Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer der Familie Erkil,
am 15.09.05 hat der Leiter der Ausländerbehörde des Kreises Wesel, Herr Gandoy, der kurdischen Familie schriftlich die Abschiebung in die Türkei nach Ablauf eines Monats angekündigt.
Der Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis für die Familie wurde abgelehnt.
Trotz der offensichtlichen und mehrfach attestierten Kriegstraumatisierung Frau Sabahat Erkils behauptet Herr Gandoy, Frau Erkil sei reisefähig.
Die politische Verfolgung, der Mehmet Erkil aufgrund seiner politischen Tätigkeit in der Türkei ausgesetzt ist, wird ihm gänzlich abgesprochen.
Angesichts der aktuellen politischen Entwicklung in der Türkei sind diese Aussagen als ausgesprochen zynisch zu betrachten. Allein in den letzten drei Monaten sind bei bewaffneten Auseinandersetzungen über 120 Menschen getötet worden. Menschenrechte werden in der Türkei weiterhin nicht beachtet, für politisch aktive Kurden besteht Lebensgefahr im Falle einer Abschiebung.
Aus diesem Grund werden wir unsere Aktivitäten zur Unterstützung der Familie Erkil fortsetzen und möchten Sie/Dich zu einem weiteren Treffen des Initiativkreises "Bleiberecht für Familie Erkil" einladen.
Das Treffen findet am Sonntag, den 25.09.05 um 15 Uhr in der Gaststätte Galland (Reeser Landstrasse) in Wesel statt.
Weitere Informationen über die Aktivitäten des Initiativkreises unter:
www.jlwesel.de
www.antifakomitee.de
Mit freundlichen Grüßen,
Monika Schraa
Initiativkreis "Bleiberecht für Familie Erkil"
Telefon: 0174/4893349
Email: info@jlwesel.de
Es folgt Menschenrechtsbilanz des türkischen Menschenrechtsvereins (IHD):
Die Bilanz der Menschenrechtsverletzungen in „Ost- und Südostanatolien“ der Monate Juni, Juli, August 2005:
VERLETZUNGEN DES RECHTES AUF LEBEN
Tote bei Gefechten: 123
Verletzte bei Gefechten: 118
Morde und Angriffe unbekannter Täter / Extralegale Hinrichtungen: 12 Tote, 1 Verletzter
Tote durch Minen und andere Explosionen: 13
Verletzte durch Minen und andere Explosionen: 40
VERLETZUNGEN DER PERSÖNLICHEN SICHERHEIT
Festnahmen: 165
Interventionen gegen gesellschaftliche Vorfälle
Anzahl der Vorfälle: 3
Festnahmen: 9
Verletzte: 13
Tote: 1
Aussagen zu Folter und Misshandlung: 34
durch Jandarma: 4
durch Polizei: 19
Dorfschützer: 11
Verschwundene: 1
Verhaftungen: 32
VERLETZUNG DES RECHTES AUF EIGENTUM
Gelegte Wald- und Buschbrände: 3
Andere: 3
RECHTSVERLETZUNGEN IM ARBEITSLEBEN
Zwangsversetzung: 2
Entlassung: 27
Administrative Ermittlungsverfahren und Strafen: 8
Andere: 17
VERLETZUNGEN DER MEINUNGS- UND AUSDRUCKSFREIHEIT
Ermittlungsverfahren und Strafen: 71
Verbotene NGO: 1
Verbotene Veranstaltungen (Theater, Kino usw): 3
Gewalt gegen Frauen: 9
Innerfamiliäre Gewalt: 1
„Ehrenmorde“: 2
Selbstmorde: 14
Selbstmordversuche: 9
Quelle: MHA, 14.09.2005, ISKU