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Offener Brief an die zuständige Kommission zur Wohnsituation der Flüchtlinge im Landkreis Wittenberg.

Offener Brief an die zuständige Kommission zur Wohnsituation der Flüchtlinge im Landkreis Wittenberg.

Lager Möhlau im winter

Es ist allgemein bekannt, dass das Bundesamt für Flüchtlinge und Migranten uns Flüchtlingen den Landkreis Wittenberg als Aufenthaltsort zugewiesen hat. Wir wurden indirekt gezwungen, in extrem isolierten Verhältnissen zu leben, wobei wir, auf dem Land isoliert wurden mitten im bundeseigenen Forstgebiet anstatt uns in den Städten anzusiedeln oder innerhalb der Ortschaft. Der Ort heißt Möhlau. Er liegt auf der Grenze zwischen dem Landkreis Bitterfeld und dem Landkreis Wittenberg.
Möhlau selbst ist eines der kleinsten Dörfer im Landkreis Wittenberg und ist relativ weit entfernt von Wittenberg und Gräfenhainichen, wo die Ausländerbehörde versucht eine Außenstelle einzurichten.

Es gibt in Möhlau keinen Bahnhof. Den gibt es nur in einem anderen Dorf, etwa 8 bis 9 Kilometer entfernt.

Um in einem Dorf wie Möhlau zu leben und mobil zu sein, ist es auch für deutsche Bürger nötig, einen Führerschein und ein Auto zu haben. Aber wir Flüchtlinge, die wir direkt oder indirekt gezwungen wurden, in demselben Dorf zu leben, nur weiter außerhalb, haben keinen eigenen Zugang zu Mobilität, ausgenommen weniger. Den anderen wird es fast unmöglich gemacht, einen Führerschein zu machen.

Das Flüchtlingslager, in dem wir leben, ist von Bäumen umgeben und im Winter von Schnee. Wir sind nicht in der Lage, in der Gesellschaft zu interagieren, obwohl wir Flüchtlinge mit unserer veränderten Sicht das gern tun würden, genauso wie unsere Kinder gern mit anderen Kindern spielen möchten. Das trägt dazu bei, unser psychisches Leben und unsere Perspektive zu gefährden.

Das Gelände des derzeitigen Lagers diente der sowjetischen Armee für militärische Zwecke und war strategisch günstig gelegen. Diese Lage ist allerdings nicht für zivilgesellschaftliche Zwecke geeignet, besonders nicht für Flüchtlinge.

Nichtsdestoweniger wird es als Flüchtlingslager benutzt, in dem Flüchtlinge aus verschiedenen Teilen der Welt mit unterschiedlichem kulturellen und Bildungshintergrund leben sollen, nicht einmal für zeitlich begrenzte Zwecke, sondern um Jahr für Jahr dort zu bleiben.

Wir im Lager Möhlau lebenden Flüchtlinge sind höchst isoliert, was unsere Situation verschlimmert und erschwert. Dies wird besonders deutlich, wenn wir Flüchtlinge unsere Termine wahrnehmen wollen, entweder mit der zuständigen Behörde oder Arzttermine. Aufgrund des Mangels an Zugang zu Mobilität und frei verfügbaren Finanzen ( durch das Gutscheinsystem ) , müssen wir viel Aufwand für die Einhaltung dieser Termin betreiben.

Dass kein angemessenes Einkaufszentrum in der Nähe ist, wo wir Flüchtlinge einfach hingehen und einkaufen könnten, was wir brauchen, trägt zu den Problemen bei, denen wir uns in Möhlau gegenübersehen.

Die Mehrheit der Flüchtlinge wird diskriminiert, indem man ihnen jahrelang Gutscheine anstelle von Bargeld gibt, ohne einen konkreten Grund.

Da stellt sich die Frage, wie können wir Flüchtlinge unter dieser Art diskriminierender Taktiken überleben ? Sie ignorieren, dass die Flüchtlinge unschuldig sind und trotzdem in Isolation leben. Wie sollen die Flüchtlinge mit dem Verkehrssystem zurechtkommen und in einem weit entfernten Einkaufszentrum kaufen, was sie wollen, Termine bei den weit entfernten Behörden wahrnehmen, weit entfernte Ärzte besuchen ?

Dass Flüchtlinge isoliert ohne Arbeitserlaubnis im Kreis Wittenberg leben, die alle nötigen Erfordernisse für die Integration erfüllen, die sich unabhängig um ihr Leben kümmern könnten und beitragen könnten, im Landkreis Nützliches zu tun, darüber sollte nachgedacht werden.

