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Berlin - Solidaritätskundgebung und zweitägiger Protest gegen die Zerstörung des Khavaran-Massengrab

Friday, February 6, 2009 - 08:00 to Saturday, February 7, 2009 - 16:00
description:

Gedenken an die Opfer durch deren Familien und Freunde am Massengrab Khavaran - Video auf youtube:
Trauerfeier der Mütter und Väter
Trauerfeier am letzten Freitag des iranischen Jahres 1368 (16. März 1990)

Hier ist Khavaran. Hier war es, als paar Hände die blutige Erde von „KHAVARAN“ zur Seite geschoben haben Und plötzlich erschien: ein blaues Hemd, eine Hand neben dem Kopf eines Anderen. Ein Bein auf der Brust des Anderen. Sie brauchen nicht tief zugraben.

Es war 1988, als diese schockierende Nachricht uns erreichte. Eine Massenhinrichtung, Ein Massaker, Genozid. Über 8000 politische Gefangene und Angehörige religiöser Minderheiten wurden binnen 2 Monaten hingerichtet und in den Massengräbern begraben wurden. Eins dieser Massengräber heißt „Khavaran", im Südosten Teheran, das von Angehörigen der Opfer entdeckt wurde.

Es ist Winter 2009, als wir erfahren, dass das iranische Regime die Zerstörung des Khavaran-Massengrabs begonnen hat. Aber was heute in Khavaran geschieht, ist nicht neu. Der temporäre Prozess der Zerstörung der Erde (Khavaran) ist von der islamischen Regierung schon lange geplant.
Khavaran muss bleiben, genauso wie es ist. Die beibehaltung von khavaran ist die Realisierung der Wiederherstellung der Würde jedes einzelnen Menschen. Khavaran ist das Vermächtnis derer, die Jahre gegen die Unterdrückung gekämpft haben. Der zwanzigjährige Kampf der Familien und Angehörige der Opfer, die nicht zulassen wollen, dass ein Teil der Geschichte der Menschheit einfach ausradiert und verfälscht wird. Khavaran ist das lebendige und noch existierende Dokument einer Bewegung, die berechtigt und zugleich ungerecht (bezüglich der verteilung der Machtverhältnisse) war. Khavaran und seines Gleichen sind Zeugnisse des Gerechtigkeitssinnes und Enthüllung des Verbrechens überall auf unserer Erde.
Die Ausgrabung des Khavaran bedeutet der Fund menschlichen Gebeine und jedes Glied präsentiert das Fehlen eines Menschen,eines Lebens, einer Liebe. Khavaran ist gleichzusetzen mit Stadion Chile, Plaza de Mayo in Argentinien, Communards' Wall in Paris, Dachao und Auschwitz, alles Orte des Kampfes und der Renitenz.

Die blutigen Hände der Verbrecher haben Wir nicht vergessen,die immer noch an ihrem Machtstuhl fest klammern. Ein Paar von denen haben ihr wahres Gesicht hinter einer Maske versteckt und haben unter der Deckname der Menschenrechte ihre Fahne aufgezogen. Sie wollen die Namen jedes Verbrechers, ihrer Komplizen und Vertrauter in der Dunkelheit der Geschichte verschwinden lassen. Sie wollen uns vergessen machen, dass die islamische Republik Iran die Beibehaltung der Macht, die Verbreitung der Angst und die Einschüchterung der Gesellschaft durch die Erschießung und Hinrichtung der Regimegegner verdankt. Sie wollen,dass wir unsere Wunden und unsere Schmerzen vergessen.Aber „wir wollen mit einem Schrei beginnen, nicht mit dem Verb“ (1). Ein Schrei der Traurigkeit, ein Schrei des Erschreckens, ein Schrei der Wut, ein Schrei der Negation: Nein! Wir werden nie vergessen,nie vergeben!

Wir, die Kinder der Erde des Khavarans, wollen das historische Gedächtnis der Welt korrigieren und ergänzen. Wir wollen die Welt wieder an das, was von ihrem historischen Gedächtnis gelöscht wurde,erinnern. Wir wollen das Schweigen des Universums brechen. Ein Schweigen, das die Führungskräfte dieser Welt dem Gewissen der Menschheit aufdrängen. Wir glauben daran,dass es eine andere Welt gibt, in der das menschlische Gewissen wachsam ist und sich nach Wahrheit und Gerechtichkeit sehnt.

Wir wollen als erster Schritt vor Bundespressehaus in Berlin protestieren. Wir verlangen, dass die Medien sich unsere Geschichte über das Massaker 1988 im Iran anhören und sie veröffentlichen. Wir glauben tief daran, nur mit internationaler Solidarität aller progressiven Bewegungen auf der ganzen Welt gegen diese Ignoranz „fragend vorangehen“ (2) zu können. Dieser Kampf gehört uns Allen. Ein Kampf, um die Welt zu verändern, um aus ihr einen würdigen Ort der Menschheit zu machen (3).

Wir, die jungen Iraner/Studenten/ politische Aktivisten/ Assoziierten/ Kämpfer der linken und politischen Flüchtlinge, die in Europa leben, rufen alle freiheitsliebende Menschen und Organisationen auf, uns durch die Teilnahme an diese Aktion zu unterstützen.

Ort: Bundespressehaus Berlin, Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin
Zeit: ab 6. Feb. 2009, um 9:00Uhr bis 7.Feb 2009, 17:00Uhr

Block der iranischen Jugend in Europa:
- Verein 67-Germany (linke iranische Jugend, Studenten und Kinder der Opfer des Massaker 1988 im Iran)
- Students Committee – Belgium
- collectif des jaunes iraniens libres- Paris
- und Junge GenossInen

Wir freuen uns auf jeder Rückmeldung und Intresse an diese Aktion.Wir sind immer unter untengenante Telefonnummer und E-mail Adresse erreichbar:
+49 176 2153 999 2
shuka.mozafar@gmail.com und commitee.iran@gmail.com

(1).John Holloway, Zwölf Thesen über Anti-Macht
(2) Slogan der ZapatistInnen, mit dem sie den Aufstand 1994 begannen.
(3) John Holloway, Zwölf Thesen über Anti-Macht

Location:
Bundespressehaus Berlin, Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin
Campaign: 

Der Kampf von Flüchtlingen braucht Geld!

Die Karawane ist maßgeblich auf Spenden angewiesen. Unsere Organisation besteht überwiegend aus Flüchtlingen, die (wenn überhaupt) nur über sehr geringe finanzielle Mittel verfügen. Aus diesem Grunde haben wir 2008 den „Förderverein Karawane e. V.” gegründet. Unser Verein ist als gemeinnützig anerkannt und kann deswegen auf Wunsch Spendenquittungen ausstellen, so dass sie steuerlich absetzbar sind. Wenn bei der Überweisung die Adresse mit angegeben wird, verschicken wir die Spendenbescheinigung automatisch spätestens am Anfang des Folgejahres.

Kontakt: foerderverein(at)thecaravan.org

Unsere Bankverbindung lautet:
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