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Warten vor der JVA Moabit

Berlin, 26.10.2012

Originaltext in Türkisch (türkce): MOABİT HAPİSHANESİ ÖNÜNDE BEKLEYİŞ

Gestern Nacht, um etwa 2.00 Uhr, hat die Polizei die Hungerstreikenden am Brandenburger Tor eingekesselt. Sie haben einige Freunde in einen Wagen gesteckt und sie weggebracht. Sie beschlagnahmten die Iso-Matten, auf denen die FreundInnen lagen, sowie ihre Schlafsäcke. So saßen sie dann auf der Straße. Um 7.00 Uhr am frühen Morgen kam die Polizei zurück. Diesmal verhafteten sie gewaltsam und mit Schlägen vier weitere Demonstranten.

Nach Bekanntwerden des Polizeiangriffs haben wir uns auf den Weg zum Gefängnis in Moabit gemacht. Es war sehr kalt, nur wenige Leute waren unserem Aufruf nachgekommen. Auf dem Weg dorthin wurden ein paar Freunde verhaftet.

Stundenlang haben wir vor der JVA Moabit gewartet. Nach einer langen Wartezeit voller Parolen wurden unsere Freunde nach und nach freigelassen. Jede/n FreundIn, die/der aus dem Gebäude herauskam haben wir mit Parolen empfangen. Natürlich haben wir wieder einmal über dem Lauti „Ciao Bella“ gesungen. Dieser Marsch ist die Hauptmelodie unseres Widerstands geworden, auch die anderen FreundInnen haben den Text gelernt und singen mit. In Untersuchungshaft saß unser Freund, der auch während der Besetzung der nigerianischen Botschaft gewaltsam verhaftet wurde und auch jetzt musste er Gewalt erfahren. Es hat etwas länger gedauert, bis sie diesen Freund freigelassen haben. Der eingeschaltete Anwalt hat uns gesagt, ihm Bescheid zu sagen, wenn er in einer halben Stunde nicht freigelassen wird.

Nachdem sie alle in Untersuchungshaft sitzenden FreundInnen freigelassen hatten, sind wir zurückgekehrt. Die FreundInnen im Hungerstreik sitzen weiterhin auf dem Platz vor dem Brandenburger Tor. Wir sind zu unseren Widerstandszelten am Oranienplatz zurückgekehrt.

Wieder haben wir einen ganzen Tag damit verbracht, unsere FreundInnen in Untersuchungshaft freizubekommen. Deshalb konnten wir am Abend nicht das an und für sich geplante Plenum halten. Uns war sehr kalt. Nachdem wir den Aushang für unsere morgige Aktion im Infozelt gehängt haben, sind wir unseren täglichen Beschäftigungen nachgegangen.

Am Abend waren wir eingeladen, bei dem Radiosender Reboot.Fm eine Live-Sendung zu produzieren. Zusammen mit einer Freundin aus Wuppertal sind wir dorthin gegangen. Das Studio war in einem großen Gebäude. Da an diesem Abend ein bürgerliches Abendessen stattfand, war die Atmosphäre etwas angespannt.

Dieses Radio produziert normalerweise Kultur- und Kunstsendungen. Der Karawane und The Voice bieten sie in regelmäßigen Abständen die Möglichkeit, eine Sendung zu produzieren. Für unsere gemeinsame Sendung haben sie uns Fragen über den Freiheitsmarsch und die Probleme des Flüchtlingslebens gestellt. Wir haben Fragen über das Ziel und die aktuelle Lage unseres Widerstandes beantwortet. Auch unser Freund, der heute in Polizeigewahrsam genommen wurde, konnte per Live-Übertragung zur Besetzung der nigerianischen Botschaft interviewt werden. Wir haben über unsere zukünftigen Pläne informiert. Zwischendurch haben wir die Grup Yorum-Version von „Ciao Bella“ gespielt. Es ist eine gute Sendung geworden. Mit dem Freund, mit dem wir die Sendung produziert haben, hatten wir zuvor einen Film gedreht. Wir scherzten darüber, dass wir jetzt berühmt geworden sind.

Als wir zurück in unserem Camp angekommen sind, hatten die FreundInnen bereits ein kleines Lagerfeuer gemacht. Es ist sehr kalt und das Feuer wärmt bis in die Knochen. Ich habe mich bei einem Kaffee mit der Freundin über die allgemeine Lage unterhalten. Wir haben uns für morgen verabredet.

Vor der JVA Moabit haben wir über den Ausgang des Hungerstreiks gesprochen. Das Wetter ist sehr kalt und die Polizei erlaubt keine Zelte. Wir haben darüber geredet, wie nun der Hungerstreik auf der Straße stattfinden kann und was für Lösungen wir finden können. Momentan geht es so weiter.

Währenddessen führen wir alle Aktionen durch, die wir vergangene Woche in den Plenen beschlossen hatten. Morgen werden wir ein Flüchtlingscamp besuchen und dort eine Kundgebung halten. Dieses Lager wurde jüngst von Nazis angegriffen. Wir hatten es schon einmal besucht.

Im Protestcamp bleiben jetzt zahlreiche obdach- und arbeitslose Menschen. Sie beteiligen sich sowohl an den Aufräumaktionen im Camp als auch an den politischen Aktionen und Sitzungen. Ein Freund mit langem Bart und immer denselben Klamotten schläft im Küchenzelt. Am Morgen steht er auf, hilft beim Aufräumen und beteiligt sich an den Aktionen.

In mehreren deutschen Städten finden Aktionen und Demonstrationen statt, um gegen die Polizeiangriffe zu protestieren. Der politische Einfluss unserer Aktion ist weiterhin spürbar. Demnächst stehen verschiedene Kampagnen und Gerichts- sowie Straßenaktionen und weitere Aktionen an. Wir versuchen einen Zeitplan zu erstellen, damit wir an allen teilnehmen können.

Am ersten Tag unserer Ankunft in Berlin waren die Blätter an den Bäumen ganz grün. Langsam vergilbte das Laub. Bei jedem Windstoß wurden die gelben Herbstblätter auf den Boden zerstreut. Dieser Tage verlieren die Bäume ihre Blätter. Sie sind fast kahl. Die Wetterbedingungen verhärten sich, vielleicht wird es sogar schneien. In Deutschland gibt es ohnehin keinen richtigen Sommer. Im Winter herrscht schneidender Frost. Jetzt müssen wir neben der Isolation des kapitalistischen Systems auch mit der Kälte kämpfen. Um unsere Zelte etwas aufzuwärmen haben wir etwas Holz gekauft. Wir versuchen, die Infrastruktur den Winterbedingungen anzupassen. Ein Freund, der uns mit seinem Wagen mitnimmt, lebt im Wald. Eine Gruppe von Menschen versuchen dort ein natürliches Leben zu leben. Sie produzieren ihren Strom selber. Das Holz hat er uns gegeben. Er ist der Meinung, dass Menschen auf autonomer Weise ein gemeinschaftliches Gesellschaftssystem gründen sollten. So ist eine Gruppe von Freunden zusammen gekommen und hat ein Leben in der Natur aufgebaut.

26.10.2012
TurgayUlu
Berlin

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