Demonstration am Samstag den 29 Oktober ab 14.30 Uhr Kiel Boninstr.50
Schluss mit den Greultaten der türkischen Armee gegen das kurdische Volk
Stoppt die Militärangriffe und Verhaftungen
Hilfe für die Erdbebenopfer in Wan
Eine neue Bodenluftoperation der türkischen Armee gegen die kurdische Freiheitsbewegung hat am 19.10.11 begonnen. Auch mit dieser Operation wird es nicht anders sein als mit den Operationen davor: Sie werden der Zivilbevölkerung schweren Schaden zufügen, jedoch weder den Widerstandswillen der Bevölkerung brechen, noch die Guerilla schwächen.
Die bisherigen mehr als 30 Kriegsjahre haben dies deutlich gezeigt. Insbesondere unter der Regierung der AKP, dem neoliberal und islamistisch geprägten Bündnispartner des Westens, wurde die kurdische Guerilla trotz ihrer einseitig erklärten Waffenstillstände immer wieder bombardiert, die Repression gegen den inhaftierten Vorsitzenden der PKK Abdullah Öcalan wurde verschärft und eine Verhaftungswelle ohne gleichen gegen kurdische Bevölkerung und ihre gewählten Repräsentantinnen begonnen. In Türkei wird eine ganze Volksbewegung über das Konstrukt des Terrorismus kriminalisiert.
In den letzten zehn Jahren wurden in der Türkei 12.000 Menschen unter dem Vorwurf des Terrorismus verurteilt. In den USA waren es 2.500 Verurteilungen, die Türkei ist einsamer Spitzenreiter.
Nach dem Kommunalwahlerfolg der prokurdischen „Partei für eine demokratische Gesellschaft“ DTP im Frühjahr 2009 setzte in der Türkei eine bis heute andauernde Festnahme - und Verhaftungswelle gegen kurdische Politikerinnen und Politiker ein. Es gab 7748 Festnahmen und 3895 Inhaftierungen. Aktive aus Gewerkschaften und Menschenrechtsvereinen sowie der Frauenbewegung wurden seitdem festgenommen. Unter den Inhaftierten befinden sich kurdische Politikerinnen und Politiker, darunter ca. 15 gewählte Bürgermeisterinnen und Bürgermeister und viele Stadträte. Auch sechs im Juni neugewählte Parlamentsabgeordnete der BDP (Partei für Frieden und Demokratie), die Nachfolgeorganisation der verbotenen DTB) wurden nicht aus der Untersuchungshaft entlassen. Einem von ihnen, dem von 78.000 Menschen in Diyarbakir direkt gewählten Hatip Dicle, wurde sogar aufgrund einer Verurteilung das Mandat wieder geraubt.
Auch hier in Deutschland werden die Kurden kriminalisiert. Seit 1993 existiert in Deutschland ein Betätigungsverbot für die PKK und andere pro - kurdische Gruppen. Selbst nachdem sich die PKK vor vielen Jahren zu einer friedlichen Lösung der Kurden-Frage bekannt hat, ist ein Ende des Betätigungsverbots nicht in Sicht.
Am 22.10.2011 bebte in den Regionen Wan und Bîtlîs in Nordkurdistan/Türkei mehr als 20 mal die Erde mit einer Stärke bis 7,3 auf der Richterskala. Insbesondere in der Region Wan kam es zu massiven Zerstörungen, hunderten Toten, mehr als tausend Verletzten und vielen tausend Obdachlosen insbesondere in der Stadt Erdîş (Erciş) und Umgebung. Ganze Dörfer wurden durch das Erdbeben ausgelöscht. Durch den einbrechenden Winter und erste Schneefälle verschärft sich die Lage der Bevölkerung weiter. Während der türkische Staat an vielen Orten in den ersten 48 Stunden überhaupt keine Präsenz zeigte, ging eine Welle großer Hilfsbereitschaft durch die kurdische Region und die internationale Öffentlichkeit. Diese Hilfe wird jedoch vom türkischen Staat stark eingeschränkt, wenn nicht ganz verhindert und es werden deutliche Vorwürfe laut, dass der Provinzgouverneur Hilfe nur, oder mit Priorität auf, dass Klientel der Regierungspartei AKP verteile. In diesem Zusammenhang steht auch der repräsentative Besuch von Premierminister Erdoğan in der erdbebenbetroffenen Region. Hiermit wird die Bevölkerung nach politischem Wohlgefallen sortiert und damit eine schwere Menschenrechtsverletzung gegen die Bevölkerungsmehrheit der Region begangen. Die teilweise rassistische Berichterstattung türkischer Medien vergrößert das Leid der Erdbebenopfer. Diese Politik, die mit ihnen getrieben wird, um nicht zu sagen Kriegspolitik, finden wir unerträglich.
In kurdischen Kulturvereinen in ganz Europa werden Kleider und Nahrungsmittel gesammelt, die in die Krisenregion geschickt werden.
Deutsch - Kurdische Gesellschaft e.V.
Kurdistansolidarität Schleswig-Holstein
Kurdische Jugend Kiel
Kontakt: Boninstr.50, 24114 Kiel, mail:dkgsh(at)gmx.de
Demonstration am Samstag den 29 Oktober ab 14.30 Uhr Kiel Boninstr.50
Erdbebenspenden bitte an:
Heyva Sor a Kurdistanê e.V. ,Schäferstr. 4 / 53859 Niederkassel / Deutschland
Stadtsparkasse Neuwied
Kontonr: 186098, BLZ: 57450120
Verwendungszweck: Hilfe für Van
IBAN: DE 62 57 45 01 20 00 00 18 60 98, BIC: MALADE 51 NWD