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FREIHEIT FÜR IBRAHIM AVCIL!

By kandolo, 19 May, 2007

ICAD - INTERNATIONAL COMMITTEE AGAINST DISAPPEARANCES
International Office

Ibrahim Avcil, Aktivist unserer Sektion von ICAD in England und Delegierter der 5. Internationalen Konferenz gegen das Verschwindenlassen, wurde in Istanbul festgenommen und inhaftiert, wohin er wegen einer Prozessbeobachtung am 13. April 2007 gekommen war. Wir veröffentlichen den Brief, den er aus dem Gefängnis geschrieben und über den er die Öffentlichkeit über die Folter informiert hat, der er ausgesetzt war, hier in einer gekürzten Fassung. Wir rufen alle Menschenrechtsverteidiger, de-mokratischen Organisationen und Einzelpersonen dazu auf, angesichts von dem, was Ibrahim Avcil erlitten hat, nicht zu schweigen, gegen den türkischen Staat zu protestieren und ihre Solidarität mit Ibrahim Avcil zu zeigen, indem man ihm Karten und Briefe schickt. Die erste Anhörung vor Gericht von Ibrahim Avcil wird am 07. Juni sein.

Sehr geehrte Damen und Herren

Ich bin zum 13. April nach Istanbul gekommen, um einen Prozess gegen eine Reihe von Vertretern von Gewerkschaften, demokratischen Einrichtungen, Journalisten sowie Vorsitzenden von verschiedenen Vereinen zu beobachten, die alle bei den Razzien im September letzten Jahres verhaftet wurden. Einigen der Mitglieder der internationalen Delegation, mit der ich gemeinsam angereist bin, wurde der Zutritt zum Gericht unter dem Vorwand, es gäbe nicht genug Platz, verwehrt. Aus diesem Grund nahm ich an der Kundgebung und Demonstration auf dem Platz von Besiktas-Istanbul teil, bei der es um den noch andauernden Prozess ging.

Die Polizei griff diese Aktion brutal an und verhaftete alle, die sie erwischen konnten unter heftigen Schlägen. Nach diesem Angriff sammelten wir uns erneut und setzten uns auf die Stufen am Platz von Besiktas. Es waren kaum 10 Minuten vergangen, als die Polizei erneut angriff. Dieses Mal war der Angriff noch um einiges brutaler und noch mehr Menschen wurden festgenommen.
Die Polizisten, die mich verhafteten schlugen mit zuerst brutal, als sie mich ergriffen. Sie benutzten dabei ihre Schlagstöcke und traten mich die ganze Zeit. Sie traten mich so heftig, dass ich starke Rückenschmer-zen bekam. Ich wurde mit Gewalt zum Polizeibus gezerrt. Auch im Polizeibus hörten die Polizisten nicht auf, auf mich und die anderen Festgenommenen einzuprügeln. Sie schlugen mich so stark und häufig mit der Faust auf den Kopf, dass ich eine ernsthafte Kopfverletzung erlitt und zu bluten begann. Ich bekam mehrere Schläge in den Magen, auf den Rücken und ins Gesicht, mein Mund begann zu bluten.

3 Polizisten zogen an meinem Haar und zogen meinen Kopf herunter. Ein anderer hielt mich am Rumpf fest und ein weiterer meine Arme. Dann nach ein dritter Pfefferspray und sprühte es mir direkt ins Gesicht, in die Augen und den Mund. Daraufhin konnte ich etwa 10 Minuten lang so gut wie nichts mehr sehen und bekam keine Luft mehr, aber die brutalen Schläge gingen weiter.
Als der Bus sich in Richtung Polizeiwache in Bewegung setzte, wurden die Polizeibeamten sogar noch brutaler. Ich erinnere mich, dass ich nach einer weile das Bewusstsein verlor infolge all dessen, was sie mit mir taten. Während dieser ganzen Brutalität hielten die Polizisten keine Minute inne mich in einer Form zu beschimpfen, die ich hier nicht wiedergeben möchte. Als die Polizisten, die uns schlugen, müde wurden, kam ein neues Team zu ihrer Ablösung und der Fortsetzung der brutalen Schläge, aber sie könnten uns nicht die kleinste Pause.

Als wir auf der Polizeiwache von Besiktas ankamen wurde uns nicht erlaubt, den Bus zu verlassen. Nach einer halben Stunde wurden wir zu dem Sisli Etfal Krankenhaus gebracht. Auf dem Weg ins Krankenhaus fingen die Brutalitäten der Polizisten erneut an und hielten bis zu unserer Ankunft im Krankenhaus an.

Ich zeigte dem Arzt im Krankenhaus jede einzelne Verletzung an meinem Körper. Obwohl ich nicht ein-mal Laufen konnte untersuchte er mich innerhalb von 3-5 Minuten. Er sagte, ich sei in Ordnung ud hän-digte mich erneut der Polizei aus.

Die Polizisten begannen erneut brutal und unmenschlich auf uns einzuschlagen, als wir in den Bus kamen. Diese Brutalität der Polizei war in der Tat unmenschliche Folter unter Haft. Dieser brutalen Folter war nicht nur ich ausgesetzt, sondern auch alle anderen Verhafteten, die mit mir zusammen festgenommen worden waren. Als ich die Polizisten fragte „Ist das Demokratie?“ erwiderten sie „warte nur, wir werden dir schon zeigen, was Demokratie ist“. Sie drohten auch viele Male mich auf der Straße oder an einem abgelegenen Ort zu töten.

