StadtSchülerInnenRat Frankfurt protestiert gegen drohende Abschiebung von MitschülerInnen
Große Demonstration in Frankfurt
am Donnerstagden 14. Juli, 5 vor 12 ab Opernplatz
Allein in Frankfurt einige hundert SchülerInnen betroffen
Immer wieder passiert es, dass Kinder und Jugendliche, die in Hessen
aufgewachsen und zur Schule gegangen sind, von einem Tag auf den anderen nicht mehr da sind, weil sie zusammen mit ihren Eltern abgeschoben wurden.
Dagegen wendet sich nun der StadtSchülerInnenRat Frankfurt, unterstützt von dem Stadtelternbeirat, dem Gesamtpersonalrat der LehrerInnen, der GEW, der DGB-Jugend Hessen, dem Stadtjugendring, Pro Asyl, dem Hessischen Flüchtlingsrat, der Initiative gegen Abschiebung Frankfurt, dem Aktionsbündnis gegen Abschiebungen RheinMain und vielen anderen Initiativen.
Allein in Hessen leben etwa 15.000 geduldete AusländerInnen, Menschen, deren Asylantrag abgewiesen wurde, die aber bisher aus verschiedenen Gründen nicht abgeschoben werden konnten. Viele von ihnen sind Kinder und Jugendliche. Sie haben sich hier integriert und haben hier ihre Freunde, oft sprechen sie besser deutsch als die Sprache des Landes, das sie zum Teil nur vom Hörensagen kennen, und das doch nach Ansicht der Behörden ihr Heimatland ist. Und jetzt sollen sie aus ihrem normalen Leben herausgerissen werden, um beispielsweise im Kosovo, in Afghanistan oder der Türkei einer ungewissen Zukunft ohne Perspektive entgegenzugehen. Allein in Frankfurt sind Schätzungen zufolge einige hundert SchülerInnen von Abschiebung bedroht.
Seit Jahren schon fordern Flüchtlingsorganisationen, langjährig geduldeten Flüchtlingen ein Bleiberecht einzuräumen. Im Vorfeld der letzten Innenministerkonferenz in Stuttgart sprach sich selbst Otto Schily gegen die Abschiebung von hier aufgewachsenen Kindern und deren Familien aus, doch der Antrag auf eine Bleiberechtsregelung wurde von der IMK verworfen. "Der Umgang der Behörden mit diesen Menschen ist beschämend. Sie brauchen endlich eine sichere Perspektive hier in Deutschland" kommentierte Timmo Scherenberg, Geschäftsführer des Hessischen Flüchtlingsrates, die Ergebnisse der IMK.
Um gegen die drohende Abschiebung der MitschülerInnen aktiv zu werden, hat der StadtSchülerInnenRat Frankfurt vor einiger Zeit eine "Arbeitsgruppe Abschiebung" gegründet und beteiligt sich an der bundesweiten Kampagne hier geblieben! (www.hier.geblieben.net). In den letzten Wochen wurden Tausende Unterschriften gesammelt, andere Schülerinnen und Schüler informiert und ein breites Bündnis geschlossen. Am kommenden Donnerstag erreicht die Kampagne
ihren vorläufigen Höhepunkt mit einer großen Demonstration vom Opernplatz zu Römerberg, wo die gesammelten Unterschriften an die Stadt Frankfurt übergeben werden sollen. Beginn der Demonstration ist um fünf vor zwölf am Opernplatz.
Bei der Kundgebung auf dem Römerberg ab ca. 13 Uhr sprechen die von
Abschiebung bedrohten SchülerInnen Aferdite, Haris und Valdete, der
Schulleiter der IGS Nordend Klaus Teichler, der Vorsitzende vom
Stadtelternbeirat Wilfried Volkmann, der Europareferent von Pro Asyl Karl Kopp, sowie die Vertreterin des StadtSchülerInnenRates Anne Juliane Alke. Eine Delegation des StadtSchülerInnenRates wird zum Abschluss die Unterschriftensammlung einem/einer VertreterIn des Magistrats übergeben. Für musikalische Unterstützung sorgen u.a. eine senegalesische Percussion-Gruppe, Capricious Pearl und Locase.
Der Hessische Flüchtlingsrat ruft dazu auf, sich an der Demonstration des StadtSchülerInnenRates zu beteiligen und fordert die politisch
Verantwortlichen auf, den geduldeten Flüchtlingen endlich eine Perspektive geben und ein Bleiberecht zu erteilen.
Gez. Timmo Scherenberg,
Hessischer Flüchtlingsrat
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Hessischer Flüchtlingsrat
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