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Karawane Tourstop in Jena mit Aktionen in Nürnberg und Freienbessingen

Monday, May 21, 2007 - 19:00 to Tuesday, May 22, 2007 - 20:19
description:

Demo und Aktion gegen die Politik des Bundesamtes für Flucht und Migration (BFMI)in Nürnberg auf dem Weg nach Jena.

Aufruf deutsch, Call in English
Faxkampagne zur Schließung des Lagers in Freienbessingen
Montag, 21.05. 2007
18.00Uhr: Empfang der Karawane im Schillergässchen 5 in Jena
20.00 Uhr: Konferenz: "Kein Kompromiss mit Abschiebungen! Rassismus tötet!"
Podiumsdiskussion mit AktivistInnen der Karawane über Massenabschiebungen und die
Bleiberechtspropaganda der deutschen Innenministerkonferenz (IMK)
Ort: CALEIDOSPHERES Jena - Westbahnhof Gleis2/Ladestrasse 3
21.00Uhr: Kulturnacht – Musik von Live-Bands und DJs
Ort: CALEIDOSPHERES Jena - Westbahnhof Gleis2/Ladestrasse 3
Dienstag, 22. 05. 2007
9:00Uhr - 11.00Uhr: Fortsetzung der Diskussion im Schillergässchen 5, Jena
12.00Uhr: Kundgebung am Holzmarkt in Jena
15.00Uhr: Abfahrt von Jena nach Freienbessingen – Sonderhausen
16.00Uhr: Freienbessingen – Kundgebung mit Speaker’s Corner und Live-Konzert

“Wir sind hier, weil ihr unsere
Länder zerstört! Solidarität
gegen Abschiebungen!
Für eine Welt ohne
Ausbeutung,
Unterdrückung und Kriege!“
Die Karawane Kommt!
Aufruf für die KARAWANE-TOUR vom
19.Mai bis zum 4. Juni 2007
KARAWANE-TOUR – In Solidarität gegen Abschiebung
21- 22. 05 in Jena und Freienbessingen Flüchtlingslager – Thueringen

