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Unterstützung für John Adana gegen Abschiebung nach Sierra Leone

Im Namen der Karawane an die Härtefallkommission

John Adana

Thüringer Innenministerium
Härtefallkommission
Steigerstraße 24
99096 Erfurt

wir sprechen uns in aller Deutlichkeit und Dringlichkeit für ein gesichertes und dauerhaftes Aufenthaltsrecht für Herrn John Adana aus - gemäß der Internationalen Flüchtlingskonventionen, des Asylrechts und nach Gebot des universellen Geltungsanspruchs der Menschenrechte und der Unantastbarkeit der menschlichen Würde.

Herr Adana ist wie viele seiner Landsleute Opfer eines grausamen Abschnitts der jüngeren Geschichte, des zehnjährigen Diamantenkriegs in Sierra Leone, der ohne die Geschäftsinteressen der europäischen und US-amerikanischen Rohstoffhändler, Minengesellschaften, Banker und Broker sowie des militärischen Komplexes nicht stattgefunden hätte.

Die Bestialität des Krieges, der systematische Missbrauch von Kindern als Soldaten, die Methode der Amputation von Gliedmaßen gelangte durch die Stimmen der Flüchtlinge langsam in die europäische Öffentlichkeit. Der Begriff der „Blut-Diamanten“ wurde zum Synonym der Edelsteine aus der Region in Westafrika. Konsumenten dieses Luxusguts wollten bald lieber Steine, von denen gesagt wird, dass kein Blut an ihnen klebt. Dafür wollte man auch etwas mehr bezahlen. So wurde das lukrative Geschäft durch die Klassifizierung in zwei Sorten, „mit und ohne Blut“, fortgeführt. Als das Chaos, das Ausmaß der Zerstörung, die völlige Unkontrollierbarkeit der Lage und der wachsende Druck in der Öffentlichkeit gegen den Handel mit „Blutdiamanten“ die Geschäftslage und die Gewinnchancen schmälerte, begann über den Einsatz von UN-Truppen und Truppen der ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien eine Befriedung der Lage unter der Wahrung der europäischen Geschäftsinteressen. Mit einem Sondertribunal „Sierra Leone“ wurden einige führende regionale Kriegsverbrecher verurteilt. Die Drahtzieher und Profiteure des Diamantenkriegs blieben unangetastet.

Die Gier nach dem glitzernden Stein, der seit der Kolonialzeit Europa die höchsten Gewinne bringt, hat von 1991 bis 2002 50.000 bis 200.000 Menschen in Sierra Leone und Liberia das Leben gekostet. Heute, sechs Jahre später, leidet der größte Teil der Bevölkerung unter den Folgen des Kriegs. Ausländische Konzerne und nationale Zwischenhändler kontrollieren weiterhin die Einnahmen aus den Ressourcen des Landes. Der Wiederaufbau öffentlicher Einrichtungen insbesondere in der Gesundheitsversorgung und der Bildung verläuft mehr als schleppend. Die allgemeine und die medizinische Versorgungslage für die Mehrheit der Bevölkerung ist mangelhaft.

Viele junge kriegstraumatisierte Flüchtlinge aus Sierra Leone flohen ins Ausland. Doch während der "Diamantenkrieg" Hollywood erreichte und weltweit traurige Berühmtheit erlangte, waren die Flüchtlinge mit Asylverweigerung und Abschiebung konfrontiert. Ihr Trauma nahm keine Ende. Viele, die auf ihrer Odyssee für ein wenig Ruhe und Sicherheit in Deutschland ankamen, sind heute nicht mehr hier. Sie wurden abgeschoben oder flohen weiter. Diejenigen, die ihren Flüchtlingsstatus erkämpfen konnten, sind jetzt mit Asylwiderrufsverfahren konfrontiert. Menschen werden aus ihren Lebensräumen herausgerissen und an Orte, die sie vor langer Zeit im Schrecken verlassen haben, nach sechs Stunden Flugweg abgeladen. Menschen werden gegen ihren freien Willen ohne Kontakte, ohne Geld, ohne Haus und oft ohne Familie aber mit einem weiteren Trauma des Scheiterns, der Abschiebung und der Erniedrigung in eine Region extremer Armut mit hoher Korruptions- und Gewaltrate verschoben. Dies entspricht der Realität der deutschen Flüchtlingspolitik nicht nur bezüglich Sierra Leone und widerspricht fundamental dem Flüchtlingsschutz und den Menschenrechtskonventionen.

