# Freilassung von Önder Dolutas, Mitteilung von ATIF
# Danksagung von Önder Dolutas an alle Unterstützerinnen und Unterstützer (türkce, englisch)
Mitteilung von ATIF
Liebe Freunde und Genossen
Der seit 4,5 Monaten in Deutschland wegen eines Auslieferungverfahrens inhaftierte ATIK aktivist ÖNDER DOLUTAS wurde, auf den erhöhten Druck und Solidarität der internationalenÖffentlichkeit, am 8. Oktober aus dem JVA Rohbach freigelassen. Das OLG Koblenz hat die Begründung der Türkei für "nicht ausreichend" erklärt. Somit ist er wieder auf freim Fuß.
Die Konföderation der ArbeiterInnen a.d. Türkei in Europa (ATIK) bedankt sich auch an allen Organisationen, Einzelpersonen, Politikern, Unterstützer Netzwerken und bei seinen Anwälten von Ö. Dolutas für die beispielhafte Solidarität mit unserem Aktivisten.
Das Unrecht gegen Önder Dolutas wurde vorerst abgewendet. Aber, die willkürliche Politik der Entrechtung von Flüchtlingen, MigrantInnen sowie einheimischen Werktätigen und allen Lohnabhängigen in Europa und Weltweit geht weiter. Daher gewinnt auch die Zärtlichkeit der Völker, nämlich die internationale Solidarität und grenzenübergreifende Kampfbereitschaft Linken Opposition, mehr denn je, an Bedeutung und Zuspruch.
Wir freuen uns deshalb auch in Zukunft für eine weitere solidarische Zusammenarbeit mit allen und wünschen Euch viel Erfolg im Kampf gegen das wachsende Unrecht des Imperialistischen Kapitalismus.
Hoch die Internationale Solidarität!
Generalrat von ATIK
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Danksagung an die internationale Öffentlichkeit
von Önder Dolutas
Ich wurde gestern, am 8.Oktober,aus dem JVA Rohbach entlassen, wo ich seit dem 23. Mai 2008 wegen Auslieferungsverfahren unrechtmäßig inhaftiert war. Ich wurde 4,5 Monate lang von meinem grundlegenden Menschenrecht auf Freiheit beraubt, bis dieses Verfahren endlich zu meinem Gunsten abgeschlossen werden konnte. Dieser gegen mich gerichtete Auslieferungsversuch wurde als Folge einer willkürlichen Politik der deutschen Justizbehörden eingeleitet. Mit diesem Beispiel wurde durch die rigorose Missachtung, der sogar von der BRD selbst unterzeichneten international geltenden Gesetze für Flüchtlinge, eine neue Norm des Unrechts erzeugt.
Die Ironie bei diesem Prozess ist, dass ich wegen eines Auslieferungsersuchens des türkischen Staates verhaftet wurde, auf der gleichen Grundlage, auf der mir in Großbritannien vor einigen Jahren Flüchtlingsstatus und später sogar Staatsbürgerschaft gewährt wurde.
In den letzten Jahren haben wir öfters erlebt und waren Zeitzeugen eines solchen Unrechts, wobei mehrere Flüchtlinge aus der Türkei aus ähnlichen Gründen unrechtmäßig verhaftet, von Ihren Rechten beraubt und wieder freigelassen wurden. Wenige von uns wurden leider den Folterstaaten ausgeliefert. Mit dieser Politik versuchen die Deutschen und andere Behörden der EU-Mitgliedstaaten, die politischen Flüchtlinge und MigrantInnen einzuschüchtern. Diese Beispiele sind keine Ausnahmefälle mehr. In der Tat ist dies ein deutliches Zeichen für eine organisiert und systematisch betriebene reaktionäre Politik der EU, die darauf abzielt, die grundlegenden Menschenrechte, die durch Genfer Konvention von 1951 erzielt worden sind, faktisch und praktisch abzuerkennen. Ich glaube heute fester daran, dass diese anti-demokratische Politik der Herrschenden nur durch den organisierten und vereinten Widerstand verhindert werden konnte.
In diesem Sinne, möchte ich mich an dieser Stelle, bei allen Organisationen und Einzelpersonen, herzlich bedanken, die in diesem schweren Zeitraum für eine kontinuierliche Solidarität bemüht waren.
Hoch die internationale Solidarität.
Önder Dolutas
9.Oktober 2008, Frankfurt