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Banga bleibt in Berlin! Kundgebung und Prozess in Gera gegen die Wohnsitzauflage von Banga - erblindet wegen Rassismus

Thursday, August 29, 2013 - 10:30 to 16:30

Am 29. August findet in Gera der Prozess gegen Bangas Wohnsitzauflage statt. Banga verlor 2004 durch Polizeibrutalität sein linkes Auge und ist seit 2009 vollständig erblindet. Seit 2011 lebt er in Berlin, soll nun aber wieder nach Thüringen zurückziehen, obwohl er dort keinerlei Unterstützung hat.

Banga bleibt in Berlin!
Kundgebung und Prozess gegen die Wohnsitzauflage von Banga (Bamkali Konateh), der als in Deutschland durch die Gewalt staatlicher Institutionen erblindeter Flüchtling noch immer um sein Recht kämpfen muss, in Berlin wohnen bleiben zu können.

Bangas Geschichte ist eine, die schockieren könnte. Durch Polizeibrutalität und Knastrealität erblindet, streuben sich deutsche Behörden noch immer, ihm sein Recht zu geben. Als Asylbewerber ohne Rechte einer Odyssee nach ärztlicher Versorgung ausgesetzt, wurde das von Pfefferspray verätzte Auge viel zu spät behandelt. Am Tag vor der Nachsorgeuntersuchung wurde er im ihm zugeteilten Heim von Polizisten aufgesucht, die ihn zuerst zum Richter und dann in den Knast brachten, wo ihm das Auge illegalerweise durch ein Glasauge ersetzt wurde. Das geschah 2004.

2009 verlor er durch Diabetes und den Krankenhausalltag weisser Kittel unter ökonomischen Zwängen sein verbliebenes Augenlicht. Nachdem er sich als 25-jähriger gegen die Unterbringung in Senioren-Wohnstiften wehrte, musste er 2 Jahre lang blind, in völliger Dunkelheit, alleingelassen von den Verantwortlichen, die ihn nach eigener Interpretation sterben sehen lassen wollten: „They make a party, when I'm die.“, die Unerträglichkeiten dessen hinnehmen, auf dem Weg zur Dusche im Keller zu stürzen, auf dem WC sich in die Scheisse Anderer zu setzen, die sich einen Spass machen wollten, keine Unterstützung gereicht zu bekommen, mit der plötzlichen Blindheit lernen, umgehen zu können und der Willkür der Behörden ausgesetzt zu sein, die ihm manchen Brief vorlesen wollten, anderen auch nicht wirklich. Dass ihm erzählt worden wäre, dass er sein Blindengeld an das Verwaltungsamt abgeben wollte, kann er sich z.B. nicht erinnern.

Als 2010 „The Voice“ auf ihn und seine Geschichte aufmerksam wurde, die institutionellen Rassismus in Deutschland fast schon versinnbildlicht, erkämpfte ein Anwalt ihm seinen Aufenthaltstitel. Kurz danach warf ihn die Ausländerbehörde, deren aggressivster Vertreter an ausgeübter Unmenschlichkeit gegenüber vielen anderen Asylbewerbern Bangas Meinung nach Herr Müller war, auf die Strasse. Einem blinden, diabeteskranken Menschen wurde die Essensversorgung durch eine Cateringfirma und die medizinisch notwendige Versorgung durch eine Sozialstation eiskalt gekündigt, mit den Worten, er habe binnen 2 Tagen auszuziehen, oder würde der Polizei übergeben. Ein Glück fand sich eine Unterstützungsgruppe, die ihm eine Wohnung in einer kleinen Gemeinschaft verschaffte und sich um sein Wohl kümmerte. Doch nachdem er legal nach Berlin umzog, wo er Niemanden kannte, wollten ihn 3 Monate später die Ausländerbehörden Berlin und Wartburgkreis wieder zurück nach Thüringen verbringen. Eine Wohnsitzauflage schwebte wie eine Guilloutine über seinem Kopf, gerade dann, als er sich eingelebt hatte, Freunde fand, denen er vertrauen konnte, ein Zuhause gestalten, sich engagieren und der lähmenden Langeweile entsagen konnte. Das war 2011.

Am 29. August 2013 findet in Gera nun der Prozess in der Klage gegen die Wohnsitzauflage statt. Obwohl Banga in Berlin regelmässige Arzt – und Klinikbesuche wahrnehmen muss, um seine Gesundheit nicht weiter zu gefährden, seit 2 Jahren endlich eine Blindenschule besuchen könnte, wäre sein Aufenthalsstatus mal hinreichend gewährt, er einen Kreis von Freunden um sich schert, die ihn so schätzen und liebgewonnen haben, soll er dorthin zurück, wo er nur Missgunst vor sich fand und soviel Elend erfahren musste.

Kundgebung für das Recht, Rechte zu haben. Als anerkannter Asylbewerber in Deutschland, wo Banga sein Augenlicht verlor. 10:30 vor dem Verwaltungsgericht in Gera (Rudolf-Diener-Straße 1).

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