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10-jähriges Jubiläum der KARAWANE

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Kein Deutschland! Keine Residenzpflicht!
Ankündigung der Aussetzung der Residenzpflicht!

10-jähriges Jubiläum der Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen

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Spendenaufruf des Karawane-Netzwerks

Die Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen feiert vom 02. bis zum 05. Oktober 2008 in Weimar/Jena, Thüringen, ihr zehnjähriges Jubiläum. Unter dem Motto "Zehn Jahre lang Widerstand und internationale Soldarität" laden wir alle Interessierten ein, nach Jena zu kommen, um die aktuellen Proteste des Flüchtlingsforums THE VOICE gegen die staatliche Unterdrückung von migrantischen Kämpfen in Thüringen zu unterstützen, um Solidarität zu zeigen und um Erfahrungen auszutauschen und Pläne für die Zukunft zu machen.

Die Entwicklung der Karawane
Die Geschichte der Karawane begann im Sommer 1998 mit einer sechswöchigen Protesttour durch 44 Städte unter dem Slogan: “Wir haben keine Wahl, aber eine Stimme!" Ermutigt durch die Solidarität von GenossInnen und KollegInnen von mehreren Kontinenten griffen wir direkt vor der Bundestagswahl 1998 den rassistischen Konsens in Deutschland an. Unter diesem Slogan zeigten wir die schlimmen Lebensbedingungen für Flüchtlinge in Deutschland auf, indem wir unsere unmenschliche Behandlung hier und die Situationen, die uns zur Flucht aus unseren verschiedenen Heimatländern gebracht hatten, offen schilderten und sie verurteilten. Diese Tour bedeutete auch den ersten koordinierten bundesweiten Kampf gegen das staatlich organisierte institutionelle und gesellschaftliche System der rassistischen Ausgrenzung, der Verfolgung und der Abschiebung in eine Anzahl von Ländern in verschiedenen Weltgegenden. Als wir den Kampf fortsetzten, legten wir die Grausamkeit und den Schrecken offen, den die Asylpolitik der EU unter deutscher Vorherrschaft bedeutet, aber wir zeigten auch unsere Entschlossenheit zum Widerstand und zur Solidarität gegen die täglichen Angriffe auf unsere Menschenwürde und auch auf unsere Kinder und unsere Familien.

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Seit unserer Gründung vor zehn Jahren führen wir eine dauernde Kampagne, um unsere Rechte als Menschen zu verteidigen. In zahllosen Aktionen und verschiedenen Kampagnen kämpfen wir gegen die Fortsetzung kolonialer Strukturen und gegen rassistische Einstellungen, gegen Abschiebungen und die rassistischen Spezialgesetze wie die "Residenzpflicht", gegen Isolationslager, Polizeibrutalität und Deutschlands Zusammenarbeit mit den Regimen, aus denen wir geflohen sind. Wir haben nie aufgehört, die Verstärkung der Mauer um Europa zu kritisieren, die jährlich Tausende Leben kostet. Wir haben nie die Menschen vergessen, die wir in unseren Heimatländern zurückgelassen haben, das Elend, in dem sie leben müssen, und die Wurzeln dieses Elends.

Im Lauf dieser zehn Jahre haben wir mehrere FreundInnen und GenossInnen verloren. Manche unserer Schwestern wurden vor ihrer Abschiebung im Polizeigewahrsam vergewaltigt (wobei auch noch zahllose Fotos von diesen widerlichen Handlungen gemacht wurden), andere wurden bei ihrer Abschiebung erstickt, und manche wurden von der Polizei erschossen oder verbrannten unter mysteriösen Umständen im Polizeigewahrsam.

Andere FreundInnen konnten ihr Recht verteidigen, hier zu bleiben. Mit viel Unterstützung konnten sie gegen die Behörden kämpfen und gewinnen. Aber in vielen Fällen wurde das nur durch lang anhaltende Entschlossenheit und harte Kämpfe möglich. Im Lauf dieser Kämpfe konnten wir viele neue FreundInnen und UnterstützerInnen finden und mehr Flüchtlinge zum Engagement ermutigen. Aber gleichzeitig erlebten wir auch oft Repression als Reaktion auf unsere Kämpfe. Strafen, Sanktionen und Abschiebungen sind wohlbekannte Maßnahmen der Behörden gegen Flüchtlinge, die sich der Situation widersetzen, in der sie leben müssen. Unsere Entschlossenheit, uns zu verteidigen und ungebeugt für die Prinzipien unseres Kampfes einzustehen, stellt zusammen mit der ehrlichen Solidarität, die uns entgegenkommt, sicher, dass wir alle staatliche Repression des Staates überdauern und überwinden und unseren Kampf für Gerechtigkeit und Respekt für unsere menschliche Würde fortsetzen.

