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Hilferuf für Züheyir Eke

Züheyir Eke wurde am 5.6.06 in Essen festgenommen und sitzt seit dem in Abschiebehaft. Die "Jugend ohne Grenzen" Ortsgruppe Bremen bittet um Unterstützung und Verbreitung dieser Informationen. Züheyir gehört zu der sogenannten Gruppe der "staatenlosen Libanesen" und hat bereits eine Abschiebung in die Türkei erfahren. Dort hat er es nicht ausgehalten, weil er nur arabisch und deutsch spricht und hier aufgewachsen ist.

Bitte spricht Menschen in euren Kreisen an und ruft bei den zuständigen Behörden (siehe unten den offenen Brief an den Oberbürgermeister Essen) an oder schreibt ihnen eine E-Mail.

STOPPT DIE ABSCHIEBUNG VON ZÜHEYIR EKE!

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Jugend ohne Grenzen Bremen
c/o Mädchenkulturhaus
Heinrichstr. 21
28203 Bremen
Telefon: 0421-39 35 06
jog.bremen(ät)web.de; fborris(ät)web.de

6. Juni 2006

Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Reiniger
Ratsmitglieder

Bleiberecht für Züheyir Eke - Hilferuf an die Verantwortlichen

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir brauchen Ihre Hilfe: unser Freund Züheyir soll abgeschoben werden. Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass er hier bleiben kann.

Züheyir sitzt seit heute Dienstag, den 6. Juni 2006 in Abschiebehaft in Essen. Er ist Mitglied in unserer Bremer Gruppe „Jugend ohne Grenzen“.

Züheyir wurde am 1.1.1986 in Savur in der Türkei geboren und kam im Alter von zwei Jahren nach Deutschland. Von seinen 20 Lebensjahren hat er 18 in Deutschland verbracht. Er kann kein türkisch, sondern spricht arabisch und deutsch.

Züheyir ist in Essen aufgewachsen und gehört zu denjenigen, deren Eltern Ende der 80er Jahre als Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Libanon bzw. aus der Türkei nach Deutschland kamen. Er ist in Essen in den Kindergarten und in die Schule gegangen und hat hier seinen Sekundarabschluss 1 an einer Hauptschule gemacht. Danach hat er eine Ausbildung zum Karosseriebauer begonnen. Diese musste er abbrechen, weil er als Geduldeter keine Arbeitserlaubnis bekam. Es begann die Zeit der Abschiebungen von „kurdischen Libanesen“, so dass er und seine Eltern in die Türkei abgeschoben wurden. Andere Geschwister konnten hier bleiben, weil sie geheiratet haben. Nach seiner Abschiebung im Jahr 2005 musste er sich im Dorf Ückavak zurechtfinden. Wie es dort aussieht, hat eine bremer Journalistin beschrieben. (Siehe zum Bericht). In Bremen bekamen zu der Zeit nach harten Auseinandersetzungen die 18-Jährigen vom damaligen CDU-Innensenator ein Bleiberecht (sog. Böse - Erlass, siehe Infos auf der libasoli-Internetseite).

Züheyir hielt es in der Türkei nicht aus und ist nach Deutschland zurückgekommen. Er wohnte hier in Bremen bei seiner Schwester aus gesundheitlichen Gründen, weil er ihre Unterstützung braucht. Seine Akte für seinen Asylfolgeantrag wird in Essen geführt, und war/ist in Gelsenkirchen anhängig, sein Anwalt jedoch ist Dr. Gromoll in Bremen, (Tel. 0421 - 50 02 94) Er war hier dann eine Ehe hier eingegangen. Die Ehe hat nicht funktioniert, das Paar musste sich trennen.

Nun bitten wir Sie, sich mit Ihren Mitteln dafür einzusetzen, dass die Abschiebung vorläufig ausgesetzt wird. Wir wollen jetzt sofort einen Härtefallantrag stellen, der muss jedoch vorbereitet werden und solange, bis dieser bearbeitet wird, sollte eine Abschiebung auf jeden Fall unterbleiben.

Mit freundlichen Grüßen

Gez. Feiruz Kaymaz, Sprecherin von Jugend ohne Grenzen Bremen
Gez. Frank Borris, Mitarbeiter bei Jugend ohne Grenzen
siehe auch: http://www.libasoli.de

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