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Netzwerk Deutschland Lagerland weist Denunziation Haderthauers zurück – Böbrach und Mainburg jetzt auch im Paketeboykott

Solange unsere Forderungen nicht erfüllt werden, kämpfen wir weiter!

07.12.2010: Netzwerk Deutschland Lagerland weist Denunziation Haderthauers zurück und beschließt weitere Proteste – Böbrach und Mainburg jetzt auch im Paketeboykott

Am vergangenen Samstag, den 04.12.2010, kamen 60 Flüchtlinge und ihre UnterstützerInnen im Netzwerk Deutschland Lagerland in Nürnberg zusammen, um anlässlich der laufenden Streik- und Boykottaktionen in aktuell 7 bayerischen Flüchtlingslagern und der anhaltenden Ignoranz seitens der bayerischen Landesregierung, insbesondere des Sozialministeriums, Einschätzungen auszutauschen und die Kämpfe zu koordinieren.
Die aus 10 Städten angereisten Flüchtlinge erklärten dabei ihren Zorn über die jüngsten Diffamierungen seitens Sozialministerin Haderthauer. Die rhetorische Gewalt, mit der die Sozialministerin ihre Fluchtgründe und die unhaltbaren Lebensumstände in den Lagern negiert, erzürnte selbst die Besonnensten unter ihnen. Mit Genugtuung nehmen sie aber auch wahr, dass Frau Haderthauer von allen anderen Parteien und großen Wohlfahrtsverbänden ob ihres Rassismus und ihrer unhaltbaren Vorwürfe kritisiert wird.
Angesichts der unvermeidbaren Tatsache, dass mehr als zwei Wochen Hungerstreik und Essenspaketboykott an den Kräften zehren, haben die Flüchtlinge in den Augsburger Lagern, die komplett auf Spendenunterstützung verzichtet hatten, beschlossen, ihren Streik vorübergehend auszusetzen. Gleichzeitig wird in anderen bayerischen Lagern der Boykott weitergeführt bzw. intensiviert, zum Beispiel von den Flüchtlingen im Dschungelcamp in Böbrach, deren Kampf von der Öffentlichkeit bisher kaum beachtet wurde. Zudem bereiten sich in mehreren anderen Lagern die BewohnerInnen darauf vor, angesichts der diffamierenden Äußerungen Haderthauers jetzt erst recht neu in die Boykottkette einzusteigen.

Die Flüchtlinge in den bayerischen Lagern werden keinen Millibar Druck aus ihrem aktuellen Kampf herausnehmen. Sie haben sich darauf geeinigt, die Streikbewegung als Ganzes gemeinsam fortzuführen, auch wenn unterschiedliche lokale Bedingungen unterschiedliche Entscheidungen und Vorgehensweisen erfordern. „Medienaufmerksamkeit allein ist nicht genug. Wir machen weiter, bis die Politiker und Politikerinnen auf unsere Forderungen eingehen und sich für unser Leben wirklich etwas zum Besseren verändert“, erklärten die streikenden Flüchtlinge.

Ungeachtet der jeweils unterschiedlichen lokalen Entscheidungen seitens der streikenden Flüchtlinge ruft das Lagerland – Netzwerk für Dienstag, den 21.12.2010 zu einer bayernweiten Protestkundgebung beim Sozialministerium in München auf, um den politischen Druck direkt zu den VerantwortungsträgerInnen in der Landeshauptstadt zu tragen. Bei einem Folgetreffen im Januar 2011 sollen weitere Schritte abgesprochen werden. Denn, so ein Flüchtling aus Augsburg: „Wenn Frau Haderthauer die Advents- bzw. Weihnachtszeit nicht nutzt, um unsere Forderungen ernst zu nehmen, werden wir ihr eine alte
Gewissheit in Erinnerung rufen: Wer Wind säht, wird Sturm ernten!“

Alle Flüchtlinge halten an den Forderungen fest:

  • Weg mit dem Lagerzwang
  • Bargeld statt Essenspakete
  • Zugang zu Arbeit und Bildung
  • Weg mit der Residenzpflicht

Aktuell setzen Flüchtlinge in Schwabmünchen, Denkendorf, Hauzenberg, Coburg, Wallersdorf, Böbrach und Mainburg (wie Böbrach bisher nicht wahrgenommen) den Boykott der Essenspakete fort. Die Flüchtlinge in 3 Lagern in Augsburg behalten sich vor, den aktuell ausgesetzten Boykott in einigen Wochen wieder aufzunehmen.

Bei Rückfragen und Interviewwünschen wenden Sie sich bitte an:
Gyan Gurung | Lager Coburg | Deutsch | 017687270004
Samuel Rufus | Lager Augsburg | Englisch | 0176-37309928

Das Netzwerk Deutschland Lagerland wird getragen von:
Bayerischer Flüchtlingsrat | Karawane München. Für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen | Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen Nürnberg | Feliana Nürnberg | Redaktion Heimfokus Würzburg | Passauer Bündnis für die Rechte der Flüchtlinge | Bürgerinitiative Asyl Regensburg | BewohnerInnen bayerischer Flüchtlingslager Spenden werden erbeten an: Bayerischer Flüchtlingsrat | Stichwort: Deutschland Lagerland | Kontonummer: 88 32 602 | Bankleitzahl: 700 205 00 | Bank für Sozialwirtschaft

Netzwerk Deutschland Lagerland
c/o Bayerischer Flüchtlingsrat | Augsburger Straße 13 | 80337 München
Tel: 089-762234 | Fax: 089-762236 | kontakt@fluechtlingsrat-bayern.de
http://www.deutschland-lagerland.de

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