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Wir verurteilen das Massaker von Şengal: Solidarität mit der kurdischen Gemeinschaft

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Im Namen der bundesweiten Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen geben wir der kurdischen Gemeinschaft unsere tiefe Solidarität und den Familien der Opfer unser Mitgefühl. Wir verurteilen die terroristischen menschenverachtenden Bombenattentate in Şengal in Südkurdistan auf das Schärfste. Die blutrünstigen Anschläge auf die kurdische Gemeinschaft der Jeziden reihen sich ein in eine Politik der ethnischen Säuberung und Vernichtung, die von den reaktionären Regimen in der Region seit langer Zeit verfolgt wird und der unzählige Menschen zum Opfer gefallen sind. Diese Politik wird von den westlichen Regierungen unterstützt und die Informationen darüber in ihren Medien tot geschwiegen.

Unsere Solidarität ist mit der kurdischen Gemeinschaft, die in vier Länder gezwungen und von allen Seiten, sowie auch in der Diaspora, Angriffen ausgesetzt ist. Jüngste Beispiele für die Vernichtungspolitik sind die türkisch-iranischen Militäroperationen und Luftangriffe gegen die kurdische Bevölkerung, sowie die Todesurteile gegen zwei iranische Kurden. Die beiden Journalisten wurden wegen der Thematisierung der kurdischen Frage als „Gottesfeinde“ verurteilt. Wir rufen alle auf die Initiativen für die Aufhebung der Urteile zu unterstützen.

Unsere Solidarität ist mit der kurdischen Gemeinschaft. Dies auch und gerade hier in Deutschland, wo der Staat offen seine Kollaboration mit der türkischen Reaktion in der Unterdrückung der demokratischen kurdischen Bewegung zeigt. Mit antidemokratischen und rassistischen Sondergesetzen werden unzählige Angriffe auf die kurdische Gemeinschaft ausgeführt. Die Organisationsverbote, sowie die Auslieferung und die Abschiebung von Kurdinnen und Kurden in die Hände ihrer Verfolger sind neben der militärischen und rüstungstechnischen Unterstützung die größte Hilfe des deutschen Staates für die Vernichtungspolitik gegen die kurdische Gemeinschaft.

Die westliche Unterstützung faschistischer und diktatorischer Regime ist kein Phänomen im Mittleren Osten. In der Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen befinden sich zahlreiche Aktivistinnen und Aktivisten, die in ihren Heimatländern die gleichen Erfahrungen gemacht haben. Wir drücken dies in dem Slogan „Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört“ aus und rufen zu Internationaler Solidarität gegen Abschiebung auf.

Heute stehen wir an der Seite der angegriffenen kurdischen Gemeinschaft und rufen alle Flüchtlinge und MigrantInnen und alle, die ihr koloniales Erbe und das herrschende neokoloniale System tatsächlich überwinden wollen, zu Solidarität und zum kollektiven Kampf zur Verteidigung unserer Rechte auf.

  • Wir rufen alle auf, die Kurdinnen und Kurden bei ihren Aktionen hier in Deutschland zu unterstützen und ihnen den notwendigen Rückhalt zu geben.
  • Wir verlangen von den deutschen Behörden die Einstellung der Verfolgung und Kriminalisierung der Kurdinnen und Kurden.
  • Wir fordern alle auf, die Informationen über die Angriffe im Nahen Osten gegen die Kurdinnen und Kurden zu veröffentlichen und die Unterstützung für die diktatorischen Regime in der Türkei, dem Iran, in Syrien und Irak zu beenden.
  • Wir fordern alle auf, den Spaltungsversuchen der Herrschenden entlang ethnischer oder religiöser Zugehörigkeit mit der Kraft der Einheit zu antworten.

Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen

19.August 2007

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Die Aufteilung und Grenzziehung im Nahen Osten im 20. Jahrhundert und die Einsetzung reaktionärer Regime und die Aufrüstung und Ausbildung der Militärs und der Unterdrückungsapparate sind mit die Ursachen für viele Probleme in der Region. Die Aufteilung der kurdischen Gemeinschaft auf vier Länder hat in der Geschichte dazu beigetragen, dass sie nicht in Einheit für ihre Selbstbestimmung eintreten konnten. Die Politik im gesamten Nahen Osten war im 20. Jahrhundert davon geprägt, die ethnischen Differenzen zu verstärken, um die Schlagkraft der unterdrückten und entrechteten zu manifestieren. Diese Politik, dass früher mittels der diktatorischen Regime der Region ausgeführt wurde, ist seit dem Einmarsch der Besatzer im Irak augenscheinlich verstärkt worden. Und der Hass der tagtäglich gesät wird entlang ethnischer und religiöser Grenzen hat die Schaffung einer rückgewandten Gesellschaft zum Ziel, dass die Augen abwendet von ihren wirklichen Feinden.

Hintergründe zum Massaker von Şengal:

Bilder von der Demonstration am 20.08.07 in Bremen

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