Seit Donnerstag, 18. November, boykottiert erneut ein Großteil der Bewohnerinnen und Bewohner des Flüchtlingslagers Neusässerstraße die Annahme der Essenspakete. Laut Aussage von Beteiligten macht
insbesondere die Mehrheit der somalischen Flüchtlinge bei dem Streik mit, aber es beteiligen sich auch einige Menschen anderer Nationalität.
Eine zentrale Forderung ist die Auszahlung von Bargeld anstelle der Essenspakete, außerdem protestieren die Flüchjtlinge gegen die unerträglichen Wohnbedingungen im Lager und gegen die Beschränkung ihrer Bewegungsfreiheit.
Seit Frühjahr 2010 ist Augsburg ein Brennpunkt der Flüchtlingskämpfe in Bayern: Schon damals boykottierten zahlreiche BewohnerInnen von drei Augsburger Lagern die Essenspakete mit den Forderungen Bargeld statt Sachleistungen, Abschaffung der Beschränkung der
Bewegungsfreiheit, Abschaffung der Lagerunterbringung und Respekt gegenüber Flüchtlingen. Am 11. November gingen über 100 Flüchtlinge in Augsburg in einer eindrucksvollen Demonstration für ihre Rechte auf die Straße
(siehe: http://www.fluechtlingsrat-bayern.de/tl_files/PDF-Dokumente/11.11._Augs… ).
Mit Augsburg und Denkendorf/Oberbayern befinden sich aktuell wieder zwei Lager in Bayern im Streik gegen menmschenunwürdige Lebensbedingungen. Dies zeigt eindrucksvoll: Solange die bayerische und deutsche Politik Flüchtlinge aus der Gesellschaft isoliert und ihnen ein Leben in Freiheit und Würde verweigert, wird es keine Ruhe
geben!
Darum: Lagerzwang, Sachleistungen, Residenzpflichtbeschränkung und
Arbeitsverbote abschaffen! Break isolation!