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Wogegen wir kämpfen

Seit dem Erlass des "Asylbewerberleistungsgesetzes" 1982 bestreitet und umgeht der deutsche Staat absichtlich und systematisch die Vorschriften der Allgemeinen Menschenrechtserklärung, die er selbst unterzeichnet und ratifiziert hat. Mit strengeren Einschränkungen des Asylrechtes und der Verschärfung der so genannten Anti-Terror-Gesetze schaffte der deutsche Staat das Asylrecht praktisch ab, als er noch mehr unter kapitalistische Vorherrschaft geriet. Gerade die Gründe, aus denen noch vor ein paar Jahren Asyl gewährt wurde, sind heute die, aus denen schon gewährtes Asyl widerrufen wird.

Gleichzeitig hat der Staat die legale Basis für seine weltweiten militärischen Aktivitäten geschaffen. Als Deutschland 1999 Jugoslawien bombardierte und damit wieder einen Angriffskrieg führte, war das Projekt "Festung Europa" schon weit fortgeschritten. Der deutsche Staat spielte und spielt eine führende Rolle in der europaweiten Zunahme der Verstöße gegen Menschenrechte, die gegen Flüchtlinge begangen werden. Und er ist die Hauptantriebskraft bei der Stärkung der Grenzen Europas durch intensive Militarisierung - nachdem er vor 15 Jahren das Asylrecht faktisch abgeschafft hat und im Widerspruch zur Genfer Konvention, die von den Einzelstaaten angenommen wurde.

Deutschland spielt die Hauptrolle in Europa beim Export des Systems von Abschiebegefängnissen, Isolationslagern und Militarisierung - nicht nur in andere westeuropäische Länder, sondern auch in die nordafrikanischen und osteuropäischen Nachbarländer. Der deutsche Staat drillt die Polizei in diesen Ländern, in vielen anderen afrikanischen Staaten und in Ländern in Asien darauf, die Menschen zu kontrollieren und Graswurzelbewegungen, die nach Selbstbestimmung streben, zu beseitigen. Die deutsche Bürokratie organisiert europaweit Abschiebungen und fordert die neuen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union auf, die äußeren Grenzen Europas zu sichern. Der Zweck dieser Grenzen ist nur, den Reichtum sicherzustellen und zu verteidigen, den der Westen den Menschen der Welt im Lauf der letzten 500 Jahre gestohlen hat.

Da wir aus Ländern kommen, die massenweise Zerstörung und Ausbeutung als Folgen des westlichen Imperialismus und der perversen Zusammenarbeit zwischen brutalen Diktatoren und Westmächten erlebt haben, haben viele von uns persönlich entsetzliche Erfahrungen gemacht. Als wir in Deutschland ankamen, erkannten wir, dass wir nicht nur nicht in Sicherheit waren, wir erkannten, dass wir vor dem gleichen System standen, das wir schon kannten: einem blutsaugenden Monster, das unsere Länder angriff, um unseren natürlichen Reichtum und unsere Ressourcen auszusaugen und uns zu versklaven. Die Karawane drückte ihre Überzeugungen und ihre Ansichten über diese Situationen in ihren zwei wichtigsten Slogans aus: "Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört" und "Asylrecht ist Menschenrecht und kein Privileg". Und diese Slogans halten wir für die augenfällige Wahrheit.

Und 10 Jahre später ...
gehen Widerstand und Solidarität weiter ...

Von Anfang an waren Selbstorganisation und Solidarität mit Flüchtlingskämpfen der Kern des Karawane-Netzwerks. Ohne die leitende Rolle aktiver Flüchtlinge würde die Karawane, wie wir sie kennen, nicht existieren. Im Lauf der letzten zehn Jahre haben wir eine unbestreitbare Tatsache gelernt: Die Solidarität ist eine unserer stärksten Waffen. Als Ergebnis daraus werden wir weiterhin ehrliche Solidarität willkommen heißen und stärken, wenn sie von Bevormundung und Hintergedanken frei ist.

