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Gera - Solidarität mit Aboubacar Wan gegen die drohende Abschiebung

Thursday, March 5, 2009 - 09:00 to 12:00
description:

Aufruf Aboubacar Wans und Hintergrundinfos in deutsch

The VOICE Call - Fax Campaign and support:
Diabetes can be deadly - protest against the
attempted deportation from Aboubacar Wan

Der seit zehn Jahren in Deutschland lebende Kriegsflüchtling aus Sierra Leone soll trotz schwerer Diabetes und massiver gesundheitlicher Instabilität in das kriegszerstörte Land Sierra Leone abgeschoben werden.

Der Fall des 27-Jährigen Sierra Leoners Aboubacar Wan beweist wieder einmal die Skrupellosigkeit, mit der die deutschen Behörden meinen, Menschen aus der Bundesrepublik abschieben können. Es wird nicht nur auf diskriminierende und rassistische Weise versucht, die Abschiebung zu legitimieren, sondern auch mit ganz klaren Falschaussagen argumentiert. Um das geltende Recht, das eine Abschiebung verbietet, zu unterwandern, stellen die deutschen Behörden eine Versorgung mit Insulin für zwei Jahre in Aussicht.

Am Donnerstag, den 5. März, ab 10:00 Uhr wird vor dem Verwaltungsgericht Gera, Hainstr. 21, 07545 Gera, Sitzungssaal 102, über die Klage von Aboubacar Wan
(Az: 4K20057/07Ge und Az: 4E2417/08Ge9 entschieden.

Acoubacar Wan wird dabei unterstützt von dem Netzwerk Die Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen, der Flüchtlingsselbstorganisation The VOICE (Refugee) Forum und Die Plataforma der MigrantInnen und Flüchtlinge.

Bitte schließen/schließt Sie sich/euch der Unterstützung an und kommt zahlreich zu Aboubacar Wans Verfahren nach Gera oder schickt Faxe (Musterfax) an das Verwaltungsgericht Gera um gegen die drohende Abschiebung einzutreten.

Tel.: 0365/83390, Fax. 0365/8339100 .

Und

Herr Bernhard Kaul
Ausländerbehörde in Eisenach, 99817 Eisenach
Tel.: 03691 670350, Fax: 03691 670932
E-Mail: auslaenderbehoerde@eisenach.de
Postfach 1462, 99804, Markt 2, Eisenach

Sie können auch Herrn Aboubacar Wan in Eisenach telefonisch erreichen (Tel: 017626207566).

Hintergrund

Aboubacar Wan lebt seit dem Jahr 2000 als Geduldeter. Sein hier gestellter Antrag auf Gewährung von Asyl wurde am 03.05.2001 durch ein Urteil des Verwaltungsgerichts Gera abgelehnt. Am 06.07.2006 stellte Herr Wan bei der Bundesaußenstelle Jena einen Wiederaufnahmeantrag auf die Anerkennung von Abschiebeverboten nach § 60 Abs. 2-7, welcher am 23.08.2007 ebenfalls abgelehnt wurde.

Bevor er 1998 im Alter von 16 Jahren nach Deutschland flüchtete, hatte Aboubacar beide Eltern verloren. Seine Mutter und sein Vater waren im Bürgerkrieg in Sierra Leone kaltblütig ermordet worden. Seine einzige Schwester konnte weder mit Hilfe vom Roten Kreuz aus Deutschland noch
durch das Rote Kreuz aus Sierra Leone wieder gefunden werden. Von 2005 bis 2008 wurde er durch Anhörungen in Halberstadt, Bonn und Karlsruhe mehrmals erfolglos bedroht, von der Botschaft Sierra Leones Reisedokumente zu
beschaffen.

Seit November 2005 leidet Aboubacar Wan an einer Diabetes mellitus Typ IIb. Es handelt sich dabei um eine Erkrankung, die viermal täglich eine Insulininjektion und regelmäßige ärztliche Kontrollen erfordert. In einer ärztlichen Bescheinigung vom 19.07.2006 wurde von einem diplomierten
Mediziner bestätigt, dass ein Abbruch der Therapie für Herrn Wan lebensbedrohlich sein könnte. Am 16.12.2008 hat Herr Wan einen Abschiebebescheid der Stadtverwaltung Eisenach erhalten, aus dem hervorgeht, dass er innerhalb eines Monats nach der Zuteilung des Bescheides mit einer Abschiebung zu rechnen hätte.