Ich wurde etwa gegen 13.50 Uhr von der Polizei verhaftet und erst um 22.00 Uhr in die Vatanstr. zur Anti-terroreinheit gebracht. Obwohl wir um 22.00 Uhr dort ankamen, wurde ich erst um 23.30 Uhr aus dem Bus geholt und in das Polizeirevier gebracht. In dieser Nacht erfuhr ich, das insgesamt 114 Personen ver-haftet worden waren. Am nächsten Morgen wurden wir um 11.00 Uhr zu dem Gericht von Sultanahmet gebracht. Die Fahrt dorthin dauerte etwa 30-45 Minuten, aber wir mussten dann dort im Bus bis 16-16.30 Uhr warten. Alle 114 Personen sagten vorm Staatsanwalt aus. Obwohl man versuchte, uns alle für das gleiche Vergehen anzuklagen und es keinerlei Beweise gab, wurden insgesamt 20 Personen willkürlich hinter Gitter gebracht. Nach der Entscheidung, dass wir in Haft bleiben sollten, begleiteten die gleichen Polizisten von davor uns zum Bus. Aber dieses Mal waren unsere Arme hinter Rücken mit Handschellen gefesselt. Die Plastikhandschellen waren so eng zugezogen, dass der Blutkreislauf beeinträchtigt war. Si-nan Tanriverdi, der mit mir zusammen im Bus war, bat die Polizisten seine Handschellen zu lockern als er Schmerzen bekam und die Blutzirkulation fast vollkommen zum Erliegen gekommen war. Zuerst beachte-te die Polizei ihn nicht weiter, aber als die Hände von Sinan Tanriverdi bedenklich blau anliefen und... erklärten die Polizisten sich bereit, seine Handschellen zu lockern. Aber als der Schlüssel für die Hand-schellen nicht funktionierte versuchten sie diese mit Messern zu lösen, die sie aus ihren Taschen nahmen. Das dauerte fast 20 Minuten. Als ich die Polizei daraufhin darauf aufmerksam machte, dass meine Hand-schellen ebenfalls zu fest fahren, zog der Polizist, der neben mir saß sie noch dreimal fester. Aber ich war so stark geschlagen worden, dass mein Körper vollkommen gefühllos geworden war.

Als wir bei dem Gefängnis Bayrampasa ankamen setzten die Polizisten, die uns schon auf der Fahrt physisch gefoltert hatten, ihre Angriffe vor dem Gefängnis sogar noch brutaler fort. Erst versuchten sie, psychologischen Terror anzuwenden und uns Angst einzujagen. Das wurde dadurch unterstützt, dass sie behaupteten, dass wir von den Soldaten komplett entkleidet und abgeduscht werden würden, dass sie mit ihren Stiefeln auf uns rumtrampeln und jeden einzelnen vergewaltigen würden. Darüber hinaus beleidigten sie uns die ganze Zeit über auf infamste weise und fluchten. Sie benutzten auch extrem rassistische Aus-drücke und bedrohten diejenigen, die Kurden sind. Ich schäme mich einfach nur, während ich all dies nie-derschreibe.

Als wir vor dem Gefängnis ankamen wurden die Scheinwerfer und das Licht des Busses ausgeschaltet und sämtliche Polizisten, die sich im Bus befanden, darunter auch die Kommissare, griffen uns brutal an, ob-wohl wir mit Handschellen gefesselt waren.

Meric Solmaz, der vor mir saß, und ich wurden ernsthaft verletzt. Zwei Polizisten hielten meinen Kopf fest und ein dritter trat mich mit dem Knie. Ich war so schwer verletzt, dass ich erneut das Bewusstsein verlor. Deniz Kaan Aslan, der ganz vorne saß, und Ömer Adigüzel erlitten Kopfverletzungen bei diesen Angrif-fen. Diese Angriffe waren vollkommen unmenschlich und erbarmungslose Folter. Erst als ich gegen die Fenster schlug kam Gendarmerie und die Angriffe durch die Polizisten hörten auf.

Infolge der Folter erlitt ich eine ernste Kopfverletzung. Meine rechte Seite, meine Schulter und meine Arme sind gefühllos und ich nehme an, dass ich Blutergüsse am unteren und mittleren Rücken habe. Am rechten Arm habe ich ebenfalls Blutergüsse. Ich bin an der Stirn verletzt, habe zahlreiche Wunden am Rücken und ernste Probleme mit meinen Füßen. Ich kann nicht lange aufrecht stehen und auch nicht lange sitzen. Ich habe fürchterliche Rückenschmerzen und meine linke und rechte Hüfte sind geschwollen, was mir ebenfalls Schmerzen verursacht. Das gleiche ist mit meinen Fingern, sie sind geschwollen und verur-sachen mir schreckliche Schmerzen. Wegen den brutalen Schlägen, denen ich ausgesetzt war, leide ich jetzt unter starken Kopfschmerzen. Ich verspüre ebenfalls Schmerzen beim Atmen und hinterm rechten Ohr, wo ich ebenfalls einen Bluterguss habe. Ich kann meinen Hals nicht richtig bewegen, da das auch Schmerzen verursacht. Viele Freunde hier haben fast die gleichen Probleme.

Ich bin momentan in dem Bayrampasa H-Typ Gefängnis inhaftiert, Sammelzelle B4. Bis jetzt war ich nicht in der Lage diesen Brief oder irgendetwas anderes zu schreiben.

Mit freundlichen Grüßen
IBRAHİM AVCIL

Adresse im Gefängnis:
İbrahim Avcıl
Bayrampaşa H Tipi Hapishanesi
B4 koğuşu
Bayrampaşa/İstanbul, Turkey
Mai 2007

INTERNATIONAL COMMITTEE AGAINST DISAPPEARANCES
International Office
e-mail: icadint {ät}hotmail.com
www.icad-committee.com

Campaign
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