Neun Jahre nach der ersten Karawane für die Rechte der
Flüchtlinge rufen wir nun zum dritten Mal auf, zusammen und
in Solidarität gegen das deutsche System der Ausgrenzung,
Unterdrückung und Abschiebung aufzustehen. Die
Karawane-Tour 2007 findet unmittelbar vor dem G8-Gipfel in
Heiligendamm statt.
Als die meisten von uns – MigrantInnen und Flüchtlinge
– unsere zerstörten Heimatländer verlassen haben, taten wir
dies nicht als freie Menschen. Wir waren gezwungen zu fliehen.
Gezwungen durch die unmenschlichen Lebensbedingungen,
denen wir dort unterworfen wurden.
Diese Bedingungen manifestieren sich in unterschiedlicher
Weise: In Hunger, Krieg, Armut, Diktaturen und in vielen
anderen Formen. Sie alle wurzeln in einem System der
Ausbeutung, Ungerechtigkeit und Unterdrückung. Diese
Entmenschlichung kennzeichnet die Weltordnung, die der
Imperialismus der G8, ihrer mächtigen Kapitalfraktionen und
Regierungen, uns aufzwingt.
Abschiebung dient den Interessen des Kapitals und
des Imperialismus. Abschiebung ist eine Missachtung
der Menschenrechte. Sie ist ein sadistisches
Unterdrückungsverhältnis zwischen Mächtigen und Verfolgten.
Sie ist die Ursache der Maschinerie des Lagersystems, mit all
ihrer seelischen Misshandlung, des sexuellen Missbrauchs, der
Ausbeutung, der Trennung von Familien und vielen anderen
Formen der Entrechtung.
Stopp der Kriminalisierung von Flüchtlingen und
MigrantInnen
Schluss mit den Polizeikontrollen, der Polizeibrutalität und
der Straflosigkeit
Wir werden kriminalisiert, wenn wir unsere Grundrechte
einfordern. Wir werden kriminalisiert, wenn wir die Verbrecher
benennen. Die Sondergesetze sind die Grundlage, die
der Polizei ihre Kontrollen und ihre Brutalität erlauben.
Polizeikontrollen all jener, die nicht typisch „deutsch“ aussehen,
versetzen die Flüchtlinge in den Bereich des Kriminellen. Sie
dienen der Verstärkung des Rassismus in der Gesellschaft.
Sie erlauben der Polizei Gewaltanwendung, und sie verletzen
die Menschenwürde. Die Verantwortlichen bleiben frei von
Anklagen und Strafen. Wir fordern unsere Grundrechte und ein
Ende der Straflosigkeit von Polizeiverbrechen.
Schließung aller Lager, Flüchtlingslager, Ausreisezentren,
Abschiebegefängnisse
In Deutschland gibt es verschiedene Typen von Lagern, um
die Menschen unter Kontrolle zu halten und ihren Willen
zu brechen. Das Lagersystem ist ein komplexes System
der rassistischen Absonderung und der gesellschaftlichen
Ausgrenzung, das darauf abzielt, die Flüchtlinge zum Verlassen
des Landes zu zwingen. Es besteht, um uns klar zu machen,
dass wir nicht willkommen sind. Alle Heime, Aufnahmezentren,
Abschiebegefängnisse, Ausreisezentren bestehen, um uns
von der Gesellschaft zu separieren. Es soll Beziehungen
von Mensch zu Mensch verhindern. Das Lagersystem ist
ein altes System, das in den Kolonien, im deutschen NAZITerror,
im japanischen Faschismus und anderen Ländern, wo
faschistische Ideologien zur Praxis kamen, benutzt wurde.
Gegenwärtig dehnen die Europäische Union und Deutschland
als eine ihrer Kernmächte das Lagersystem auf außerhalb
der Europäischen Union aus, wie nach Nordafrika oder
Osteuropa, wie die Ukraine. Die Expansion zielt darauf ab,
jene, die vor dem Elend fliehen, von Europa fern zu halten. Der
Reichtum, der von anderen Kontinenten gestohlen und nach
Europa gebracht wurde, wird zwischen den Herrschenden
Europas aufgeteilt. Ein kleiner Teil davon wird den Massen hier
gegeben, um sie ruhig zu halten. In Erwägung dessen haben
wir beschlossen, gegen das Lagersystem und jede Form der
Apartheid zu kämpfen.
Freiheit zu wählen, wo wir bleiben und leben wollen
Deportation ist heute ein Bestandteil des Prozesses
internationaler Migrationkontrolle. Während es keine
Begrenzungen gibt für den Fluss des Kapitals, werden
Hindernisse errichtet, um Menschen in ihrer Bewegungsfreiheit
einzuschränken und sie in festgelegte Gebiete zu sperren.
Wir fordern unser Recht, uns global frei zu bewegen und das
Recht, dort zu bleiben, wo immer wir beschließen zu leben. Der
Kampf für den Zugang zu allen weltweiten Errungenschaften
der Menschheit: Wissen, Technologie, Naturressourcen, ist der
einzige Weg um weltweite Demokratie zu erlangen.
Keine Deportationen
Deportationen sind eine der Methoden des Imperialismus
und Kapitalismus, um Grenzen, Klassen, Geschlechterdisk
riminierung, Rassen und Kasten aufrecht zu erhalten. Seit
seinen frühesten Anfängen war der Kapitalismus immer ein
internationales System. Und er war immer ein hierarchisches
System mit vielen Abstufungen der Über- und Unterordnung.
Auf jeder Ebene und in allen Abstufungen bringt er Ausbeuter
