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Hört auf, Eure rassistischen Gesetzesverschärfungen und Abschiebungen im Namen von Frauenrechten zu legitimieren!

Statement von Women in Exile vom 22.01.2016
Die Ereignisse der Silvesternacht in Köln sind für keine Frau*, besser gesagt für keinen Menschen akzeptabel, völlig egal welcher Hautfarbe, Religion oder Herkunft. Was in Köln passiert ist, sollte nicht so dargestellt werden als wäre es der einzige Fall in dieser sogenannten zivilisierten Gesellschaft.Gewalt gegen Frauen hat sehr unterschiedliche Formen und wird von Männern weltweit ausgeübt, auch deutsche Männer sind Täter. Und nur die wenigsten Sexuellen Übergriffe und die wenigsten Vergewaltigungen werden in dieser Gesellschaft geahndet, geschweige denn strafrechtlich verfolgt. Flüchtlinge abzuschieben, um „Frauen zu schützen“ ist genauso absurd und verlogen wie Angriffskriege im Namen der Frauenrechte zu führen. Was dies für die Bevölkerung bedeutet, sieht man in Afghanistan: noch mehr Tote und Zerstörung.

Wir versuchen seit langer Zeit das Thema sexuelle und physische Gewalt gegen Flüchtlingsfrauen im Lager in die Öffentlichkeit zu bringen. Seit über zehn Jahren setzen wir uns dafür ein, dass Flüchtlingsfrauen und -Kinder die Möglichkeit bekommen, in Wohnungen zu ziehen und dass alle Lager abgeschafft werden. Wir haben genug Gründe für unsere Forderung, zum Beispiel die fehlende Privatsphäre, sexuelle Gewalt oder Belästigung. Flüchtlingsfrauen erleben täglich sexuelle Belästigung und Rassismus, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Lager. Nicht nur Männer, die zufällig auch Geflüchtete sind, sind Täter, sondern auch deutsche Männer – sowohl im Lager als auch außerhalb. Bisher haben unsere Aktionen und Forderungen zum Thema Gewalt gegen Flüchtlingsfrauen nicht viel Aufmerksamkeit bekommen. Aber jetzt hören wir überall von den Ereignissen in Köln – ob in den Nachrichten oder in Diskussionen von Leuten in der Bahn. Flüchtlingsfrauen sind „Frauen“, die in dieser Gesellschaft leben. Ihre zwickmühlenartige Lage muss bei dieser Thematik berücksichtigt werden! Die Gewalt gegen Flüchtlingsfrauen darf nicht kontextlos benutzt werden, um Diskriminierung und Rassismus zu rechtfertigen. An diesem Punkt darf es keine Trennung zwischen Flüchtlingsfrauen und deutschen Frauen geben!

Wir haben nie behauptet, dass wir es hier mit einem kulturellen Problem oder einer bestimmten Gruppe von Menschen zu tun hätten. Es ist Fakt, dass sexuelle Gewalt gegen Frauen keine Nationalität oder gesellschaftliche Klasse ausschließt. Wir brauchen keine Lupe um zu erkennen: Was in Köln geschah wird funktionalisiert, ist Vorwand zur Kriminalisierung von Geflüchteten und zur Legitimierung von Abschiebungen. In der Debatte geht es nicht um die Frauen.

Die Ereignisse von Köln dürfen nicht isoliert betrachtet werden und als Legitimierung von Abschiebungen missbraucht werden. Wir können nicht von Willkommenskultur und Integration reden und gleichzeitig die Spaltung in „gute“ und „schlechte“ Flüchtlinge vorantreiben, oder in die „mit Bleibeperspektive“ und die, die gezwungen werden zu gehen.

Wir fordern eine sofortige Anerkennung aller geschlechtesspezifischer Verfolgungsgründe!
Hört endlich auf, mit Gewalt gegen Frauen, Abschiebungen zu legitimieren nur weil ein rassistischer Teil der Gesellschaft Druck und plumpen Populismus ausübt.

Wir brauchen Solidarität untereinander! Lasst uns one -way-tickets zum Mond kaufen für all die Männer, die Frauen verletzen. Dann werden wir ja sehen, wie viele hier übrig bleiben!
Wir fordern entschiedene politische Maßnahmen, Flüchtlingsfrauen müssen endlich vor sexueller Gewalt, sexueller Belästigung und physischer Gewalt geschützt werden. Wir fordern eine Politik, die dazu führt, dass Frauen sich sicher fühlen können – egal welchen legalen Status sie haben.
Die, die Frauen verletzen und belästigen, müssen für ihre kriminellen Taten anfechtbar sein. Und zwar ohne Diskriminierung wegen ihrer Herkunft, Nationalität, Religion oder Hautfarbe.
Aus genau diesen Gründen fordern wir seit mehr als 10 Jahren und bis heute:

Keine Lager für Frauen!
Alle Lager abschaffen!!

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Der Kampf von Flüchtlingen braucht Geld!

Die Karawane ist maßgeblich auf Spenden angewiesen. Unsere Organisation besteht überwiegend aus Flüchtlingen, die (wenn überhaupt) nur über sehr geringe finanzielle Mittel verfügen. Aus diesem Grunde haben wir 2008 den „Förderverein Karawane e. V.” gegründet. Unser Verein ist als gemeinnützig anerkannt und kann deswegen auf Wunsch Spendenquittungen ausstellen, so dass sie steuerlich absetzbar sind. Wenn bei der Überweisung die Adresse mit angegeben wird, verschicken wir die Spendenbescheinigung automatisch spätestens am Anfang des Folgejahres.

Kontakt: foerderverein(at)thecaravan.org

Unsere Bankverbindung lautet:
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