Erneuter Selbstmordversuch in der GU Würzburg
Am Freitag, den 19.10.12 um 06:00 Uhr morgens versuchte eine Polizeieinheit, eine sechsköpfige Familie Betiev/Taramova aus Tschetschenien gewaltsam nach Polen abzuschieben. Die gesetzliche Grundlage für derlei rassistische Deportationen bietet das Dublin II - Abkommen. Dieses erlaubt es EU-Staaten, außereuropäische Flüchtlinge in das EU-Land zurückzuschicken, in dem sie zuerst registriert wurden.
Bis zu diesem Tag fristeten die Eltern und ihre vier Kinder 15 Monate lang ein trostloses Leben in der sogenannten „Gemeinschaftsunterkunft“, dem Flüchtlingslager in Würzburg. Zuvor waren sie in Polen, dem als sicher bezeichneten Drittland, abgelehnt worden. Dort hatten sie Zuflucht vor den schrecklichen Verhältnissen in Tschetschenien gesucht. Von dort aus waren sie nach Deutschland gereist und kamen schließlich über das für seine unerträglichen Zustände bekannte Erstaufnahmelager Zirndorf nach Würzburg.
Am besagten Freitag wurden die schwangere Frau und ihr Ehemann sowie deren vier Kinder (8 Monate, 2 Jahre, 3 Jahre, und 5 Jahre) von der Polizei aus dem Schlaf gerissen. In dieser ausweglosen Situation schnitt sich der Familienvater aus Verzweiflung die Pulsadern auf. Die Mutter erlitt daraufhin einen Nervenzusammenbruch, sodass beide in ein Krankenhaus eingeliefert wurden.
Zwar ist noch kein weiterer Abschiebetermin bekannt, jedoch ist die Familie nach wie vor akut von der Abschiebung bedroht. Die Auslieferung nach Polen hätte eine Weiterschiebung nach Tschetschenien zur Folge, da sie in Polen bereits abgelehnt wurde. Diese perfide Taktik ermöglicht es Deutschland, offiziell mit weißer Weste dazustehen. Derlei menschenverachtenden Vorgängen gilt es offensiv entgegenzutreten!