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Flüchtlingsdemonstration in Heiligenstadt - Das Isolationslager in Breitenworbis muss Weg!!

Flüchtlingsprotest in Heilbad Heiligenstadt

11.September 2012
Kundgebung um 14.00 Uhr am Bahnhof
Beginn der Demonstration um 15.00 Uhr

Das Isolationslager in Breitenworbis muss weg!!

Wir rufen jede progressive Person auf, auf uns zu hören und sich in
Solidarität mit unseren Forderungen unserem Kampf anzuschließen. Wir
rufen euch auf, am 11. September 2012 an unserer Protestkundgebung und
Demonstration zum Landratsamt und zum Stadtplatz teilzunehmen. Die
Kundgebung beginnt um 14.00 Uhr am Hauptbahnhof in Heilbad
Heiligenstadt.

Wir wollen, dass ihr alle mit uns zusammen die Missbräuche gegenüber
den Flüchtlingen im Isolationslager Breitenworbis verurteilt und seine
unverzügliche Schließung verlangt.
Wir sind in unserer Kampagne dazu entschlossen, jede drohende
Einschüchterung gegen uns und jede unmenschliche Behandlung der
Flüchtlinge durch die Behörden öffentlich zu machen – so lange es eben
dauern wird, bis das Isolationslager geschlossen ist, ohne mit den
Behörden irgendeinen Kompromiss einzugehen.

Protest der Flüchtlinge für die unverzügliche Schließung des
Isolationslagers in Breitenworbis, Mühlhauser Straße 35 am 29.08.2012
auf 3sat:
http://www.3sat.de/mediathek/?display=1&mode=play&obj=32348

Solidarität ist unsere Waffe!
Flüchtlingsinitiative Breitenworbis
http://thevoiceforum.org/

Bitte kommt pünktlich zum Zug! In Solidarität mit den Flüchtlingen reisen wir am 11. September 2012 nach Heilbad Heiligenstadt.

Jena West 12:38, Weimar 12:55, Erfurt Hbf 13:11, Neudietendorf 13:21,
Gotha 13:37, Bad Langensalza 13:49, Mühlhausen 14:02, Leinefelde 14:20,
Heilbad Heiligenstadt 14:30

Weitere Informationen und Berichte:
Videos: IsolationsLager Breitenworbis außen & innen
VIDEO I vimeo.com/41106208
VIDEO II. vimeo.com/41087890
links: http://thevoiceforum.org/search/node/Breitenworbis

Das IsolationsLager in Breitenworbis muss Weg!!

Gemeinsamen Kampagne für die Schließung des Lagers.
Bewohnerinnen und Bewohner des Lagers in Breitenworbis

KAMPAGNE FÜR DIE SCHLIEßUNG DES LAGERS IN BREITENWORBIS
Das praktische Wissen wurde bei zwei Besuchen des Lagers in
Breitenworbis erweitert. Flüchtlinge aus dem Lager nahmen am Break
Isolation Camp teil und berichteten über die Drohungen durch die
Lagerverwaltung (Sozialamt, Ausländerbehörde, Hausmeister und Polizei).
Daraufhin wurden spontan zwei Delegationsreisen organisiert und bei
gemeinsamen Treffen im Lager selbst, die Unterdrückungselemente mit
unserer physischen Präsenz konfrontiert.
Bei den Besuchen wurde klar formuliert, dass die Betreiber des Lagers ab
heute unter Beobachtung und Kontrolle der Flüchtlinge und der
Flüchtlingsaktivistinnen und –aktivisten stehen. Die Besuche markieren
den Beginn einer gemeinsamen Kampagne für die Schließung des Lagers.
Bewohnerinnen und Bewohner des Lagers in Asylbewerberheim, Mühlhäuser
Straße 35, Breitenworbis rufen zusammen mit THE VOICE Refugee Forum für
den 11.September 2012 zu einer Kundgebung vor der Ausländerbehörde in
Heilbad Heiligenstadt auf. >> http://thecaravan.org/node/3368

Statement of Flüchtlinsinitiative Breitenworbis:

Wir sind Flüchtlinge aus Afghanistan und leben in Breitenworbis. Wir
sind hier weil das Leben in Afghanistan sehr schwer ist und wir hatten
Angst um unser Leben. Wir sind hier weil Deutschland als ein Land wo die
Würde und Menschenrechte annonciert wurde.