Die Flüchtlinge haben nicht die Möglichkeit in ihrem Herkunftsland zu existieren oder gar zu leben, aufgrund der von Krieg verursachten Schäden, aufgrund der von politischer Verfolgung verursachten Schäden, aufgrund von zerrütteten Familienverhältnissen, sozialer Desintegration, fehlendem staatlichen Schutz und fehlender staatlicher Anerkennung – verursacht durch Staatenlosigkeit. Einige der Flüchtlinge haben keine familiären Bindungen in ihrem Heimatland. In jedem Fall kann die Unterdrückung von Flüchtlingen Probleme nicht lösen, sondern trägt vielmehr dazu bei, ihre Gesundheit und Perspektive zu gefährden.

Deshalb sollten die wirklichen Flüchtlinge, die gezwungen sind, im isolierten Lager in Möhlau zu leben, berücksichtigt werden. Eine Abschaffung der Praktiken im Landkreis Wittenberg würde eine hohe Wertschätzung erfahren. Die Isolation verursacht große Schäden im Leben unschuldiger Flüchtlinge, denen eine Perspektive und Schutz gewährt werden sollten. Gleichzeitig sind die psychischen Folgen der Maßnahmen, die gegenüber den unschuldigen Flüchtlingen eingesetzt werden, irreversibel in Bezug auf ihre Gesundheit.

Wir im Landkreis Wittenberg lebenden Flüchtlinge haben die Behandlungen, die wir von der zuständigen Behörde in Wittenberg erfahren haben, mit den Behandlungen anderer Flüchtlinge in anderen Landkreisen verglichen. Das Ergebnis war recht offensichtlich, dass wir stark unterdrückt und ignoriert werden: bezüglich der Arbeitserlaubnis, der Aufenthaltserlaubnis, der Interpretation der Gesetze, des Gutscheinsystems, des Unterbringungssystems. Angesichts dessen, dass Wittenberg eine bedeutende historisch christliche Stadt ist, waren Flüchtlinge überrascht gewesen, in solch einer Weise behandelt zu werden.

Wir Flüchtlinge haben lange geduldig auf einen Wechsel im Landkreis Wittenberg gewartet, denn auch die weltweiten Entwicklungen haben sich im letzten Jahrzehnt verändert. Wir sind einfach Flüchtlinge, und das heißt nicht, dass wir getötet oder diskriminiert, allein gelassen, ohne Perspektive isoliert, gedemütigt, ausgeschlossen werden sollten von der Gesellschaft, in der wir in Frieden und Glück leben wollen.

Wir Flüchtlinge raten der zuständigen Behörde von Wittenberg, dass sie die wirtschaftliche Entwicklung und die geopolitische Situation des Landkreises und seines Staates im Vergleich mit anderen Staaten in Erwägung ziehen sollte, bevor sie Flüchtlinge isoliert.

Wir Flüchtlinge brauchen schließlich unsere Freiheit, gerade Flüchtlinge, die stark in die Gesellschaft integriert waren. Anstatt uns zu zwingen, in Isolation zu leben, könnten wir weit besser und preiswerter in Privatwohnungen leben. Nur das würde den Respekt unserer Menschenwürde und Freiheit wirklich repräsentieren. Außerdem würde es dazu beitragen, die Gesundheit der Flüchtlinge zu wahren und ihren psychischen Zustand zu verbessern. Man würde das Leben unschuldiger Flüchtlinge retten.

Wir Flüchtlinge fordern nur eine preiswerte Privatunterkunft, die von zwei Flüchtlingen geteilt wird ( WG ) oder nur von einem bewohnt werden könnte, je nachdem, ob es ein Zimmer ist oder eine Wohnung. Wir Flüchtlinge brauchen keine luxuriösen Privatunterkünfte, die sehr teuer sind.

Wir Flüchtlinge verurteilen die Benutzung unserer Anwesenheit als Objekt der Geldmacherei durch die Besitzer der isolierten Lager, die nicht die Schäden an unserem Leben und unserer Gesundheit berücksichtigen, welche dadurch verursacht werden können. Diese Menschen denken nicht daran, unseren Lebensstandard zu verbessern. Sie achten unsere Menschenwürde nicht und nehmen keine Rücksicht auf unsere Perspektive und unser Überleben. Sie bedenken nicht, dass wir Schutz brauchen.

Lager Möhlau in Oktober

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Der Kampf von Flüchtlingen braucht Geld!

Die Karawane ist maßgeblich auf Spenden angewiesen. Unsere Organisation besteht überwiegend aus Flüchtlingen, die (wenn überhaupt) nur über sehr geringe finanzielle Mittel verfügen. Aus diesem Grunde haben wir 2008 den „Förderverein Karawane e. V.” gegründet. Unser Verein ist als gemeinnützig anerkannt und kann deswegen auf Wunsch Spendenquittungen ausstellen, so dass sie steuerlich absetzbar sind. Wenn bei der Überweisung die Adresse mit angegeben wird, verschicken wir die Spendenbescheinigung automatisch spätestens am Anfang des Folgejahres.

Kontakt: foerderverein(at)thecaravan.org

Unsere Bankverbindung lautet:
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