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Endlich: Prozess im Fall Oury Jalloh

By azadi, 12 January, 2007

Oury Jalloh: Prozessbeobachtung vom 27. März bis 30. März 2007 in Dessau

Zwei Jahre nach Oury Jallohs Tod sind die damals anwesenden Polizeibeamten noch immer im Dienst, das Dessauer Landgericht wollte den Fall zunächst abschließen. Erst nach massivem öffentlichen Druck ließ es am 2.1.'07 die Hauptverhandlung gegen den 46-jährigen Dienstgruppenleiter zu.

Brief an das Landgericht Dessau:

Berlin, den 11. Januar 2007

Landgericht Dessau
z. Hd. Richter Manfred Steinhoff
Willy-Lohmann-Str. 29
06844 Dessau
Fax: (03 40) 2 02 14 30

Sehr geehrter Herr Steinhoff,

hiermit möchten wir Ihrer Entscheidung, einen Prozess einzuleiten und den Weg für eine Aufklärung im Todesfall Oury Jallohs aufzumachen, begrüssen und unsere Erleichterung darüber zum Ausdruck bringen.

Als Teil der bundesweiten Vertretung der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh in Deutschland, möchten wir hiermit für die gesamte Zeit der Verhandlung, die vom 27. März bis 30. März 2007 stattfinden wird, 50 Sitzplätze im Gerichtssaal anmelden. Falls diese anberaumte Zeitspanne für die Verhandlung nicht ausreichend sein sollte, möchten wir auch für alle folgenden Verhandlungstage diese Anzahl an Sitzplätzen anmelden.

Die Beanspruchung von 50 Sitzplätzen ist von daher gerechtfertigt, da sich die Initiative in Gedenken Oury Jallohs aus diversen bundesweit agierenden Organisationen aus verschiedenen Städten wie zum Beispiel African Black Community, Afrika-Rat, Antirassistische Initiative Berlin (ARI), Flüchtlingsinitiative Brandenburg (FIB), Fels -- Für eine Linke Strömung, Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (ISD), Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen, Plataforma der Flüchtlinge und MigrantInnen, The Voice Refugee Forum zusammensetzt. Ausserdem haben wir für unsere Prozessbeobachtung Familienangehörige Jallohs, sowie VertreterInnen von internationalen Menschenrechtsorganisationen, Vereinigungen von Opfern von Polizeigewalt und SchriftstellerInnen eingeladen, die in unseren Reihen sitzen werden.

Im Namen der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh bedanken wir uns herzlich für Ihr Entgegenkommen.
In der Hoffnung auf eine gewissenhafte Aufklärung der Todesumstände Oury Jallohs verbleiben wir

mit freundlichen Grüssen,

Initiative in Gedenken an Oury Jalloh

*****

Vor zwei Jahren verbrannte Oury Jalloh, Flüchtling aus Sierra Leone, an Händen und Füßen gefesselt in der Polizeiwache in Dessau. Zum Gedenken an Oury Jalloh gingen am 2. Todestag mehrere hundert Menschen auf die Straße. In Dessau versammelten sich nach einer Demonstration rund 200 Menschen vor der Polizeiwache. Mit Sprechchören "Oury Jalloh - das war Mord" unterstrichen sie ihre Forderungen nach Aufklärung seiner Todesumstände und nach einer für alle nachvollziehbaren Gerichtsverhandlung. "Bis der Fall lückenlos geklärt ist, bleibt das Mord", sagte einer der Demonstranten und erhielt von vielen Teilnehmern Beifall. In Berlin demonstrierten zeitgleich 500 Menschen vom Hackeschen Markt durch Mitte.

Fotos der Demonstrationen unter:
http://www.umbruch-bildarchiv.de/
http://www.attac.de/halle/oury/images/ourydemo_jan2007/
http://www.agentur-ahron.de/

Videos der Demos und der Konferenz

Local group
Berlin
Campaign
Police brutality

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