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Kirchenasyl für Roma Familie in der Moringer Pfarrkirche

Moringen, 18.03.2010

Seit Dienstag, den 16. März 2010, befindet sich die Familie Asimi in der Moringer Pfarrkirche, der Ev.­luth. Trinitatis ­ Kirchengemeinde Leine Weper, im Kirchenasyl. Bei den fünf Menschen handelt es sich um Roma aus dem Kosovo, die am Mittwoch, 17. März 2010, nach Pristina (Kosovo) abgeschoben werden sollten. Der Landkreis Göttingen hatte die aus Bösinghausen stammende Familie für den von Düsseldorf startenden Abschiebeflug, der von Czech Airlines durchgeführt wurde, gemeldet. Die Flüchtlinge hatten über ihren juristischen Beistand einen Antrag auf Aussetzung der Abschiebung in den Kosovo gestellt. Die Gerichtsentscheidung am Dienstag dieser Woche ging negativ für sie aus.

Die Familie wurde im September 2006 mit brutaler Gewalt aus dem Kosovo vertrieben. Ihnen wurde angedroht, dass wenn sie ihr Haus und ihre Stadt nicht verließen, sie umgebracht würden. Der 34jährige Familienvater, der als Selbstständiger den Beruf des Seilmachers ausübte, wurde mehrfach Opfer von gewalttätigen Übergriffen, bei denen er sogar aus seinem eigenem Haus entführt und ihm sämtliche Zähne ausgeschlagen wurden. In mehreren ärztlichen Gutachten wurde unter anderem eine Schmerzstörung, eine schwere Depression und eine Angsterkrankung diagnostiziert. Die Ärzte stellten fest, dass er eine dringende psychiatrische und psycho­therapeutische Behandlung bedürfe und Reise unfähig sei.

Seit dreieinhalb Jahren lebt die Familie in Bösinghausen und hat in der Dorfgemeinschaft schon sehr viele Freunde gefunden, so beschreibt es eine Nachbarin. Die Mutter hat in der Umgebung mehrere Arbeitsangebote, denen sie aber nicht nachgehen darf, da sie keine Arbeitserlaubnis von der Ausländerbehörde bekommt. Der 16jährige Sohn hat eine Ausbildungsstelle zum Gastronomiefachmann angeboten bekommen, seine Schwester geht wie er auf die weiterführende Schule in Gieboldehausen. Die 13jährige nimmt regelmäßig an dem Projekt „Kindercafe Waake“ teil. Die jüngste Tochter ist im November 2008 zur Welt gekommen.

Durch das Kirchenasyl soll nicht nur auf die prekäre Lebenssituation der Familie aufmerksam gemacht werden. Durch die Abschiebung wären ihnen wichtige rechtliche Schritte versagt worden. Für sie gibt es keine menschenwürdige Zukunft im Kosovo und so sah die Familie keine andere Möglichkeit, der drohenden Abschiebung zu entgehen.

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