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Von Berlin nach Hannover vereinen sich die Stimmen

Redebeitrag von ay Ulu, gehalten am 2.10.2012 in Brücke

Original auf türkisch / türkce:

BERLİN'DEN HANNOVER'E SESLERİMİZİ BİRLEŞTİRİYORUZ

Ich begrüße alle Demonstriende, die von Würzburg nach Berlin ihre Stimme erhoben haben, gegen die Freiheitsbestimmungen der Flüchtlinge und mit uns demonstrieren gegen die Festnahmen der Flüchtlinge.

Sobald das Kapitalistische System tiefere Risse bekommt, werden Verantwortliche für die Krise gesucht. Die Kapitalistische Krise schränkt die Freiräume der Flüchtlinge, Arbeiter und Arbeitslosen ein, welche nicht dafür verantwortlich sind.

Der europäische Verbund schnürt den Gürtel immer enger, obwohl er dafür selbst verantwortlich ist, durch seine Gier nach immer mehr Kapital und Wachstum. Dafür werden ungerechte Kriege geführt. Natur und Ökosysteme werden ausgebeutet ohne Skrupel.

Das kapitalistisch-imperialistische Europa macht die Flüchtlinge für die ökonomische Krise verantwortlich. Sie erledigen die niedrigsten Arbeiten und werden für die Fehler im System verantwortlich gemacht. Und parallel entstehen sowohl rassistische, als auch faschistische Gruppen.

In Griechenland wurde im Rahmen eines Großeinsatzes der Polizei viele Flüchtlinge in Gewahrsam genommen. In Österreich werden neue Gesetze angestrebt, die Flüchtlinge aus dem Land verweisen. In Deutschland werden Flüchtlinge über Interpol verhaftet, in Gewahrsam genommen und ausgewiesen. Vor ein paar Tagen wurde in Griechenland ein Haus von Flüchtlingen besetzt, welche sich Delta nennen.
Die Polizei stürmte das Haus und beschlagnahmte Computer und Inventar, außerdem wurden 10 Personen in Gewahrsam genommen.

Die gesamte Welt besteht aus einer Handvoll Großbürgertum, die dafür Sorge tragen, dass für benachteiligte Menschen die Lebensräume immer enger und beschwerter werden. Durch Isolation verschieben sich auch die Geschellschaftsschichten, sodass es die untersten Schichten, Flüchtlinge, immer schwieriger haben, überhaupt ihr Überleben zu sichern.

Wir, eingesperrte Flüchtlinge in verschiedenen Regionen in Deutschland, möchten diese Isolationssysteme unterbrechen. Um das zu erreichen haben wir nach Berlin einen Friedensmarsch gestartet. Wir haben alle Grenzen geöffnet und alle Tabus gebrochen, welche den Flüchtlingen ein unmenschliches Dasein verschaffen. Wir vereinen uns gegen die Isolationssysteme und wollen unsere Stimme aller Welt hörbar machen.

Den kapitalistischen Überwachungs- und –Beobachtungs- Staaten gegenüber wissen wir, dass wir nicht allein sind. In Spanien haben sowie wir betroffene Kamerad(in) denen, das Lebensraum enger und unerträglicher gemacht wurde, das Parlament umzäunt mit Menschenketten und bleiben beständig auf den Straßen, um ihre Forderungen Kraft zu geben. Beim Polizeieinsatz erlitt ein Aktivist schwere Verletzung, sodass er gelähmt ist. In Österreich sind tausende Aktivisten auf den Straßen und protestieren gegen die Flüchtlingsauslieferungsgesetze. In Griechenland dienen die Straßen immer zu politischen Demonstrationen. In Deutschland protestiert man gegen die Arbeitslosigkeit.

Je mehr wir in die Isolation gedrängt werden, desto mehr werden wir in die Öffentlichkeit gehen und werden unsere Freiräume, Freiheit einfordern und unsere Stimmen auf den Straßen hörbar machen. Wir brechen die Grenzen, in dem wir uns vereinen und die Straßen mit unserer Anwesendheit einnehmen, sobald die Straßen leer werden, sind wir wieder in Gefangenschaft.

Wir lehnen das kapitalistische System ab, welches uns in die Vereinsamung und in die Armut treibt. Wir zeigen Einigkeit und Entschlossenheit. Dass es uns gemeinsam gelingt, sehen wir durch die Besetzung der Straßen, wir gemeinsam mit Aktivistinnen und Aktivisten. Durch vereinte Kräfte schaffen wir gemeinsam die ersten Schritte für gerechte und faire Leben einzutreten.

Mit vom Laufen ermüdete und verletzte Füßen sind wir bei Euch und geben unsere Beistand auch wenn wir nicht immer mit Euch sein können, unsere freies Denken und unerschrockene Mut laufen wir in den Straßen in Hannover mit Euch gemeinsam, Schulter am Schulter. Ich grüße alle Laufenden in Hannover und auch überall in der Welt.

Es lebe die Menschlichkeit und die Vereinigung der Kräfte kollektiv den Kampf gemeinsam auszuführen.

Brücke 02.10.2012

Turgay Ulu

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