Deswegen mobilisieren wir für unser zehnjähriges Jubiläum nach Thüringen um FlüchtlingsaktivistInnen und FreundInnen in verschiedenen Lagern zu unterstützen und unsere Solidarität zu zeigen. Unsere Aktivitäten beginnen mit einer Veranstaltung in Weimar, wo sich das Zentrum von Thüringens Abschiebebehörden befindet. Neben Aktivitäten zur Unterstützung von Flüchtlingen dort werden wir die Erfahrungen des Karawane-Netzwerks mit Flüchtlingen, MigrantInnen und allen anderen Interessierten teilen. Wir wollen die Selbstorganisation stärken und ein größeres Unterstützungs- und Solidaritätsnetzwerk aufbauen, um dem unmenschlichen System der Isolation und der Abschiebung entgegenzutreten. Wir wollen unsere politische Position und unsere Perspektiven ausdrücken und über unseren Weg für die nächsten Jahren diskutieren. Das Programm wird im Anschluss beschrieben.

Direkt vor den Aktivitäten im Oktober findet am 14. September 2008 ein Treffen mit dem Namen "Wir schließen das Isolationslager Katzhütte" statt, das Flüchtlinge zusammen mit dem Flüchtlingsforum THE VOICE organisieren. Ziel der Flüchtlinge ist es, eine stärkere Einheit herzustellen und Lösungen in unserem Kampf um die Abschaffung der Isolationslager zu finden.

PROGRAMM

2. Oktober 2008
11:00 Uhr Pressekonferenz am Jugend- und Kulturzentrum mon ami, Goetheplatz 11, Weimar
14:00 Uhr Weimar, Goetheplatz
Kundgebung in Solidarität mit den Flüchtlingsprotesten in Thüringen. Demo und Kundgebung gegen die thüringische Anti-Flüchtlings-Politik durch die Regionale Landesverwaltung in Weimar
19:00 Uhr Eröffnungsveranstaltung, Ausstellung, Film, Musik. Ort: Kasseturm, Goetheplatz, Weimar

3. Oktober 2008
10:00 Uhr Treffpunkt in Gerberstrasse1 Weimar:
Solidaritätsbesuch zu den Flüchtlingsisolationslager in Katzhütte und Gehlberg und zu den FlüchtlingsaktivistInnen in Apolda in Thüringen

19:30 Uhr Spielfilm aus Nollywood, Nigeria, „Asylum –Memorial Psychatric Hospital“ Filmtrailer unter: http://www.youtube.com/watch?v=bTYVJ3Y3HPc&feature=related
Ort: Kasseturm, Goetheplatz, Weimar

4. Oktober 2008
Friedrich-Schiller-Universität, Carl-Zeiss-Str. 3, Jena

link zu Stadtkarte
10:00 Uhr Brunch und Austausch
12:00 Uhr Seminare zu Selbstorganisation, Kampagnenarbeit, die Rolle Deutschlands im europäischen Krieg gegen Flüchtlinge, über die Parole „Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört!“ und anschließendem gemeinsames Plenum
20:00 Uhr - Jena, Mensa, Philosophenweg
Jubiläumsveranstaltung mit kulturellen Beiträgen und Konzert, Jericho Walls - Reggae aus Dortmund
Internetseite der Jericho Walls

Mehr Infos bald an dieser Stelle und auf http://thevoiceforum.org

Für Fragen kontaktiert die lokale Karawanegruppen vor Ort und das Büro von The VOICE Refugee Forum in Jena:

The VOICE Refugee Forum Jena
Schillergäßchen 5, 07745 Jena
Telefon: 017624568988
E-Mail: thevoiceforum {ät} emdash.org

Für die tägliche Arbeit, für die Mobilisierung und für die Vorbereitung des Jubiläums brauchen wir eure finanzielle Unterstützung.
Spenden an:
The Voice e.V. Göttingen
Konto: 14 00 61
Blz: 260 500 01
Sparkasse Göttingen
Stichwort „10Jahre“

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Der Kampf von Flüchtlingen braucht Geld!

Die Karawane ist maßgeblich auf Spenden angewiesen. Unsere Organisation besteht überwiegend aus Flüchtlingen, die (wenn überhaupt) nur über sehr geringe finanzielle Mittel verfügen. Aus diesem Grunde haben wir 2008 den „Förderverein Karawane e. V.” gegründet. Unser Verein ist als gemeinnützig anerkannt und kann deswegen auf Wunsch Spendenquittungen ausstellen, so dass sie steuerlich absetzbar sind. Wenn bei der Überweisung die Adresse mit angegeben wird, verschicken wir die Spendenbescheinigung automatisch spätestens am Anfang des Folgejahres.

Kontakt: foerderverein(at)thecaravan.org

Unsere Bankverbindung lautet:
Förderverein Karawane e.V.
Kontonummer
: 40 30 780 800
GLS Gemeinschaftsbank eG
BLZ: 430 609 67

IBAN: DE28430609674030780800
BIC: GENODEM1GLS

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