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Einladung zur Pressekonferenz,,Lampedusa in Hamburg III"

Friday, May 17, 2013 - 11:00 to 13:00

In den Räumen der GWA St.Pauli Süd, Kölibri, Hein-Köllisch-Platz 12
„Wir haben nicht den Krieg in Libyen überlebt, um auf Hamburgs Straßen zu sterben“
Presseeinladung zum download - Erklärung Lampedusa in Hamburg II - English Declaration Lampedusa in Hamburg II

Seit dem 15. April sind wir, eine größere Gruppe der Opfer des Kriegs in Libyen, obdachlos im Hamburger Stadtgebiet. Wir hatten nie die Absicht hierher zu kommen, aber als die NATO Libyen bombardierte, gab es für uns keine Wahl. Wir wurden aufs Meer geschickt und strandeten in Lampedusa. Wir erhielten in Italien die Anerkennung unseres Flüchtlingsstatus, eine Aufenthaltserlaubnis zum humanitären Schutz und dann blieb uns wieder keine Wahl. Italien schloss Anfang dieses Jahres alle Lager des „Emergency Northafrica“ und forderte uns auf, Italien Richtung Nordeuropa zu verlassen. Diejenigen von uns, die in Hamburg ankamen, fanden Unterkunft im Winternotprogramm für Obdachlose. Am 15. April wurde die Unterkunft geschlossen. Wir wurden mit Bussen in die Stadt gefahren, auf die Straße gesetzt und aufgefordert nach Italien zu fahren.

Aber es gibt für uns kein Zurück mehr. Könnten wir dort eine Existenzgrundlage finden, wären wir nicht hier. Die Europäische Union ist in der Verantwortung, somit jedes nationale europäische Parlament, und auch die Lokalpolitik der jeweiligen Orte, an denen wir uns befinden. Eine Lösung muss her. Bisher stellen sich alle Verantwortlichen blind und taub, aber wir sind da, wir sind existent. Uns der Straße zu überlassen und uns trotz des verbrieften humanitären Schutzes jegliche Rechte, unser Leben neu aufzubauen, zu verweigern, schafft eine gefährliche Situation. In erster Linie für uns, aber auch zwangsläufig für die Stadtteile und Nachbarschaften der Stadt.

Wir haben diese Entwicklung nicht erzeugt und schon gar nicht gewollt. Jetzt müssen wir, unter diesen extrem schwierigen Bedingungen in den öffentlichen Raum treten und unsere Stimme hörbar und unsere Existenz sichtbar machen.

Viele Menschen in Hamburg sehen uns auf der Straße lebend, ohne unsere Geschichte und die Gründe dafür zu kennen.

Wir laden Sie herzlich und eindringlich, ein unsere Geschichte und unsere Situation zu erfahren und in die Öffentlichkeit zu tragen.

Mit aufrichtigen Grüßen Hamburg, 15.05.2013

Affo Tchassei: 0176-717 402 36

Anane Kofi Mark: 0152-170 045 94

Asuquo Udo: 0152 146 725 37

Da wir erst kurze Zeit hier sind und keine Möglichkeiten zum Erlernen der deutschen Sprache hatten, kommunizieren wir englisch und französisch und werden unterstützt von Übersetzern.

Für Kontakt in deutscher Sprache: Ralf Lourenco 0176 303 66 55

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