zum Kampf gegen Ausgebeutete und rivalisierende Ausbeuter
zum Kampf gegeneinander. Ganz unten in diesem System sind
jene, denen alles geraubt wurde, und das sind im heutigen
Westeuropa diejenigen, die ihrer Grundrechte beraubt wurden
und die, die deportiert werden. Die Praxis der Deportationen ist
ein Ausdruck für die Rückständigkeit und Degeneriertheit der
Gesellschaft. Der Kampf gegen die Deportationen ist ein Kampf
für gesellschaftlichen Fortschritt auf allen Ebenen.
Solidarität und Einheit sind unser Ziel
Deportationen wurden immer benutzt, um Menschen
verschiedener ethnischer Gruppen, Religionen, Hautfarben,
Sprachen und Geschlechter zu spalten. Die heutigen
Deportationen aus Deutschland zielen auf Menschen
anderer Herkunft und Gruppierungen. Dadurch wird die
Solidarität zwischen Flüchtlingen und MigrantInnen sowie
Deutschen und Flüchtlingen unterminiert. In Erwägung
dessen haben wir beschlossen, uns selber zu organisieren
und die Barrieren zu überwinden. Solidarität und Einheit
zwischen uns sind der einzige Weg, den Angriffen des Staates
und der Deportationsmaschinerie zu widerstehen. Wir, die
Unterdrückten und Ausgebeuteten, beschließen, uns zu
solidarisieren und zu vereinen, um gegen jede Herrschaft zu
kämpfen, die der Menschheit aufgezwungen wird.
Stopp aller Deportationen - ist unsere erste und
übergeordnete Forderung, die mit allen folgenden Punkten
in Verbindung steht.
Abschaffung des „Status“ der Illegalität
Unbegrenztes freies Bleiberecht und Zugang zu Bildung
und Arbeit
Freiheit zu wählen, wo wir bleiben und leben wollen
Stopp der erzwungenen Migration und dem Geschäft mit
unserem Leben
Kampf gegen die Plünderung durch den Staat und seine
Bürokratie
Stopp der Kriminalisierung von Flüchtlingen und
MigrantInnen
Schluss mit den Polizeikontrollen, der Polizeibrutalität
und der Straflosigkeit
Schließung aller Lager, Flüchtlingslager, Ausreisezentren,
Abschiebegefängnisse
Abschaffung aller Sondergesetze
Abschaffung des Asylbewerberleistungsgesetze,
des Gutscheinsystems und der eingeschränkten
Gesundheits- und Sozialversorgung
Stopp dem Staatsterror
Abschaffung der Anti-Terror- und Sicherheitsgesetze
Stopp sexualisierter Gewalt und Ausbeutung
Stopp der Zerstörung unserer Familien
Keine erzwungene Integration
Gegen die „weißen“ Geschichtslügen
Stopp der ökonomischen Intervention / Aggression
Schluss mit Krieg und Besatzung
Stopp dem Waffenhandel und der Militärhilfe
Keine Deportationen
In Solidarität und Einigkeit für alle genannten Forderungen zu
kämpfen,
für die Menschenwürde, für unsere Grundrechte und alle
Rechte, derer wir beraubt wurden.
Die Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen,
die migrantischen Selbstorganisationen The VOICE Refugee
Forum, die sozialistische Partei Irans SPI, die Föderation der
ArbeitsmigrantInnen aus der Türkei in Deutschland AGIF und
andere haben gezeigt, dass Menschen aus verschiedenen
Kontinenten und mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen
gemeinsam und in Einigkeit kämpfen können.
Von Manila nach Diyarbakir, von Lomé nach Teheran, von
Palästina nach Bremen oder von Colombo nach Berlin: wir
haben es in der Vergangenheit immer wieder geschafft,
unsere Kämpfe zu vereinigen. Nur mit einer internationalen
gemeinsamen Bewegung werden sich unsere Forderungen
nach Bewegungsfreiheit, nach Bleiberecht und, vor allem, nach
Menschenwürde erfüllen.
Mit dieser Tour wollen wir uns die Freiheit nehmen, die wir
wollen und dabei die inneren Grenzen, die uns die deutsche
Regierung mit ihrer so genannten "Residenzpflicht" (siehe The
VOICE Refugee Forum) aufzwängt, überwinden.
Die Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen
lädt alle ein, an der Karawane-Tour 2007 teilzunehmen. Wir
werden vom 19. mai bis zum 4. Juni zwei Wochen durch
Deutschland reisen. Die Tour wird in Neuburg bei München
beginnen und in Rostock in der nähe des G8-Gipfelortes
Heiligendamm enden. Auf diese Weise wollen wir den
Zusammenhang zwischen der Zerstörung der Herkunftsländer
der Flüchtlinge und der Politik der G8-Staaten sichtbar
machen. Bei allen unseren Aktionen werden wir daher Bezüge
zu den Herkunftsländern herstellen. Außerdem wollen wir
die Öffentlichkeit auf die menschenfeindliche Lager- und
Abschiebepolitik Deutschlands und der Europäischen Union
aufmerksam machen. Die Tour wird gemeinsam von Flüchtlingsund
MigrantInnenselbstorganisationen mit dem No-Lager-
Netzwerk und anderen antirassistischen Gruppen organisiert.
In Solidarität gegen Abschiebung – für einen Abschiebestopp!

Location:
Schillergässchen 5, 07745 Jena