Samstag 04.03.06 12 Uhr
Eine kurzfristig, aus der Not heraus geplante Demo findet am Samstag in Giessen statt. Weiter unten könnt ihr den Brief der Freunde der Förderation iranischer Flüchtlinge lesen, in dem der Fall geschildert wird. Behzad Samadi wurde am Mittwoch bei dem Versuch einen Folgeansyltrag zu stellen auf der Ausländerbehörde festgenommen, sofort nach Frankfurt gefahren, um ihn von dort, trotz seiner politischen Tätigkeiten und der Gefahr von Gefängnis, Folter oder Mord, in den Iran abzuschieben. Daraufhin hat Behzad in seiner Verzweifelung mit einem Selbstmordversuch reagiert. Trotz dieser dramatischen Situation wurde er bereits am Donnerstag wieder dem Richter vorgeführt, ohne jegliche psychatrische Behandlung, um seine schnellstmögliche Abschiebung erneut vorzubereiten. Behzad hielt dieser Tortur nicht stand und brach körperlich zusammen. Nun sitzt er erneut im Gefängnis, diesmal in Butzbach. Behzad zog sich bei seinem Selbstmordversuch Verbrennungen und eine Rauchvergiftung zu.
Wir protestieren gegen diese unmenschliche Behandlung durch das Giessener Regierungspräsidium und unterstützen den Aufruf zu einer Demonstration am Hiroshima-Platz in Giessen.
Hambastegi
Internationale Föderation Iranischer Flüchtlinge Verband Deutschland e.V (IFIR)
01.03.06
Behzad und Davood Samadi dürfen nicht in den Iran abgeschoben werden
Behzad und Davood sind zwei Brüder (Asylsuchende in Gießen) aus dem Iran. Sie sind seit Jahren gegen die islamische Regierung politisch aktiv. Sie sind wegen ihrer politischen Aktivitäten innerhalb der iranischen Oppositionellen bekannte Gesichter im Iran.
Sie sind aktive Mitglieder der Arbeiterkommunistischen Partei Iran. Sie sind oft als Vertreter der AKPI in verschiedenen politischen Veranstaltungen in Gießen aufgetreten und dank ihrer Arbeit, ist die Partei in Gießen bei den Iranern aber auch bei Menschen anderer Herkunft bekannter geworden. Die Arbeiterkommunistische Partei ist im Iran verboten. Ihre Mitglieder und Anhänger werden festgenommen, gefoltert und hingerichtet.
Herr Jansen (Verantwortlicher Richter beim Verwaltungsgericht in Giessen) ist im Mai 2005 von uns (mir und Frau Mina Ahadi und Herren Bijan Shahabi) als Vertreter der Föderation iranischer Flüchtlinge in Deutschland, in einem persönlichen Gespräch über die politischen Tätigkeiten der zwei Brüder Samadis und über die Gefahren im Falle
einer Abschiebung informiert worden.
Ich habe am 23.06.2005 Frau Keil (verantwortliche Person beim Ordnungsamt in Gießen) in einem Schreiben aufmerksam gemacht, dass dem Herrn Behzad Samadi im Falle einer Abschiebung eventuell eine Todesstrafe droht. Davor hatten wir in mehreren Telefonaten den Herren Schneider (zuständige Person beim Polizeipräsidium in Gießen) ebenso über die Gefahren informiert.
Die Rechtsanwältin (Frau Kiechle) hatte beim Verwaltungsgericht ausreichend Materialien über die politischen Tätigkeiten der Herren Behzad und Davood Samadi zur Verfügung gestellt.
Herr Behzad wurde trotz aller Bemühungen heute 01.03.2006 von der Polizei ins Auto gesetzt und zum Flughafen Frankfurt gebracht, um ihn abzuschieben. Er stand so unter Schock, dass er einen Selbstmordversuch beging, indem er sich versuchte zu verbrennen. Aus diesem Grund liegt er jetzt im Krankenhaus in Frankfurt Höchst. Wir verurteilen den unmenschlichen Umgang mit den Flüchtlingen auf das schärfste.
Wir kämpfen für das Bleiberecht mit den Herren Samadis zusammen.
Woria Ahmadi
Vorsitzender der Internationale Föderation der Iranischen Flüchtlinge in Deutschland
Hiroshima-Platz in Giessen