Nach Verlusten der türkischen Armee in Çelê (Cukurca) und den darauf folgenden „Rache-Hetzkampagnen“ des türkischen Staates weiteten sich rassistische Attacken türkischer Faschistischen nach der Türkei nun auch in Europa aus. Die Konföderation der Kurdischen Vereine in Europa KON-KURD erklärte, dass alle KurdInnen und ihre FreundInnen ihre Institutionen und sich selbst davor schützen müssen.
Nach provozierenden Ansprachen des türkischen Minister- und des Staatspräsidenten, griffen rassistische Gruppen in vielen Orten in Kurdistan, sowie in Europa KurdInnen und ihre Einrichtungen an. Die Faschistischen griffen Vereine in Frankreich, Deutschland, Belgien, Schweiz und in den Niederlanden an.
BERLİN
In Deutschland organisierten faschistische Banden eine Demonstration gegen die Kurdinnen und Kurden. Diese trafen in Kreuzberg auf Widerstand von kurdischen Jugendlichen. Daraufhin kam es zu Ausschreitungen. Auf beiden Seiten wurde etliche festgenommen.
Am Sonntag wollten gegen 16:00 Uhr ca. 1000 Faschisten mit Türkei- und MHP-Fahnen und anti-kurdischen Parolen vom Hermannplatz bis zum Kreuzberger Zentrum marschieren. Jedoch haben kurdische Jugendliche die Straße zum Zentrum blockiert. Etwa 100 TeilnehmerInnen riefenParolen wie „Es lebe die PKK“ und „Es lebe der Vorsitzende Apo“. In kurzer Zeit vergrößerte sich der Protest mit der solidarischen Anteilnahme von Anti-FaschistInnen und demokratisch oder links gesinnten Mitmenschen. In der Zwischenzeit kam es zu Ausschreitungen zwischen Faschisten und revolutionären Jugendlichen. Zahlreiche Personen wurden festgenommen. Es gab einige Verletzte. Aber trotz Intervenieren der Berliner Polizei, kam es in der Innenstadt zu Verfolgungen bis in die späte Nacht. Außerdem sorgte bei den Bewohnern Kreuzbergs die sachte und scheue Behandlung von Faschisten durch die Berliner Polizei für Unverständnis.
HAGEN
In Hagen blockierten türkische Faschisten den ansässigen kurdischen Verein. Circa 300 Faschisten belagerten den Verein und versuchten die Vereinsmitglieder zu lynchen. Im Folgenden versammelten sich viele kurdische Jugendliche vor dem Verein und auch die Polizei stoß kurze Zeit später dazu.
KÖLN
Bei einem Fußballspiel zwischen der kurdischen „Botanspor-“ und der türkischen „Siegfriedkalt“-Mannschaft waren die kurdischen Spieler rassistischen Angriffen ausgesetzt. Das bereits über Facebook bekannt gemachte Spiel, veränderte sich nach einem Sieg von „Botanspor“ mit 3:1 zu einer Lynchjagd der kurdischen Spielern durch türkische Fans. Die von 50 türkischen Rassisten angegriffenen Kurden wehrten sich mit Gegenständen aus der Umkleidekabine. Die Angriffe wurden erst durch das Einschreiten von Sportclub-Mitgliedern beendet. Es gab einige Leichtverletzte.
HAMBURG
In Hamburg versuchten türkische Faschisten während einer Demonstration kurdische KleinunternehmerInnen anzugreifen. Die in der Region bereits Schutzmaßnahmen getroffenen KurdInnen zertreuten die Angreifer in alle Winde. Es wurde bekannt, dass einer der faschistischen Angreifer leicht verletzt wurde. Nach den fast eine Stunde andauernden Auseinandersetzungen kam die Polizei an und versuchte in die Vereine einzutreten. Jedoch verwehrten kurdische Jugendliche auch der Polizei mit selbst gebauten Barrikaden den Eintritt. Der Vorfall wurde mit dem Einschreiten von VertreterInnen des Vereins beendet.
AMSTERDAM
Selbst in der niederländischen Hauptstadt Amsterdam kam es seitens türkischer Faschisten zu Angriffen auf kurdische Vereine. Krankenwagen mussten erscheinen, da durch die 50-köpfigen Angreifer 3 Personen verletzt wurden. Ungefähr 100 KurdInnen trafen daher Vorkehrungen gegen weitere mögliche Angriffe. Der gestrige Angriff dauerte bis ca. 22:00 Uhr.
BASEL
Zwischen kurdischen Jugendlichen und türkischen Nationalisten kam es im schweizerischen Basel zu Auseinandersetzungen, weil türkische Faschisten mit Staatsflaggen und anti-kurdische Parolen durch die Straßen liefen. 2 Faschisten wurden verletzt. Die Polizei schritt nicht ein.
MULHOUSE
In der französischen Stadt Mulhouse (Mülhausen) zerbrachen türkische Faschisten am vorigen Tag Scheiben von kurdischen Vereinen. Im Verein wurde niemand verletzt. Nach den Angriffen sprachen VertreterInnen des Vereins zu ANF: „Die Angriffe sind von türkischen Konsulaten in Europa angeordnet worden!“