Alle Länder auch Deutschland, die über Demokratie und Menschenrechte
reden, attackieren andere Länder und Nationen wegen Menschenrechte, aber
das was man von den Medien mitbekommt ist nur Scheindemokratie. Es ist
nicht ernst gemeint und nicht wirklich.

Im Moment sind sehr viele Menschen in Afghanistan um Demokratie und
Menschenrechte voran zubringen, aber wir haben gesehen und wir sehen
jeden Tag in Afghanistan werden Menschen umgebracht. BAMF sagt in
Afghanistan ist Sicherheit und sicheres Land und wir sollen zurück
gehen. Wir fragen uns wenn Sicherheit da ist, warum sind sie immer noch
in Afghanistan. Wir sind im Gefahr unser Leib und Leben wird bedroht,
deswegen sind wir hier, weil unser Leben nicht sicher ist. Tagtäglich
sterben dort auf verschiedene Art und Weise Menschen und hier spricht
man von Sicherheit in Afghanistan... Es gibt keine Sicherheit, wenn
Frieden in Afghanistan Herrchen würde, wir würden freiwillig ausreisen,
hier ist es nicht so einfach zu leben.Wir werden als Terrorist
bezeichnet, weil wir aus Afghanistan kommen. Dadurch wird erkennbar das
diese Ländern wegen ihrem eigen Interesse da sind.

Nun wir haben eine schlecht Situation, wir leben in Heimen, wenn du
das sieht nur Stress und schreckliche. Du kannst nicht glauben das es
solche Unterkünfte in Deutschland gibt. Es ist sehr schwierig dort zu
leben....

Unsere Lager ist eine Einöde und weit weg in einem kleinen Dorf ,
rundherum von dem Lager ist nichts außer ein Schweinestall, Tag und
Nacht stinkt es nach Schweinestall und in Sommer stinkt es so sehr, dass
man nicht Nachts das Fenster aufmachen kann.

Die Residenzpflicht erlaubte uns nicht unser Landkreis zu verlassen,
wenn wir ohne Erlaubnis unser Landkreis verlassen werden wir bestraft
und das bereitet uns alle große Probleme. Um den Landkreis verlassen zu
können, müssen wir von unserem Dorf 20 km fahren und Erlaubnis einholen.
Das ist einfach zu weit und verursacht unnötige Kosten. Wir müssen 2
Stunden hin fahren und 2 Stunden zurück fahren, wenn sie wollten, sie
könnten das ganze per Fax in 2 Minuten verschicken, aber sie machen das
nicht. Wir glauben unser Lager wurde bewusst mit von anderen Heimen
getrennt. Wir wollen keinen Landkreis – wir wollen uns frei bewegen,
weil wir Menschen wie alle anderen Menschen hier auch Menschen sind, wir
wollen Frieden haben.

Wir wollen keine Hilfe von dem Landratsamt, wir bitten die
Bevölkerung um Hilfe. Wir laden, die deutsche Bevölkerung für einen Tag
zu bleiben ein, wenn sie das geschafft haben hier zu leben dann werden
wir 10 Jahre hier blieben. Sogar die Leute, die hier zu Arbeit geschickt
werden, sie bleiben nicht einmal ein paar Stunden. Wir denken, dass es
vorher eine Militärkaserne gewesen ist, nicht ein Heim zum leben. Wir
dachten wenn wir hier ankommen, dass unsere Zukunft besser wird und
nicht das sie uns in solche Orte zuweisen, wo keiner mitbekommt was uns
passiert.

