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Mahnwache für Engin Celik

*Pressemitteilung (Giessen, 8.Februar 2006)*

*Kurdischer Künstler in der JVA Giessen im Hungerstreik aus Protest
gegen seine drohende Abschiebung*
*Mahnwache gegen seine Inhaftierung und für seine Asylanerkennung *

In der JVA Giessen wird seit dem 7. Januar der junge Kurde Engin
Celik, ein Flüchtling aus der Türkei, in Abschiebehaft gehalten. Der
Künstler, der sich in der Türkei und in Deutschland für Demokratie
und Menschenrechte einsetzt, wurde in der Türkei mehrfach verhaftet
und in Haft gefoltert. Da sein Asylantrag nicht anerkannt wurde,
droht ihm nun die Abschiebung. Aus Protest dagegen begann er am 15.
Januar einen Hungerstreik, den er bis heute fortsetzt.
Ein derart langer Aufenthalt eines Abschiebehäftlings in Giessen ist
ungewöhnlich. Zwar wurde Herr Celik am 17. Januar nach Offenbach in
die Abschiebehaft verlegt, nach einigen Tagen aber wieder nach
Giessen zurück geschickt. Seine UnterstützerInnen vermuten, dass so
verhindert werden sollte, dass sich andere Abschiebehäftlinge mit
dem hungernden Mann solidarisieren.
Außerhalb des Gefängnisses gibt es bundesweit bereits breite
Unterstützung für Engin Celik. Neben zahlreichen KünstlerInnen,
SchriftstellerInnen und Theater- und Musikgruppen aus verschiedenen
Ländern haben sich zahlreiche Vereine und Bundestagsabgeordnete der
Partei DIE LINKE den Forderungen nach der Freilassung und nach Asyl
für den kurdischen Künstler angeschlossen. Verschiedene
Flüchtlingsräte und Pro Asyl beobachten das Vorgehen der Behörden
und unterstützen die Kampagne. Nach Kundgebungen in Kiel, wo die
zuständige Ausländerbehörde ist und in Nürnberg, wo das ?Bundesamt
für Migration und Flüchtlinge? über seinen Asylfolgeantrag
entscheidet, wird es am Samstag um 12.00 Uhr in Giessen eine
Mahnwache am Kirchplatz geben.
Verwandte, die Engin Celik am Sonntag in der JVA Giessen besuchten,
berichten dass der junge Mann, der nun schon seit über drei Wochen
im Hungerstreik ist, zwar gesundheitlich angeschlagen ist, aber fest
entschlossen den Protest gegen seine drohende Abschiebung fortzusetzen.

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