Solidarität mit dem kurdischen Künstler Engin Celik
Kundgebung mit kulturellem Programm für die Freilassung und die Asylanerkennung für Engin Celik
Dienstag, 13.02.2007 von 15°° bis 18°° Uhr
Hamburger Hauptbahnhof / Glockengießerwall
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Die Theatergruppe „Bühne der Träume“, die Musikgruppe „Daglara Ezgi“, der Rapkünstler Holger Burner und weitere Kulturschaffende werden mit ihrem öffentlichen Auftritt am Dienstag die sofortige Freilassung des kurdischen Künstlers fordern.
Seit 28 Tagen befindet sich Herr Celik im Hungerstreik gegen die Verweigerung seines Asylrechts. Mittlerweile ist er in einem gesundheitlich kritischen Zustand und muß dringend aus der Haft entlassen werden.
Das Bundesamt in Nürnberg hat seinen Fall und seinen Asylfolgeantrag der zuständigen Aussenstelle in Lübeck weggenommen, hat sich aber selber bisher nicht zum Sachverhalt geäußert.
Klar ist, daß auch bei den entscheidenden Stellen wahrgenommen wurde, daß ein großes Risiko im Falle der Abschiebung für Herrn Celik besteht. Andererseits will man an der ursprünglichen negativen Entscheidung in einem sehr oberflächlichen Verfahren festhalten. Deshalb wird Engin Celik in mittlerweile gesundheitlich sehr kritischer Situation weiter gefangen gehalten.
Wir werfen in der Öffentlichkeit die Frage auf, warum wird Herrn Celik das Recht auf Asyl nicht anerkannt? In der Türkei werden Personen, die das nationalistische Türkentum, den staatlichen Chauvinismus und seine Menschenrechtsverbrechen kritisieren, verfolgt, inhaftiert oder gar ermordet. Selbst das Auswärtige Amt erkennt eine massive Rückentwicklung bezüglich der Menschenrechte in der Türkei. Auf dem Papier wurden Veränderungen angekündigt und Gesetze erlassen, in der Praxis jedoch bleiben die Täter und die staatlich und parastaatlichen Strukturen weitgehend davon unberührt. Auf ihrer Internetseite gibt das Auswärtige Amt sogar eine Reisewarnung für die Türkei aus: „ Es wird dringend davon abgeraten, in der Öffentlichkeit politische Äußerungen gegen den türkischen Staat zu machen ..“.
Wir kritisieren die Weigerung der zuständigen deutschen Behörden, die Erkenntnisse auf die Lage der Regimekritiker des türkischen Staates anzuwenden. Herr Celiks Profession als linkspolitischer Musiker und Schauspieler und seine kurdische Identität werden ihn erneut zur Zielscheibe des Staates und des staatlich geförderten mörderischen „Türkentums“ werden lassen.
Während das Bundesamt sich seit Wochen in Schweigen hüllt hat die Solidaritätskampagne für die Asylanerkennung Herrn Celiks ein internationale Öffentlichkeit erreicht. Auf deutsch-, englisch-, türkisch- und französischsprachigen Internetseiten wird auf seine Lage aufmerksam gemacht und seine Freilassung gefordert. Mehr als 1.500 Protestbriefe wurden an die Behörden geschickt. Bei einer Mahnwache gegen die drohende Abschiebung in Gießen am vergangenen Samstag, ließ sich eine Menschenrechtsaktivistin aus Protest öffentlich den Kopf scheren: „..Mit meiner Aktion möchte ich die Entrechtung und Entmenschlichung von Engin Celik und anderen Flüchtlingen symbolisch darstellen. Angesichts der unmenschlichen Zustände überall auf der Welt und ihre Fortführung in der BRD fehlen mir die Worte. Es geht darum, meine Wut und Trauer über seine Inhaftierung in Deutschland und die gefährliche Situation in der Türkei und anderen Ländern zum Ausdruck zu bringen. Es geht hier nicht um bürokratische Fälle, die am Schreibtisch entschieden werden können, sondern um Menschenleben!...“
Wir sind besorgt über eine Nachricht, die Herr Celik per Brief aus dem Gefängnis mitteilte. Er schreibt, daß Personen des Innenministeriums bei ihm gewesen wären und nach Auskünften gefragt hätten. Er konnte nicht verstehen, was sie von ihm wollten und um was es ging. Sie sagten er soll ja oder nein sagen, und er verneinte. Er macht sich Sorgen, was diese Personen von ihm wollten.
Wir rufen alle Menschen auf, die Solidarität mit Engin Celiks Kampf für sein Menschenrecht zu verstärken.
Es muß endlich Recht geschehen.
Weitere Informationen unter: https://www.thecaravan.org
Hamburg, 10.02.2007
für die Karawane-Hamburg
Ralf Lourenco
0174-150 84 57
Hamburger Hauptbahnhof / Glockengießerwall