Wir sind besorgt um die Sicherheit der kurdischen Familie Erkil, die akut von der Abschiebung bedroht ist. Die Familie floh 1995 aufgrund des Krieges im kurdischen Teil der Türkei und lebt seither in Wesel. Mehmet Erkil ist ein politischer Flüchtling, der die Türkei – wie zahlreiche andere kurdische Mitbürgerinnen und Mitbürger - aufgrund der anhaltenden Menschenrechtsverletzungen verlassen musste. Zwei seiner Neffen wurden von türkischen Militärs getötet.
Frau Sabahat Erkil ist seit der Flucht und der täglichen Sorge um die ungewisse Zukunft der Familie in psychiatrischer Behandlung, die fortgesetzt werden muss.
Die Erkils haben vier Kinder im Alter zwischen sechs und dreizehn Jahren. Eine Tochter leidet unter mangelnder Knochenbildung und Bluterkrankungen. Sie benötigt dringend eine langwierige Behandlung durch Krankengymnastik und Ergotherapie. Zwei der vier Kinder sind in Deutschland geboren und der türkischen Sprache nicht mächtig. Die Kinder gehen hier in Wesel zur Schule und sind sozial integriert.
Trotz dieser eindeutigen Fakten wurde Herrn Erkils Asyl-Folgeantrag abgelehnt, das Widerspruchsverfahren wurde noch nicht entschieden. Sollte der Widerspruch jedoch ebenfalls abgelehnt werden, ist eine Abschiebung in absehbarer Zeit sehr wahrscheinlich
Im Falle einer Abschiebung droht dem Vorsitzenden des „Kurdischen Kulturvereins Wesel e.V.“ damit Verhaftung, Folter und möglicherweise der Tod. Denn die Menschenrechtssituation hat sich entgegen offizieller Verlautbarungen im Zuge der EU-Beitrittsverhandlungen kaum positiv verändert. In der vergangenen Zeit haben kriegerische Auseinandersetzungen in der Türkei wieder zugenommen.
Die schockierenden Bilder vom Einsatz deutscher Panzer gegen die kurdische Minderheit im Magazin „Frontal“, sind ein weiterer Beweis für fortwährende Verletzungen der Menschenrechte. Auch der Jahresbericht der Menschenrechtsorganisation amnesty international berichtet nach wie vor über Folter und Misshandlungen von Oppositionellen und nationalen Minderheiten
Wir fordern daher die politisch Verantwortlichen der Stadt Wesel und des Bundesamtes für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge auf, sich für einen menschenwürdigen Aufenthalt der Familie einzusetzen. Hierzu gehört auch die Erlaubnis zu arbeiten, die Herrn Erkil bisher nicht erteilt wurde.
Wir bitten Sie um ihre Unterstützung
Der Initiativkreis „Bleiberecht für Familie Erkil“ braucht viele helfende Hände.
Wir haben eine Unterschriftensammlung begonnen und bitten darum, sie zu unterzeichnen und selber Unterschriften zu sammeln.
Initiativkreis „Bleiberecht für Familie Erkil“
Kontakt: info at jlwesel.de
Tel. 0174/4893349