Wie der Freistaat Thüringen in diesem Fall versucht, die Abschiebung zu rechtfertigen, obwohl dadurch eine Lebensbedrohung für Herrn Wan besteht, ist haarsträubend. Das Hauptargument des zuständigen Sozialamtes der Stadt Eisenach ist die angebliche Zusicherung einer durch die
Kostenübernahme temporären Fortführung der Behandlung in Sierra Leone und zwar für einen Zeitraum von zwei Jahren. Dabei wird völlig außer Acht gelassen wird ist, dass Herr Wan keinerlei Verwandte mehr in Sierra Leone besitzt und zudem nicht sichergestellt werden kann, dass er nach Ablauf
der zwei Jahre in der Lage sein wird, die kostspielige Behandlung selbstständig weiterfinanzieren zu können.

Aufgrund eines Eilantrags wurde zwar vom Thüringer
Landesverwaltungsgericht der Termin, ab dem Herr Wan mit einer Abschiebung rechnen muss, auf Anfang April verschoben. Dennoch wird weiter darauf bestanden, dass eine Abschiebung legitim sei. Es wird vorrangig behauptet, Herr Wan sei von Anfang an falsch behandelt worden und dass seine gesundheitliche Situation durch sein eigenes Zutun sich ohne weiteres soweit verbessern könnte, dass die jetzt erforderliche Behandlung nach maximal zwei Jahren nicht mehr erforderlich sein würde.

Am 08.02.2009 wurde diese Behauptung ganz klar durch eine ärztliche Bescheinigung widerlegt, in der es heißt, die Behauptung des Sachbearbeiters Reinhardt sei "im höchsten Grade anmaßend" und in der nochmals betont wird, dass eine Abschiebung lebensbedrohliche Folgen für Herrn Wan hätte. Noch "anmaßender" und zynisch in dieser Stellungnahme ist die rassistische Behauptung, Herr Wans gesundheitliche Situation würde sich durch "die übliche Ernährung im Herkunftsland" verbessern, da diese weniger kalorienreich sei als im Freistaat Thüringen! Eine völlig absurde Aussage, der jegliche Basis fehlt und die lediglich die rassistischen
Denkmuster des Sachbearbeiters widerspiegelt.

Es wird unterstellt, Herr Wan sei im Endeffekt selbst an seiner derzeitigen gesundheitlichen Lage Schuld, da eine Verbesserung an der "in der alleinigen Verantwortung des Antragstellers liegenden Disziplin“ hinge und dass eine Verbesserung der Gesundheit Herr Wans auch dadurch behindert
würde, dass "der Antragsteller also an seinem Grundproblem nicht erfolgreich gearbeitet habe". Abgesehen von der Tatsache, dass die Aussagen des Antragsgegners hier in keiner Weise ärztlich bestätigt sind, ist die Behauptung, Herr Wan könne angeblich in Eigeninitiative zu einer Verbesserung seiner gesundheitlichen Situation beitragen, unverantwortlich. Den medizinischen Mutmaßungen eines Laien fehlt nicht nur die fachwissenschaftliche Basis, sie können für den Kranken gefährliche Folgen haben.

Fakt ist, dass von Ärzten bestätigt wurde, eine Abschiebung könnte zum Tod Herrn Wans führen. An dieser Stelle muss jegliche Diskussion über eine bevorstehende Abschiebung beendet werden.

Herr Wan lebt nun seit mehr als acht Jahren in Deutschland, dennoch befindet es dieser Staat nicht für angebracht ihm, allein schon auf Grund der Dauer seines Aufenthalts hier ein uneingeschränktes Bleiberecht zuzugestehen. Stattdessen versucht ein "Mensch" nun sogar ihn trotz der fatalen gesundheitlichen Folgen ihn unbedingt abzuschieben.

Yufanyi Mbolo - The VOICE Refugee Forum Berlin

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www.thevoiceforum.org

Bankverbindung:
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Sparkasse Göttingen.

Location:
Verwaltungsgericht Gera, Hainstr. 21, 07545 Gera, Sitzungssaal 102
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