No War - No Refugee
No NATO - No Refugee

Country Information

Here you find background information on Guinea, Iran, Kurdistan, Türkei.

You are here

Rassismus tötet! Kein Kompromiss mit Abschiebungen! Karawane in Jena

# # # dokumentation der karawane-tour 2007 # # #
aufruf karawane-tour 2007 | auftakt in neuburg | 2. tag neuburg | forchheim | jena | freienbessingen | frankfurt am main | düsseldorf | dortmund | kiel
# # # # #

  • Empfang der Karawane in Jena und Vorstellung der Ausstellung
  • Vorstellung einiger Anti-Abschiebungskampagnen
  • Kundgebung am Jenaer Holzmarkt

Am Abend des 21. Mai wurde die Karawane von The Voice Refugee Forum in Jena willkommen geheißen. Die Ausstellung, die parallel zur Tour gestartet wurde, wurde kurz vorgestellt. Die Ausstellung zeigt in eine Fotoinstallation die Grenzen der europäischen Festung an der spanisch-marokkanischen Grenze, an der im letzten Jahr mehr als 6000 Menschen ihre Leben verlieren mussten.

Eine zweite Fotosammlung dokumentiert in Bildern die Kampagne in Gedenken an Oury Jalloh für Aufklärung, Gerechtigkeit und Entschädigung. Sie beginnt mit der Trauerfeier, die den Anfang der Kampagne markiert und endet mit Fotos der letzten Demonstration am 7. Januar 2007 in Dessau.

Teil der Ausstellung sind auch Gemälde des togolesischen Künstlers Atikpasso Lawson, der in Abschiebehaft massive psychologische Folter und Gewalt erfahren hatte, welche seine in Togo gemachten Erfahrungen wiederbelebten. „Wäre Atikpasso abgeschoben worden, wäre auch die Kunst verloren gegangen“, sagte ein Aktivist. „Die Abschiebungen sind also auch eine Vernichtung der Kultur“.

In einem Kulturzentrum stellten AktivistInnen der VOICE und der Karawane ihre Erfahrungen im Widerstand gegen Abschiebungen vor. Sie machten klar, dass Abschiebungen unter keinerlei Umständen akzeptiert werden können, sie jederzeit abzulehnen und zu bekämpfen sind.

Ein Aktivist der Karawane München stellte die akuten Kämpfe gegen Abschiebung über alle anderen Kampagnen und stellte beispielhaft zwei erfolgreiche Kampagnen für zwei Flüchtlinge vor, die von der Abschiebung bedroht waren. Für eine erfolgreiche Kampagne sind detaillierte Informationen zur politischen Lage im Zielland, zur Person und zur deutschen Asylpraxis notwendige Voraussetzungen. Mit diesen Informationen wird dann öffentlicher Druck sowohl auf die Behörden als auch auf die Fluggesellschaften ausgeübt. Reicht dieser öffentliche Druck alleine nicht aus, so werden direkt vor der Abschiebung die Fluggäste am Flughafen und der Pilot über die Abschiebung und ihre Konsequenzen für den Flüchtling in Kenntnis gesetzt und an ihre Zivilcourage appelliert.
Ein Aktivist der Karawane Hamburg berichtete über die Erfahrungen mit der Kampagne gegen die Abschiebungen in die Diktatur Togos. Eine breite Öffentlichkeitsarbeit begleitet von Protestaktionen (seien es Demonstrationen oder Hungerstreiks) führte dazu, dass die Regierung des Landes Mecklenburg-Vorpommern die Abschiebungen im April 2006 für sechs Monate aussetzte. Dieser Erfolg war aber nur ein Teilerfolg, denn inzwischen schieben die Behörden in Mecklenburg-Vorpommern wieder ab, obwohl sich die Lage in Togo kaum geändert hat. Der Referent machte besonders darauf aufmerksam, dass es ein langwieriger und sehr schwieriger Kampf ist. Daher bat er alle Anwesenden, die Menschen auf die Wichtigkeit dieser Kämpfe aufmerksam zu machen und mehr Menschen zur Mitarbeit einzuladen. Der Kampf gegen Abschiebung ist ein konkreter Kampf für die Verteidigung der Existenz der betroffenen Menschen.

