Unvermindert ging am Wochenende der türkische Truppenaufmarsch an der Grenze zum Nordirak weiter. Türkischen Presseberichten zufolge sollen bereits rund 100.000 Soldaten Angriffsstellungen bezogen haben.
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bekräftigte dazu am Samstag, dass die Türkei nach wie vor fest entschlossen sei, mit militärischen Mitteln gegen die PKK im Nordirak vorzugehen, sobald alle diplomatischen Mittel ausgeschöpft seien.
Auszug aus dem Flugblatt des Kurdistan Information- und Beratungszentrum:
Darmstadt, 26.10.2007
"(...) Die kurdische Bewegung hat ihre Strategie seit sieben Jahren grundlegend geändert und sucht auf immer neuen Wegen, sich mit friedliche und demokratischen Mitteln der Lösung der kurdischen Frage anzunähern. Der am 1. Oktober 2006 einseitig verkündete Waffenstillstand der kurdischen Bewegung stieß bei den Verantwortlichen in der Türkei auf taube Ohren; statt dessen setzte die Armee ihre militärischen Operationen fort, die kurdische Bevölkerung wurde bedrängt und auf vielfältige Weise drangsaliert. Alle Probleme, die mit dem bis heute ungelösten politischen Hintergrund des Konflikts zusammenhängen, werden von der Türkei als Terrorismus kriminalisiert und der Freiheitskampf der Kurden als terroristisch stigmatisiert. Diese Herangehensweise ist eine schärftens zu verurteilende permanente Kriegserklärung.
Abdullah Öcalan -- seit acht Jahren auf der Insel Imrali gefangen -- versucht unermüdlich, mit seinen vorausschauenden Warnungen eine eskaliernede Entwicklung zu verhindern und Vorschläge zur Konfliktlösung auf friedlicher Basis zu unterbreiten. Doch statt seine Aufrufe ernst zu nehmen, will ihn die Türkei ausschalten, und setzt ihre Unterdrückungspoltik gegen die Kurden fort. Es ist bedauerlich, dass Europa hierzu weitesgehend schweigt bzw. die Meinung der Türkei teilt, man habe den Kampf gegen den Terrorismus zu führen, weshalb sowohl die PKK als auch der Kongra-Gel auf die sogenannte EU-Terrorliste gesetzt worden ist.
Die kurdische Bevölkerung ersehnt nach den langen entbehrungs- und verlustreichen Kämpfen eine demokratische-friedliche Lösung in Kurdistan und in der Türkei. Sie sind gegen jede Zuspitzung, die nur zu neuen Zerstörungen und Verwerfungen führt.
(...) Wir rufen alle internationalen Kräfte auf, ihre Möglichkeiten wahrzunehmen und die Kurden in ihren Bemühungen um eine friedliche Konfliktlösung zu unterstützen.
Termin * 03.11.2007 14:00 *
Veranstalter * Kurdistan Information- und Beratungszentrum Darmstadt *
Ort * Darmstadt, Luisenplatz
Darmstadt, Luisenplatz