Hier leben heißt: Essen, Schlafen, auf Klo gehen und das war es. Wir
haben keine Hoffnung für unsere Zukunft. Am schlechtesten sind die
Leute, die hier Arbeiten, die lügen uns an. Ein Beispiel dafür: sie
sagen zu uns jeder Einsatz ob Krankenwagen oder Polizeieinsatz kostet
500 Euro und sie sagen wir müssten dafür selbst die Kosten übernehmen.
Die Situation ist sehr schlecht, du kannst nichts sehen du kannst nichts
sagen, du darfst nicht krank werden. Es ist einfach schwer da zu
bleiben. Wenn wir protestieren und sagen wir wollen so etwas nicht, wir
werden mit der Abschiebung nach Afghanistan bedroht, obwohl sie nur
einfach Mitarbeiter hier sind. Die Frage ist, ob die Mitarbeiter hier
das Recht haben uns so zu bedrohen.

Die gesundheitliche Situation ist auch sehr schlecht keiner fühlt sich dafür verantwortlich.
Es gibt nur einen Arzt, wenn wir zu ihm gehen, er ignoriert uns und
hörte nicht richtig zu, egal was wir für eine Krankheit haben und was
wir für schmerzen haben.
Er gibt uns die gleichen Tabletten, zum Beispiel, eine Alt Frau, seine
Mama sie ist krank und sie kann nicht laufen und kommt seit 4 Monate von
ihrem Zimmer nicht raus.

Jede paar Monate kommen Leute von Behörden zur Kontrolle und schauen
nach wie es bei uns aussieht. Der Heimleiter weiß beschied und ein Tag
vorher machen sie das Lager sauber.

Wir wollen, dass die Menschen gemeinsam gegen dieses Unrecht
vorgehen. Es gibt keine Respekt um die Menschenrechte. Wir möchten
zusammen kommen und gegen diese Situation kämpfen.
Wir sind hier zu dem Camp gekommen um für Gerechtigkeit zu kämpfen und
unsere Solidarität zu zeigen und wir möchten alle Menschen, die solche
Probleme haben oder auch nicht, aufrufen gemeinsam gegen diese
Ungerechtigkeit auf zu stehen. Wir sagen eine Hand hat keine Stimme aber
mit zwei schon, also gemeinsam gegen solche Repressalien. Wir
solidarisieren uns mit den Flüchtlingen aus Würzburg und rufen Alle da
zu auf sich gegen das Unrecht zu kämpfen und an dem Protestmarsch am
08.09.2012, der nach Berlin geht, teilzunehmen.

Flüchtling Initiative Breitenworbis
END

Bericht über einen Besuch im Lager in Breitenworbis

„Wenn du einen Hund hier anleinst, wird er die Leine durchreißen und abhauen.“

Eine Delegation des Break Isolation Camps besuchte an zwei Tagen hintereinander das Lager und sprach mit den Flüchtlingen.
Begleitet wurden wir am ersten Tag von einem Team des ZDF 3SAT, das die
Situation filmte und mit einer Gruppe von BewohnerInnen gesprochen hat.
Nach den Worten der Flüchtlinge, wurden sie wegen des Besuch des ZDFs
vom Heimleiter beauftragt, vorher alles gründlich zu putzen. An den
maroden Zuständen, die wir deutlich zu Gesicht bekamen, konnte dies
jedoch nichts ändern..

Zwischen kilometerweiten Feldern und einem Bauernhof gelegen,
befindet sich das Flüchtlingslager Breitenworbis, in dem 200 Menschen
leben. Die nächsten Häuser in der Nähe sind nicht etwa Häuser, in denen
Menschen wohnen die Kontakt suchen, sondern ein Hof mit Kühen und
Schweinen, deren Güllegeruch oft die ganze Atmosphäre prägt.
Viele Flüchtlinge erzählen immer wieder von diesem Geruch und den
Schweinen und machen uns deutlich, dass es nicht nur um das geht, was
wir sichtbar an Missständen und äußeren Umständen zu Augen bekommen,
sondern auch darum ,was damit transportiert wird. Wut macht die
Missachtung und Ausgrenzung, die in dieser offensichtlichen
Ungleichbehandlung, dem staatlichen Rassismus, liegt.