Ein anderer Aspekt wurde von einer Aktivistin aus Wuppertal hervorgehoben. Sie beschrieb die neuen Bleiberechtsreglungen und entlarvte sie als reine Propaganda. Sie stellte klar, dass das Recht auf Asyl in der BRD abgeschaffen ist. Mit dem neuen Gesetz werden die für das System verwertbaren Menschen noch effektiver aussortiert und selektiert. Es ist nicht akzeptabel, dass Menschen in Kategorien eingeteilt und so über ihr Leben entschieden wird. Das deutsche Ausländer- und Asylrecht erniedrigt die Menschen und nimmt ihnen ihre Würde. Von der Politik dürfen wir nichts hoffen, unsere einzige Chance besteht in unserem Widerstand.

Zum Abschluss berichteten zwei Aktivistinnen der Jugend-, Aktions- und Projektwerkstatt Jena (JAPS) über die Situation im Lager in Freienbessingen und ihre Arbeit vor (mehr dazu im Bericht über Freienbessingen).

Am Morgen des 22. Mais wurden in eine Pressekonferenz die Ziele der Karawane mit der Tour vor dem G8-Gipfel, die aktuelle politische Situation im Iran und unsere strategischen Ziele vorgestellt.

Der Jenaer Stopp der Karawane wurde mit einer bunten und lauten Kundgebung am Jenaer Holzmarkt beendet. Mehrere Flüchtlinge berichteten über ihre Erfahrungen. Atikpasso Lawson erzählte von seinen Schmerzen und von der Gewalt, die er in Abschiebehaft hat leiden müssen. Eine Politikerin aus Uganda erzählte über die Besatzung des afrikanischen Kontinents und forderte die Bundesrepublik auf, die Unterstützung für die dortige Diktatur zu beenden und sich aus dem afrikanischen Kontinent zurückzuziehen. Eine Frau erzählte über die Gewalterfahrungen der Frauen im Herkunftsland und im deutschen Lagersystem und dem Hohn, mit dem sie bei ihrer Anhörung konfrontiert werden. Zwei Aktivisten der VOICE berichteten über Polizeibrutalität und die Kampagne für Oury Jalloh und riefen zur Teilnahme an der Demonstration am 23. Juni, 14:00 Uhr am Dessauer Hauptbahnhof auf.

Kurz vor Beendigung der Kundgebung blockierten einige junge TeilnehmerInnen spontan die Kreuzung am Holzmarkt, um symbolisch auf die Grenzen der Festung Europa aufmerksam zu machen. Danach setzte die Karawane ihren Weg fort Richtung Freienbessingen.

# # # dokumentation der karawane-tour 2007 # # #
aufruf karawane-tour 2007 | auftakt in neuburg | 2. tag neuburg | forchheim | jena | freienbessingen | frankfurt am main | düsseldorf | dortmund | kiel

Local group: 
Language: 

Der Kampf von Flüchtlingen braucht Geld!

Die Karawane ist maßgeblich auf Spenden angewiesen. Unsere Organisation besteht überwiegend aus Flüchtlingen, die (wenn überhaupt) nur über sehr geringe finanzielle Mittel verfügen. Aus diesem Grunde haben wir 2008 den „Förderverein Karawane e. V.” gegründet. Unser Verein ist als gemeinnützig anerkannt und kann deswegen auf Wunsch Spendenquittungen ausstellen, so dass sie steuerlich absetzbar sind. Wenn bei der Überweisung die Adresse mit angegeben wird, verschicken wir die Spendenbescheinigung automatisch spätestens am Anfang des Folgejahres.

Kontakt: foerderverein(at)thecaravan.org

Unsere Bankverbindung lautet:
Förderverein Karawane e.V.
Kontonummer
: 40 30 780 800
GLS Gemeinschaftsbank eG
BLZ: 430 609 67

IBAN: DE28430609674030780800
BIC: GENODEM1GLS

Events

M T W T F S S
 
 
 
 
 
 
1
 
2
 
3
 
4
 
5
 
6
 
7
 
8
 
9
 
10
 
11
 
12
 
13
 
14
 
15
 
16
 
17
 
18
 
19
 
20
 
21
 
22
 
23
 
24
 
25
 
26
 
27
 
28
 
29
 
30
 
31
 
 
 
 
 
 

Syndicate

Subscribe to Syndicate