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Londoner Brandexperte erklärt die Ergebnisse des neuen Brandversuchs der Staatsanwaltschaft in Schmiedeberg für unbrauchbar

Anhaltende Verschleppung und Verhinderung zielführender Ermittlungen eitens der Staatsanwaltschaft Dessau – Roßlau

Anlässlich des 12. Todestages von Oury Jalloh veröffentlicht die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh, e.V. die gutachterliche Stellungnahme des Brandsachverständigen Iain Peck

Pressemitteilung als pdf

Gutachten als pdf

Iain Peck (PROMETHEUS Forensic Services – London/UK) hatte bereits im vergangenen Jahr im Auftrag der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh ein Sachverständigengutachten erstellt, welches der Öffentlichkeit am 27. Oktober 2015 auf einer Pressekonferenz in Berlin präsentiert wurde. Darin hatte Peck wissenschaftlich begründet, dass Oury Jalloh aus Expertensicht von Dritter Hand angezündet wurde. Der Feuerzeugrest, der erst drei Tage später in den Asservaten „aufgetaucht“ war, weise ausschließlich tatortfremde Fasern und DNA-Spuren auf. Drei Gutachten belegen mittlerweile, dass dieses Feuerzeug nicht im Brandschutt der Zelle 5 gelegen haben kann.

Die Staatsanwaltschaft Dessau – Roßlau hat am 18. August 2016 im Beisein zahlreicher Medienvertreter*innen einen neuen Brandversuch in Dippoldiswalde/Schmiedeberg (Sachsen) durchführen lassen. Bis heute liegt keine gutachterliche Auswertung des Versuchs von Schmiedeberg am 18. August 2016 vor!

Den Anwältinnen der Familie werden die Dokumente zum Versuchsaufbau, den Vorversuchen und den Aufzeichnungen des Versuchsablaufes vorenthalten.

Der Londoner Experte Iain Peck, der bereits in seinem ersten Gutachten zum Fall Oury Jalloh die mangelhafte Ermittlungsarbeit der Polizei und Staatsanwaltschaft kritisiert hatte, erklärt hierzu in seiner aktuellen gutachterlichen Stellungnahme:

„Bei einem Vorfall, bei dem ein Mensch zu Tode kommt, sollten den Interessen der Familie des Verstorbenen seitens des Staates der höchste Respekt und Rücksichtnahme entgegengebracht werden. Im Wesentlichen sollte der Staat für die Familie arbeiten und deshalb offene und ehrliche Untersuchungen aller in diesem Fall bekannten Fakten und Hypothesen darüber, wie das Feuer zustande kam, aufführen und vollständig untersuchen, damit von der Familie und Freunden so gut wie möglich nachvollziehen kann, wie der Verstorbene ums Leben kam. Im Fall von Herrn Jalloh‘s Tod in der Polizeizelle, sind diese Untersuchungen unserer Meinung nach von Anfang an fehlerhaft gewesen.“ (Gutachterliche Stellungnahme Iain Peck, 2.12.2016, Pkt. 31)

Vielzahl von Variablen wurden so verändert, dass es besser brennt!

Der von Staatsanwalt Olaf Braun beauftragte Sachverständige Dr. Kurt Zollinger und der technische Leiter des Brandversuches Thorsten Prein hatten laut eigenen Aussagen die Aufgabe bekommen, mit diesem Versuch „nochmal ganz bei Null zu beginnen“ und dabei „lediglich den zeitlichen Ablauf (zu) rekonstruieren“. Bereits vor Ort wurde mehrheitlich Kritik an der Fragestellung, am Versuchsaufbau und am Vorgehen der staatsanwaltlich bestellten Sachverständigen laut.

Deshalb hat die Nebenklagevertretung im Namen der Familie von Oury Jalloh den Londoner Brandexperten Iain Peck mit der gutachterlichen Bewertung dieses Brandversuches in Schmiedeberg beauftragt. Dieser zweifelt jetzt in einer kritischen Stellungnahme zur Methodik des Dr. Kurt Zollinger die Sinnhaftigkeit der von der Staatsanwaltschaft veranlassten „Feuershow“ in Schmiedeberg an.

Peck erklärt, dass bei dem Versuch eine Hypothese zu testen, möglichst gleiche Bedingungen (hier: wie in der Dessauer Polizei-Zelle 5) hergestellt und die Anzahl der Variablen, die das Feuer beeinflussen können, auf ein Minimum reduziert werden müssen. Im Fall des Brandversuches am 18. August 2016 in Schmiedeberg war jedoch das Gegenteil der Fall:

„Angesichts der großen Anzahl der veränderten Variablen sind die Ergebnisse unserer Ansicht nach unbrauchbar.“ (Gutachterliche Stellungnahme Iain Peck, 2.12.2016, Pkt.31)

Der Londoner Brandexperte stellt weiter fest, dass alle abweichenden Variablen geeignet erscheinen, den Brandverlauf bzw. das Abbrandverhalten im Vergleich mit dem Original zu befördern:

„dass sie sich scheinbar günstig darauf auswirken, einen maximalen Brandschaden in der Testzelle zu erreichen.“ (Gutachterliche Stellungnahme Iain Peck, 2.12.2016, Pkt. 32)

Die Sachverständigen der Staatsanwaltschaft haben also ganz offensichtlich nicht bei Null gestartet – sondern mit einem nachhaltig kompromittierten Versuchsaufbau.

Trotz aller Manipulationen konnte das Dessauer Brandbild vom 7.1.2005 in Zelle 5 am 18.8.2016 in Schmiedeberg letztlich nicht annährend erreicht werden…

Initiative in Gedenken an Oury Jalloh

Die gutachterliche Stellungnahme von Ian Peck vom 2. Dezember 2016 kann hier gelesen und heruntergeladen werden:

Iain Peck, „Method critical statement of the fire test by Dr. Kurt Zollinger“, 2.12.2016.

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