Die Menschen sind in 3 Etagen untergebracht, in denen jeweils 8
Toiletten sind, alles in katastrophalem veralteten Zustand sind. In
einem Stockwerk funktioniert beispielsweise nur eine von vier Toiletten,
außerdem gibt es keine getrennten Toilettenräume, da die einzelnen
Kabinen nach Familien aufgeteilt sind.

Die Duschen liegen im Keller, von 8 Duschen bei den Frauen haben bei
unserem Besuch nur drei überhaupt Duschschläuche. Die Frauen berichten:

„Fürs Duschen müssen wir oft anstehen, da nur 2 Duschen von den 8 im
Haus funktionieren. Außerdem sind die Duschen unten im Keller , wo
gerade die, die krank sind, schlecht hinkommen......Manchmal gibt es nur
zu bestimmten regulierten Zeiten warmes Wasser, das bedeutet, dass wir
fürs Duschen noch länger anstehen müssen. “

Bei den Männern funktionieren zum Zeitpunkt unseres Besuches mehr
Duschen, allerdings sind diese in einem Zustand den jeder von uns eher
als völlig veraltet bezeichnen würde. Das Wasser kommt bei den meisten
Duschen direkt aus einem Metallrohr als Strahl heraus, wie bei einem
Gartenschlauch ohne Brausenkopf, alles ist verrostet,
unbeschreiblich....

Im Keller ist eine große Küche, oben im 4. Stock eine weitere. In der
Küche funktionieren nur wenige der völlig veralteten Geräte. Dass
solche Geräte natürlich enorm viel Strom verbrauchen wird letztendlich
den Flüchtlingen wieder vom Regelsatz abgezogen. 31 € für Strom pro
alleinstehende Person, bei einem Leben, das sie sich mit mehreren
Personen in einem Raum teilen müssen und wohl wesentlich weniger
Elektrogeräte haben, als die meisten Deutschen, erscheint enorm hoch.
Die Flüchtlinge müssen dafür zahlen, dass ihnen völlig alte
stromfressende Geräte zur Verfügung gestellt werden und sie nicht selbst
über die Anschaffung von Geräten bestimmen können. Ansonsten sind die
Küchen völlig kahl, keine Räume in denen sich Menschen wirklich
aufhalten möchten sondern eher alte verkommene Hallen.Mehrere
Flüchtlinge berichten davon, dass in der Küche Mäuse rumlaufen, andere
erzählen, dass die Mäuse auch in die Schlafräume kommen. Desweiteren
gibt es Insektennester im Haus. Die Insekten sind an den Wänden, den
Decken und am Boden. Viele der Flüchtlinge haben Narben von den Bissen.

In Sorge um ihre Gesundheit haben einmal einige Flüchtlinge die
Behördenmitarbeiter gefragt, warum das Wasser, das aus den Duschen
kommt, so dreckig ist und dass dies kontrolliert werden muss. Daraufhin
erhielten sie nur die Antwort, dass sie in Afghanistan doch kaum Wasser
gehabt haben und warum sie sich beschweren würden. Als wir vor dem Heim
standen fand sehr demonstrativ eine Wasserentnahme statt. Was dies
bedeutet , wird den Flüchtlingen nicht mitgeteilt. Als Antwort erhielten
sie auf ihre Nachfragen und Proteste nur die Standardantwort: „Ihr
müsst zufrieden sein, ihr habt doch ein Dach über dem Kopf.“

Einige Flüchtlinge berichten, dass vor ca. 3 Monaten schon mal
Proteste stattfanden. Daraufhin wurde ihnen versprochen, dass im Heim
Dinge renoviert und geändert werden. Im Anschluss daran wurden mehrere
Leute in andere weit entfernte Heime verlegt. Renovierungen sind nicht
in irgendwie entscheidendem Maße umgesetzt worden.