Das Trauma unserer Jugend, das Trauma des Kriegs in unserem Land zu verarbeiten, wäre möglich, wenn wir unseren Leuten, den Waisen, den Kindern, den Verstümmelten, den Müttern und der Jugend etwas geben können, dafür, dass wir im Exil sind.
Durch den Abschiebedruck und das Leben in Flüchtlingslagern unter den ganzen menschlich schwer zu ertragenden Bedingungen sind viele unserer Jugendlichen zerbrochen. Sie hatten schon das Trauma des Kriegs - die ständige Unsicherheit, die restriktiven Beschränkungen der Bewegung und der Bildung, die stattfindenden Abschiebungen, das hat ihnen den Rest gegeben. Wir haben immer dafür gekämpft, dass die Flüchtlinge aus dem Bürgerkrieg hier Schutz und vor allem Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten bekommen. Dann können sie unserem Land helfen. Aber damit läuft man hier vor Wände. Wir wurden frustriert damit. Der Kampf gegen die Abschiebungen überlagert alles. Die Behördenpraxis schafft menschliche Tragödien entgegen der Möglichkeit einer wirklichen Unterstützung für unser Land. Es sind eben hier wie dort die alten Machstrukturen geblieben in denen die einfachen Menschen zerrieben werden. (aus einem Gespräch mit Foday Turay Sierra Leone e.V. Hamburg)

John Adana ist einer von ihnen. Herr Adana hat den Krieg in Sierra Leone am eigenen Leib erfahren. Er ist nach Verletzung aus der Armee desertiert und geflohen. Er hat das richtige und einzig mögliche für sich und gegen den Krieg getan. Er ist desertiert - aus Sicht des Militärs eine sehr schwere Straftat, die bis heute nicht geahndet wurde. Als er im Jahr 2000 in Deutschland ankam, war er mit den oben beschriebenen Erfahrungen konfrontiert. Er durchlief mehrere Flüchtlingssammelunterkünfte in Thüringen und durchlebte viele gefährliche und schwierige Situationen. Er wurde Opfer eines Neonazi Angriffs. Einen Tag später gab es einen Brandanschlag auf das Lager in dem er lebte. Auch wurde er aufgrund des Umstands, dass einen Flüchtling in Deutschland kein privater Raum zugestanden wird, zu Unrecht verurteilt.

Sein Recht auf Asyl wurde trotz der bekannten Hintergründe als unbegründet abgelehnt. Da er Arbeit gefunden hatte und damit seinen Lebensunterhalt selbst finanzierte, erhielt er eine Aufenthaltserlaubnis. Er leistete schwere körperlich Arbeit teilweise über Leiharbeitsfirmen, die in wirtschaftlicher Krise immer als erste von Entlassungen betroffen sind. Er verlor er seine Arbeit bei einer Leiharbeitsfirma in Stuttgart. Er fand Arbeit bei einer Personal Leasing Firma in Ludwigshafen. Am Ende des 10. Jahres seines Aufenthaltes in Deutschland, wurde ihm, obwohl er immer noch im Besitz eines unbefristeten Arbeitsvertrages war, sein Aufenthalt widerrufen. Am 08. Januar 2010 wurde seine Aufenthaltserlaubnis von der Gothaer Ausländerbehörde eingezogen und er bekam eine Duldung und die Ankündigung der Abschiebung.

Herr Adana hat alles versucht, um sich im Sinne der deutschen Debatte zu integrieren und hat es sogar weiter geschafft. Er hat gerabeitet und Steuern bezahlt. Darüberhinaus hat er sich einen Freundeskreis aufgebaut und engagiert sich gesellschaftlich in unserem Netzwerk.

Sie, Mitglieder der Härtefallkommission in Thüringen, treffen eine Entscheidung über sein zukünftiges Leben. Eine Härtefallkommission soll sich in die Härte des Falles bzw. die Härten, die diesen Menschen treffen werden - im Fall seiner Abschiebung, versetzen. Sie entscheiden für oder gegen die Abschiebung - die Härten treffen Herrn Adana und unsere menschliche Würde.

mit aufrichtigen Grüßen

für das bundesweite Netzwerk der "KARAWANE für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen"

Ralf Santana Lourenco - KARAWANE Hamburg
Brigittenstrasse 5, 20359 HH
Tel: 0174-150 84 57

für Sierra Leone e.V. Hamburg
Foday Turay
Grosslohering 52a, 22143 Hamburg
Tel: 01520-5765-864

http://thevoiceforum.org/node/1572

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