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Die zivile Diktatur?

Informationsveranstaltung zur Menschenrechtslage in Nigeria mit Kayode Oladele (Detroit/USA)

Flyer zum download (pdf)

Die Lage der Menschenrechte in Nigeria ist in einem alarmierenden Zustand: das derzeitige Ausmaß an Gewalt in dem westafrikanischen Land kommt den Zuständen zu Zeiten der Militärdiktatur sehr nahe. Doch nur wenig davon erreicht die deutsche Öffentlichkeit.

Nachdem im Jahr 1998 das Abacha- und ein Jahr später schließlich die Abdulsalami-Diktatur durch den derzeit amtierenden Präsidenten Olusegun Obasanjo abgelöst wurden, ging die europäische Öffentlichkeit
von einem bevorstehenden demokratischen Umbruch aus; Nichtregierungsorganisationen, Ölkonzerne und Regierungen unterstützten Obasanjo lange vorbehaltlos.

Als sich schon kurz nach der Regierungsübernahme abzeichnete, dass der politische Führungsstil und der Umgang mit den ethnischen Konflikten nur unwesentlich von dem seiner diktatorischen Vorgänger abwichen, fand dies kaum Eingang in die öffentliche Wahrnehmung. Bis heute sehen sich VertreterInnen gewerkschaftlicher und Minderheitenorganisationen teils drastischer Verfolgung ausgesetzt. Die fortgesetzte Verfolgung von Mitgliedern der Opposition, die politisch motivierte Morde und extralegale Tötungen mit einschließt, ist unter dem gegenwärtigen Regime allgegenwärtig.

Die von Gewalt und Menschenrechtsverletzungen geprägte Situation in Nigeria wird konterkariert durch eine rigorose Ablehnungspolitik gegenüber den Asylanträgen nigerianischer Flüchtlinge in Deutschland. Zwar warnt das Auswärtige Amt auf seiner Homepage deutsche TouristInnen vor Reisen nach Nigeria, doch für nigerianische AsylbewerberInnen besteht dort nach Auffassung der deutschen Behörden und vieler Gerichte keine Gefahr bei einer erzwungenen Rückkehr.

Vor diesem Hintergrund veranstaltet die Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen eine Informationsveranstaltung mit dem renommierten nigerianischen Anwalt Kayode Oladele. Oladele lebt und praktiziert seit Jahren als anerkannter politischer Flüchtling im US-amerikanischen Detroit.

Bis zu seiner Flucht aus Nigeria war er in der Alliance for Democracy gegen das Militärregime aktiv. Außerdem war er an der Gründung des Oodua Peoples Congress (OPC) beteiligt, heute eine der größten nigerianischen Oppositionsbewegungen. Als in den USA praktizierender Anwalt hat er inzwischen zahlreiche Prozesse gegen ehemalige Militärmachthaber in Nigeria gewonnen, was dazu führte, dass viele Opfer von Menschenrechtsverletzungen Entschädigungen erhielten und illegale Konten im Ausland aufgedeckt wurden.

· Kayode Oladele wird über die Entwicklung der Menschenrechtslage seit der Machtübernahme durch die zivile Regierung unter Olusegun Obasanjo berichten.
· Weiterhin wird auf der Veranstaltung der Bremer Rechtsanwalt Günter Werner über die Praxis der Asylverfahren nigerianischer Flüchtlinge und die Einschätzung der nigerianischen Menschenrechtslage durch die deutschen Behörden und Gerichte berichten.
· Der in Bremen lebende nigerianische Flüchtling Babatope Moses Bodunde, aktives Mitglied der Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen, wird über seine politischen Aktivitäten in der Demokratiebewegung Nigerias sprechen und uns über die Umstände informieren, die ihn schließlich zur Flucht getrieben haben.

Mittwoch, 15. Sep. 2004, 19.00 h
im Forum Kirche, Hollerallee 75

Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen
c/o Veranstaltungszentrum "Paradox"
Bernhardstr. 12 · 28203 Bremen
Karawane_Bremen at web.de · http://thecaravan.org
Mitveranstalter:
Evangelisches Bildungswerk Bremen
Verein Ökumenischer Ausländerarbeit Bremen (VAÖ)
Afrika-FreundInnen Bremen e.V.

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