Skandalöse Zustände im Abschiebeknast Grünau – Abschiebung von Zeugen –
Seit sechs Wochen brodelt es im Abschiebeknast Grünau, weil sich die
dort Inhaftierten gegen Abschiebungen in Folterstaaten wie die Türkei,
lange Haftdauern, unklare Zukunftsperspektiven, alltäglichen Schikanen
durch das Wachpersonal und unzureichende medizinische Versorgung wehren.
Seit dem 16. April befinden sich einige Häftlinge im Hungerstreik.
Erwurde ausgesetzt, weil die Verantwortlichen die Einsetzung eines
Runden Tisches zugesagt hatten. Als deutlich wurde, dass außer einem
Gespräch am 27.5. nichts passieren würde, setzten fünf von ihnen den
Streik fort.
Am 28.5. zeigte sich wieder einmal, wie recht die Betroffenen mit ihrer
Kritik haben:
Erst auf massiven Druck seiner Mitgefangenen und nach stundenlanger
Verzögerung wurde ein schwer kranker Mann ins Krankenhaus gebracht. Dort
stellt sich heraus, dass er einen Herzinfarkt erlitten hatte. Die
Staatsanwaltschaft ermittelt.
Für heute, den 3.6. ist die Abschiebung eines der Hungerstreikenden
geplant. Er ist Kurde, wird in die Türkei abgeschoben und befürchtet
Folter und Gefängnis. Er ist Zeuge des Herzinfarktes gewesen. Zwei
weitere Zeugen dieser Misshandlung, die ebenfalls im Hungerstreik waren,
wurden diese Woche freigelassen. Ein Tunesier, der ebenfalls im
Hungerstreik war, ist abgeschoben und direkt nach seiner Ankunft in
Tunesien inhaftiert worden.
Noch immer sind zwei Gefangene entschlossen, den Hungerstreik fortzusetzen.
Um die Forderungen der Gefangenen zu unterstützen und die Zustände im
Abschiebegefängnis weiter öffentlich zu machen, findet am
Donnerstag, 9. Juni, 18.00 Uhr S-Bhf. Spindlersfeld eine Kundgebung und
Demonstration zum Abschiebegefängnis statt
für das Bündnis antirassistischer Gruppen:
Antirassistische Initiative , Initiative gegen das Chipkartensystem,
Komitee zur Unterstützung politischer Gefangener in Iran - Berlin