Am schlimmsten von alle jedoch wird von allen die Isolation empfunden.
Aus dem nahe gelegenen Ort kommt keiner zu Ihnen, die Wege in den Ort
zum Einkaufen, zur Schule etc. sind v.a. für die alleinerziehenden
Mütter mit kleinen Kindern ein großes Problem.
Wer aber regelmäßig anwesend ist, auch während unseres Besuches und der
Geldausgabe, ist ein Polizeibeamter. Warum er da ist, sagt er nicht.
Während der Geldausgabe kommt eine ganze Versammlung von offiziellen
Vertretern,( Sozialamt, Ausländerbeauftragte, Heimleiter, Polizei....),
die sich zum Gespräch ins Büro des Heimleiters zurückziehen. Kontrolle
ist eben wichtiger als Kontakt. ….

Ein Flüchtling fasst die Situation mit folgenden Worten zusammen:
„Wenn das Haus aus Gold wäre, ist es trotzdem ein Gefängnis. Wir fühlen
uns hier wie Tiere, die hier eingesperrt sind, aber wir sind Menschen“
Bei der Geldausgabe werden Gutscheine und als Bargeld das Taschengeld
ausgeteilt. Viele Flüchtlinge machen uns gegenüber sehr deutlich ihren
Unmut und ihre Wut gegenüber der Ausgabe von Gutscheinen deutlich. Das
Bundesverfassungsgerichtsurteil hat hier zwar die Höhe der Leistungen
geändert, aber der staatliche Rassismus der in der Vergabe von
Gutscheinen
statt Geld liegt ist immer noch da. Wut ist auch darüber da, dass sie
mit den Gutscheinpraxis so nur in einem Geschäft in der Nähe einkaufen
können
und so wieder kontrolliert werden und z.B. keine freie Wahl haben, wenn sie dort schlecht behandelt werden.
Bei der Ausgabe der erhöhten Geldbeiträge wird den Flüchtlingen gleich
mitgeteilt, dass sie ja jetzt mer Geld kriegen und hiervon jetzt auch
die Rezeptgebühr, Praxisgebühr und die Wege zum Arzt selbst bezahlen
müssten.
Gerade für chronisch Kranke stellt dies eine enorme Belastung dar, bei
der den Flüchtlingen auch erklärt werden müsste, dass dies rechtlich in
ihrer Situation natürlich analog SGB II anders ist. Die Sprüche kommen
uns aber eher wie eine Unmutsäußerung von Mitarbeitern vor, die
jahrelang die geringen Zahlungen gerechtfertigt haben und weitere
Kontrollmethoden brauchen.

Kinderbetreuung:

Die Schulkinder gehen in Breitenworbis, 20 Minuten Fußweg über die
Felder zur Schule. Die Kindergartenkinder hatten früher die Möglichkeit
jeden Tag 2 Stunden in einem Kinderraum zu spielen. Inzwischen ist dies
aber reduziert worden. Eigentlich wünschen sich die Mütter aber , dass
die Kinder in den öffentlichen Kindergarten gehen, auch mit anderen
Kindern spielen und deutsch lernen können und nicht im Heim isoliert
sind.

Medizinische Versorgung:

Wenn jemand krank ist, gibt es in dem 20 Minuten Fußweg entfernten
Breitenworbis eine Hausärztin. Aus den Berichten wird deutlich, dass
hier zunächst oft Verständigungsprobleme bestehen und dass auch deshalb
oft nicht die notwendige Überweisung zum Facharzt erfolgt. Insgesamt
wundern wir uns aber schon, dass bei so unterschiedlichen
Beschwerdebeschreibungen wie wir sie gehört haben, immer wieder nur
Schmerzmittel oder Beruhigungsmittel verordnet werden. An vielen Stellen
werden sie aber auch nicht über ihre Rechte, z.B. an dieser Stelle, das
Recht auf freie Arztwahl und Weitervermittlung an Fachärzte,
informiert.

Recht auf freie Wohnortwahl:

Die Situation macht deutlich welche weitreichenden Auswirkungen die
isolierte Unterbringung und die fehlende Bewegungsfreiheit und fehlende
freie Wohnortwahl hat. Flüchtlinge, die Freunde und Freundinnen oder
Verwandte in anderen Städten haben, die ihnen v.a. bei gesundheitlichen
Problemen bei den Arztbesuchen helfen könnten, können diese
Unterstützung nicht in Anspruch nehmen, weil sie isoliert in einem Ort
leben müssen in dem niemand aus ihrem Sprachbereich übersetzen kann und
ihnen über die Isolation hinweghilft. Medizinische Fehlbehandlungen sind
vorprogrammiert.

