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Solidaritätserklärung der Flüchtlingsfrauenkonferenz 2013 mit Olesia Lahmar Cherif


„Flüchtlingsfrauen sagen: Es reicht!
In Hamburg sind wir, Flüchtlingsfrauen, MigrantInnen und andere Frauen hier aus Europa, vom 19. bis zum 21. April 2013 zusammengekommen und haben die erste selbstorganisierte Flüchtlingsfrauenkonferenz durchgeführt. Ziel der Konferenz war die aufgezwungene Isolation zu durchbrechen. Gemeinsam haben wir unsere Erfahrungen im Herkunftsland und hier in Deutschland ausgetauscht und solidarisch Strategien für die Zukunft ausgearbeitet.
Unsere Freundin Olesia Lahmar Cherif aus Thüringen, die bei der Konzeption der Konferenz bereits in Erfurt im Sommer letzten Jahres beim BREAK Isolation Refugee Camp aktiv mitgearbeitet hat, konnte an der Konferenz nicht teilnehmen. Als wir während der Konferenz erfuhren, dass sie nicht an unserer Konferenz teilnehmen kann, wurde von allen Teilnehmerinnen beschlossen, sich mit ihr zu solidarisieren. Diese Erklärung ist nur ein erster Schritt.

Solidaritätserklärung der Flüchtlingsfrauenkonferenz

Wir, die Karawane Flüchtlingsfrauenkonferenz, erklären unsere Solidarität mit Olesia Lahmar Cherif (Sarah) und fordern dauerhaften Schutz und Sicherheit für sie und ihren Mann.
Die Bedrohungen und Verfolgungen, denen sie in den letzten Jahren ausgesetzt war, waren zu viele!
Olesia musste die Ukraine, ihr Herkunftsland und ihr Lebenszentrum verlassen, weil ihr Mann, der Algerier ist, dort rassistisch bedroht und vom Staat nicht geschützt wurde. Sie sind zusammen von dort geflohen und haben in Deutschland ihr Recht auf Asyl verlangt.

Hier aber fand Olesia statt Zuflucht und Schutz nur soziale Ausgrenzung durch das Leben in isolierten Lagern und fortdauernde Angst vor einer gewaltsamen Trennung von ihrem Mann durch Abschiebung.

Diese Umstände verursachten schwere Depressionen bei ihr. Aus Angst vor Abschiebung flohen sie gemeinsam von Deutschland nach Norwegen. Dort verbrachte Olesia mehrere Monate in psychiatrischen Krankenhäusern.

Die medizinische Behandlung und die Fürsorge, die sie dort fand, konnte keine dauerhafte Wirkung entwickeln, denn das europäische Asylsystem ließ ihr keinen Frieden. Wegen des Dublin II – Abkommens wurde sie nach Deutschland zurückgeschoben, wo sie wiederum Abschiebeandrohungen und sozialer Ausgrenzung im Isolationslager Zella-Mehlis ausgesetzt war.

Aufgrund des politischen und öffentlichen Engagements von Olesia und ihrem Ehemann Miloud begann diese Isolation allmählich zu bröckeln:

  • Als Aktivisten in The VOICE Refugee Forum und der Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen trugen sie bei zum Kampf der Flüchtlinge, die Isolation zu brechen.
  • Miloud war in der Kampagne für die Schließung des Lagers Zella-Mehlis der führende Aktivist von The VOICE Refugee Forum und hat eine wichtige Rolle im Protest gegen die Residenzpflicht inne.
  • Als sie 2012 einen Brief der Ausländerbehörde mit der Aufforderung, das Land zu verlassen, erhielten, haben Olesia und Miloud diese Abschiebeandrohung als politische Aktivisten öffentlich gemacht. Eine große öffentliche Solidarität erfuhren sie bundesweit und der öffentliche Druck ließ die Behörden von der unmittelbaren Bedrohung absehen.
  • Im Break Isolation Refugee Summer Camp 2012 in Erfurt gehörte Olesia zu den Frauen, die die Idee für die Flüchtlingsfrauenkonferenz ins Leben riefen.

Vor einigen Wochen wurden Olesia und ihr Mann wieder von der Ausländerbehörde mit der Abschiebung konfrontiert und bedroht. Diese neue Aufforderung an das Ehepaar, Deutschland zu verlassen, wurde verschärft durch die erneute Androhung der getrennten Abschiebung in ihre jeweiligen Heimatländer - Olesia in die Ukraine und Miloud nach Algerien. Miloud wurde zum wiederholten Male mit einer Gefängnisstrafe unter Druck gesetzt. Er weigert sich bis heute, für seine Bewegungsfreiheit Geld zu zahlen. All diese neuen Repressionen beeinträchtigen Olesia mental und physisch. Sie musste wieder in eine Klinik gehen.

Wir sind aufgebracht und wütend, dass Olesia aufgrund der Repressalien gegen sie nicht an der Flüchtlingsfrauenkonferenz teilnehmen konnte.

Jede von uns, die tagtäglich mit Abschiebung, Ausbeutung, Ausgrenzung und Rassismus konfrontiert ist, kann nachempfinden, wie es unserer Freundin Olesia geht.

Wir sagen:
Genug ist genug!

Wir fordern vereint:
Ein Ende aller Drohungen gegenüber der Familie von Olesia und Miloud L. Cherif!

Wir unterstützen Olesia und Miloud in ihrem Kampf um das Recht auf selbstbestimmtes Leben dort, wo sie leben wollen und wie sie es leben wollen.

Wir senden solidarische Grüße an unsere Freundin Olesia und wünschen, dass sie bei der nächsten Flüchtlingsfrauenkonferenz in 2014 dabei sein kann.

The CARAVAN Refugee Women Movement
Hamburg, 21. April 2013
Kontakt: refugeewomanconference ät thecaravan.info

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Der Kampf von Flüchtlingen braucht Geld!

Die Karawane ist maßgeblich auf Spenden angewiesen. Unsere Organisation besteht überwiegend aus Flüchtlingen, die (wenn überhaupt) nur über sehr geringe finanzielle Mittel verfügen. Aus diesem Grunde haben wir 2008 den „Förderverein Karawane e. V.” gegründet. Unser Verein ist als gemeinnützig anerkannt und kann deswegen auf Wunsch Spendenquittungen ausstellen, so dass sie steuerlich absetzbar sind. Wenn bei der Überweisung die Adresse mit angegeben wird, verschicken wir die Spendenbescheinigung automatisch spätestens am Anfang des Folgejahres.

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