Initiativkreis „Bleiberecht für Familie Erkil“
Kontakt: Duisburger Bündnis gegen Sozialabbau, c/o Patricia Rohrbach,
Kaiser-Friedrichstr.142, 47169 Duisburg,
Email: info (ät) jlwesel.de; Internet: Junge Linke Wesel
Pressemitteilung vom 25.3.06
Härtefallkommission empfiehlt Prüfung auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis
Solidaritätsfest für Familie Erkil am 9. April in Wesel
Der Initiativkreis „Bleiberecht für Familie Erkil“ begrüßt die Empfehlung der Härtefallkommission, die die posttraumatische Belastung insbesondere Sabahat Erkils anerkennt und eine erneute Prüfung der Möglichkeit der Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs. 5 vorschlägt. Die Kommission betont in einer Mitteilung „die besondere Situation, die der Kommission nur in sehr wenigen Einzelfällen in dieser Deutlichkeit durch die beurteilenden Ärzte vorgetragen werden“. Dies bestätigt nach unserer Sicht die Dringlichkeit der psychiatrischen Behandlung Frau Erkils in Deutschland und die Wahrscheinlichkeit der Retraumatisierung im Falle einer Abschiebung in die Türkei, wo die Familie vor ihrer Flucht Ende der 90er Jahre zahlreiche Menschenrechtsverletzungen bis hin zu Tötungen durch das türkische Militär miterleben musste. Die Gefahr der Retraumatisierung und eines erneuten Suizidversuchs (siehe unten) stellen aus unserer Sicht ein eindeutiges Abschiebehindernis dar, was von der Ausländerbehörde bisher geleugnet wird.
Weitere akute Abschiebehindernisse bleiben die politische Verfolgung Mehmet Erkils und die fehlende Perspektive der vier Kinder im Alter von 7 – 13 Jahren, die hier in Deutschland integriert und der türkischen Sprache nicht mächtig sind. Angesichts der aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen in den kurdischen Gebieten der Türkei wäre eine Abschiebung in besonderem Maße inhuman.
Wir fordern daher die demokratische Öffentlichkeit auf, die Schritte der Ausländerbehörde wachsam zu beobachten und sich für den Schutz der Familie Erkil einzusetzen.
Am 9.April lädt der Initiativkreis „Bleiberecht für Familie Erkil“ alle Interessierten zu einem Solidaritätsfest unter dem Motto „Asyl ist ein Menschenrecht und kein Privileg“ ab 16 Uhr in die Gaststätte Schepers auf der Schermbecker Landstrasse 120 ein. Das Programm mit Musikbands von kurdischer Volksmusik bis Hip-Hop, Theaterstücken zur Migrationspolitik und Malaktion für Kinder soll ein klares Signal für ein interkulturelles Miteinander und das dauerhafte Bleiberecht der Erkils setzen. Begleitet wird das Kulturfest durch Informationsbeiträge verschiedener Initiativen, sowie internationaler Gerichten. Der Eintritt beträgt einen Euro, Kinder haben freien Eintritt. Der Erlös kommt der Kampagne für Familie Erkil zugute.
Für Nachfragen stehe ich gerne unter 0160/6222497 zur Verfügung.
Ich bitte um die Ankündigung des Termins.
Mit freundlichen Grüßen,
Henning v. Stoltzenberg
Für den Initiativkreis „Bleieberecht für Familie Erkil“
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Initiativkreis „Bleiberecht für Familie Erkil“
Kontakt: Duisburger Bündnis gegen Sozialabbau, c/o Patricia Rohrbach, Kaiser-Friedrichstr.142,
47169 Duisburg, Email: info@jlwesel.de;
26.05.05
Pressemitteilung
Suizidversuch aus Angst vor Abschiebung
Initiativkreis fordert Stellungnahme
Frau Sabahat Erkil, die Mitte der neunziger Jahre vor dem türkischen Militär aus den kurdischen Gebieten nach Deutschland floh und seitdem mit ihrer sechsköpfigen Familie in Wesel lebt, hat vergangenen Mittwoch aus Angst vor ihrer Abschiebung einen Suizidversuch begangen. Sie konnte aufgrund der schnellen Reaktion der Familie und Ärzte gerettet werden und liegt seitdem im Krankenhaus, um psychologisch betreut zu werden.
Auslöser der Verzweiflungstat war ein von der Kreisausländerbehörde angeordneter Prüfungstermin beim Gesundheitsamt in Wesel, obwohl bereits vor einem halben Jahr die Notwendigkeit der psychiatrischen Betreuung Frau Erkils in Deutschland für mindestens noch ein Jahr von der Amtsärztin festgestellt wurde.
Die Mitglieder des Initiativkreises „Bleiberecht für Familie Erkil“ sind betroffen über diesen Suizidversuch. Dies verdeutlicht, zu welchen Taten Mensche getrieben werden können, wenn sie zehn Jahre in Unsicherheit und Angst um ihre Familie leben müssen, die im Falle einer Abschiebung keine Perspektive in der Türkei hätte. Mehmed Erkil ist ein politischer Flüchtling und Vorsitzender des „Kurdischen Kulturvereins Wesel e.V.“. Im Falle einer Abschiebung droht im Gefängnis und Folter. Zwei der vier Kinder sind in Deutschland geboren und sprechen kein türkisch. Die Kinder hätten in der Türkei kaum eine Chance auf ein sicheres und würdiges Leben.
Wir fordern die Kreisausländerbehörde, die Mitglieder der Ratsparteien und die Bürgermeisterin Frau Westkamp auf, endlich Stellung zu beziehen und sich für ein sicheres Leben der kurdischen Familie in Wesel einzusetzen.
Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen,
Monika Schraa
„Initiativkreis Bleiberecht für Familie Erkil“