Viele Flüchtlinge in Breitenworbis berichten uns dass sie
Umverteilungsanträge gestellt haben oder dies tun wollen, um an Orten zu
leben, wo sie weniger isoliert sind, wo sie am Leben teilhaben können
und Freunde leben, die sie unterstützen können. Diese werden jedoch in
der Regel alle abgelehnt.

Sichtbar wird die Verzweiflung und Wut über die Situation v.a. an
Kommentaren, die deutlich machen, dass sie sich fragen, ob sie nicht
besser wieder die Verfolgung und das Verstecktleben in der Heimat
wählen würden, als hier weiter zu leben. Andere sagen, dass sie es nur
wegen der Hoffnung auf ein besseres Leben für die Kinder tun, die
Hoffnung auf eine Veränderung also noch nicht aufgegeben haben, selbst
aber oft Selbstmordgedanken sind. Viele medizinischen Probleme , die
erst in der Zeit des Heimes entstanden sind, oder mit denen sie
hierherkamen und alleine gelassen wurden machen deutlich, wie stark sie
physisch und psychisch kaputt gemacht werden durch die entwürdigenden
Lebensbedingungen und die Isolation.

Wichtig an unserem Besuch ist aber genauso, wie viel Kraft das
Brechen der Isolation gibt, wie ermutigend ein Besuch anderer
Flüchtlinge und AktivistInnen sein kann, die ihre Solidarität deutlich
machen und berichten was mit Protesten erreicht werden kann und wie
ermutigend der Protest der Flüchtlinge dort ist.
Es gibt keine Alternative: „DAS LAGER MUSS WEG „ Und so verabschieden
wir uns mit lauten Protestrufen ( „das Lager muss weg“ ) voneinander
und sind begeistert von dem was hier entstanden ist.

Erklärung der vier protestierenden afghanischen Flüchtlinge in Eisenberg
http://thevoiceforum.org/node/2495

Erfolgreicher Protest: Afghanische Flüchtlinge verweigern Einzug in
Sammellager in Thüringen
http://thevoiceforum.org/node/2502

Pressemitteilung: Kundgebung und Demonstration von The VOICE Refugee Forum
in Heiligenstadt
http://thevoiceforum.org/node/2248 http://vimeo.com/41087890

Eine Delegation von »The voice« und der »Karawane« das Flüchtlingsheim im
thüringischen Breitenworbis
http://www.thevoiceforum.org/node/2255

DAS ZIEL - FLÜCHTLINGSLAGER BREITENWORBIS: Eine Delegation von The VOICE
AktivistInnen besuchte das Isolationslager am 04.06.11
http://thevoiceforum.org/node/2155

Videos: IsolationsLager Breitenworbis außen & innen

VIDEO I Asylbewerberheim Breitenworbis
vimeo.com/41106208
Info and Reports:
http://thevoiceforum.org/search/node/Breitenworbis

VIDEO II. IsolationsLager Breitenworbis
vimeo.com/41087890
Info and Reports:
http://thevoiceforum.org/search/node/Breitenworbis
Bericht über einen Besuch im Lager in Breitenworbis

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Die Karawane ist maßgeblich auf Spenden angewiesen. Unsere Organisation besteht überwiegend aus Flüchtlingen, die (wenn überhaupt) nur über sehr geringe finanzielle Mittel verfügen. Aus diesem Grunde haben wir 2008 den „Förderverein Karawane e. V.” gegründet. Unser Verein ist als gemeinnützig anerkannt und kann deswegen auf Wunsch Spendenquittungen ausstellen, so dass sie steuerlich absetzbar sind. Wenn bei der Überweisung die Adresse mit angegeben wird, verschicken wir die Spendenbescheinigung automatisch spätestens am Anfang des Folgejahres.

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