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Aktion in Hannover zu den 10.000 von Abschiebung in den Kosovo bedrohten Roma

Nana verschwunden!
In den Kosovo abgeschoben? Wie mit 10.000 Roma aus Deutschland geplant!

Nana verschwunden!
Nana ist weg!

Nana verschwunden!
wo ist Nana?

Nana verschwunden!
In den Kosovo abgeschoben? Wie mit 10.000 Roma aus Deutschland geplant!

Viele Pendler/innen und Passant/innen bleiben am Morgen des 8. April verwundert am hannoverschen Leineufer stehen. Sie trauen Ihren Augen nicht: Eine der drei Nanas, eine besondere Attraktion der niedersächsischen Landeshauptstadt, ist verschwunden. Aber warum? Und wo wurde sie hingebracht?
Sie ist nicht die einzige, die in einer Nacht- und Nebelaktion aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissen wurde. Ebenso widerfährt es immer wieder Menschen, die aus Deutschland abgeschoben werden. Unter ihnen auch immer mehr Angehörige der Romaminderheiten, die aus dem Kosovo vor Pogromen während des Bürgerkriegs nach Deutschland geflohen waren.
Im April 2010 hat die deutsche Regierung ein Rückübernahmeabkommen mit der kosovarischen Regierung abgeschlossen, wonach in den kommenden vier Jahren jährlich 2.500 Menschen aus Deutschland in den Kosovo abgeschoben werden sollen. Die Menschen, gegen deren Abschiebungen sich neben zahlreichen Menschenrechtsorganisationen auch der UN-Generalsekretär Ban Ki-moon ausspricht, haben im Kosovo keine Perspektiven: Der Antiziganismus ist ungebrochen, massive Diskriminierung alltäglich, Roma leben in Slums und Lagern ohne Wasser und Stromversorgung, ihre früheren Häuser sind mittlerweile von anderen bewohnt, die Erwerbslosenquote liegt bei über 90%.
Vor dem Hintergrund jahrhundertelanger Vertreibungen von Roma und Sinti und von 500.000 Roma und Sinti, die im Nationalsozialismus in den Konzentrationslagern umgebracht wurden, sind die Abschiebungen der Roma nicht hinnehmbar. „Verantwortung für die Verbrechen im Nationalsozialismus zu übernehmen, hieße konsequent für ein menschenwürdiges Leben von Roma in Deutschland einzutreten – das Gegenteil ist der Fall“, so Sylke Grothe, Sprecherin der künstlerischen AktivistInnen, die für das spektakuläre Verschwinden der Nana verantwortlich zeichnet.
So wie die Nana zum Stadtbild gehört und von vielen liebgewonnen wurde, so werden auch die Menschen, die in den Kosovo abgeschoben werden sollen, schmerzlich vermisst werden. „Würden – wie bislang geplant – 10.000 Roma, Ashkali und Kosovo-ÄgypterInnen in den Kosovo abgeschoben, würden sie in Deutschland ebenso fehlen, wie die Nana am Leineufer: In den Schulklassen, als NachbarInnen, auf den Spielplätzen, als Teil der Stadtgesellschaft“, so Sylke Grothe.
Die Verantwortlichen in Innenministerium und Ausländerbehörden sind der Meinung, dass ein Aufenthalt in Deutschland von häufig über 10 Jahren nicht zum Bleiben berechtigt. Die Gruppe um Sylke Grothe sagt: Doch! Sie fordern Bewegungsfreiheit und freie Wohnortwahl für alle, egal ob Roma, Nana oder Uwe!

Das spektakuläre Verschwinden der Nana ist Teil einer Aktion, die anlässlich des heutigen Internationalen Tags der Roma am 8. April auf den heute noch ungebrochenen Antiziganismus aufmerksam machen will und für ein Bleiberecht der Roma, Ashkali und Kosovo-ÄgypterInnen in Deutschland eintritt. Die Nana wird erst wieder zurückkommen, wenn das Bleiberecht für die Angehörigen der Romaminderheiten aus dem Kosovo gesichert ist. Herr Schünemann muss nun handeln.

Informationen und zahlreiche Materialien, Berichte und Broschüren finden Sie unter http://www.roma-kosovoinfo.com

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