seine Abschiebung allerdings verhindert werden kann, ist noch unsicher. Neben dem Rechtsweg könnte auch in den nächsten Wochen weiterhin Öffentlichkeit und politischer Druck notwendig sein, damit Miroslaw, der in Deutschland und nirgendwo sonst zu Hause ist, endlich ein dauerhaftes Bleiberecht bekommen kann.
BLEIBERECHT FÜR MIROSLAW!
BLEIBERECHT FÜR ALLE VON ABSCHIEBUNG BEDROHTEN ROMA!
Dazu noch zwei aktuelle Medienberichte:
taz Hamburg http://www.taz.de/1/nord/artikel/?dig=2010/12/08/a0018&cHash=93fbbf047d
Neues Deutschland http://www.neues-deutschland.de/artikel/186246.behoerden-bleiben-unnach…