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Vogtlandkreis gegen Claudia Omoroghomwan: Anhörung über Vormundschaft

Gerichtliche Anhörung im Vogtlandkreis über die Vormundschaft bei der nigerianischen Familie: Vogtlandkreis gegen Claudia Omoroghomwan
Faxkampagne zur Unterstützung von Claudia Omoroghomwan

Ort: Amtsgericht Plauen, Europaratstr. 13, 08523 Plauen
Datum: Dienstag, 21. Oktober 2008, Zeit: 11.00 Uhr

Nach dem ersten Protest von The VOICE Refugee Forum und der Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen gegen die Fesselung und Gewaltanwendung gegenüber den Kindern durch die Polizei im Mai 2008 hat sich die rassistische Verfolgung gegen Claudia Omoroghomwan und ihre Kinder verschärft.

Der Protest wächst und wir werden ihn aufrechterhalten. Wir appellieren an das Gewissen aller friedensliebenden Menschen in der Welt, gegen die unmenschliche Behandlung von Flüchtlingen im Vogtlandkreis und gegen die rassistischen Ausländerbehörden dort aufzustehen.

Nach dem bundesweiten Protest gegen den Polizeiübergriff gegen die Kinder fanden verschiedene Formen von Kollaboration und undurchschaubarer Manöver zwischen Rechtsprechung, Ausländerbehörden, Jugendamt und Kinderheim statt, um die Familie zu kriminalisieren und weiter zu isolieren. Bei dem Polizeiübergriff wurde Gewalt gegen die Kinder angewandt und sie wurden mit Handschellen vom AWO-Kinderheim zurück in das Flüchtlingsisolationslager Posseck abgeschoben.

Die Entscheidung des Gerichts, die legale Adoption der drei Kinder durch die nigerianische Mutter zurückzuweisen, war weder ihr noch ihrer Anwältin in irgendeiner Form durch das Gericht mitgeteilt worden.

Aufgrund des öffentlichen Drucks auf den Vogtlandkreises als Resultat der Protestkampagne, begannen die Behörden ihre Propagandamaschinerie zu entwickeln und Claudia, die nigerianische Mutter, als Prostituierte und Kinderhändlerin zu diffamieren und die rassistische Gehirnwäsche zu intensivieren, um die Kinder einzuschüchtern und psychisch zu foltern, damit sie ihre nigerianische Mutter und Tante hassen.

Claudia sagt, dass sie diese Anschuldigungen nicht beunruhigen. Sie hat genug davon gehört, keine davon kann sich als wahr erweisen.

„Sie konnten uns nur über 2 Jahre lang in dem Flüchtlingisolationsslager in Posseck halten, bis ich zu Beginn dieses Jahres The VOICE Refugee Forum kennen lernte.“ (Claudia Omoroghomwan)

Wir sind darüber informiert worden, dass seit August dieses Jahres der gesamten Familie eine positive Asylentscheidung gewährleistet wurde, die Familie ist also von den Behörden offiziell anerkannt, aber dennoch wurden alle Anstrengungen Claudias in Reichenbach ein Haus für sich und ihre Kinder zu bekommen, jedes Mal erfolgreich abgewehrt.

„Was soll ich im Vogtlandkreis? Soll ich gegen die Hauseigentümer protestieren? … ich kann im Vogtlandkreis kein Glück für meine Kinder finden und ich möchte mit meinen Kindern nicht dort bleiben.“ (Claudia Omoroghomwan)

Wir sind über die täglichen Verfolgungen und Misshandlungen von Flüchtlingen, eingeschlossen diejenigen, die gegenüber Claudia Omoroghomwan und die Kinder im deutschen Isolationslager in Posseck (Vogtlandkreis/ Sachsen) in den letzten vier Jahren passiert sind, gut informiert.
Anstatt dass der Vogtlandkreis eine Untersuchung der Traumatisierung der Kinder nach dem Polizeiübergriff durchführte, zog man es vor, die Kinder von der Mutter und der Öffentlichkeit zu isolieren, um der Familie einen noch größeren Schaden zuzuführen.

Wir ergreifen hiermit auch die Gelegenheit, unser Vertrauen in die beständige Unterstützung der Karawane-AktivistInnen zum Ausdruck zu bringen, die Solidarität zu bestärken, die Claudias entschlossenen und selbstbestimmten Kampf aufrechterhielt, den Kampf, ihre Kinder behalten zu können und die Misshandlung von Flüchtlingen im Isolationslager in Posseck zu denunzieren.

Claudia und ihre Familie gehören zu den wenigen Flüchtlingen, die den Mut haben, die Stimme zu erheben gegen ihre unmenschliche Behandlung, gegen den Rassismus, gegen die Diskriminierung und die Misshandlung der Flüchtlinge in den Isolierungslagern im Vogtlandkreis zu protestieren, wofür sie kriminalisiert und verfolgt wird.

Die Familie Omoroghowan hat unsere ganze Unterstützung und unsere Solidarität.

Stoppt die Kriminalisierung und Verfolgung!

Stoppt die Einschüchterung und die Gehirnwäsche gegenüber den Kindern!

Mutter und Kinder müssen zusammenleben können - für das Glück und den Frieden der Familie!

Wir verlangen eine Entschuldigung und Kompensation für die Familie!

Unsere besten Wünsche in Solidarität und für Frieden
mit der Familie von Claudia Omoroghomwan.

Hamburg, 19.10.2008
PressesprecherInnen:

Jette Christiansen, Karawane - Hamburg: Tel.: 0176-96 69 17 80
M'bolo Yufanyi, The VOICE Forum - Berlin: Tel.: 0170-8788124

Osaren Igbinoba
Co-ordination Network
The VOICE Refugee Forum
E-mail: thevouiceforum@emdash.org
http://www.thevoiceforum.org

Weitere Informationen zu der Kampagne:

Posseck Flüchtlingslager: Ein Bericht des The VOICE Refugee Forum – Treffens in Jena

Pressemitteilung: Brutaler Polizeieinsatz gegen nigerianische Flüchtlingskinder in Treuen (Sachsen)

Behördenrassismus contra Kindeswohl - Solidaritätskundgebung in Reichenbach

Faxkampagne zur Unterstützung von Claudia Omoroghomwan

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