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Yusuf Karaca ist frei!

Das Oberlandesgericht hat sich gestern gegen die Auslieferung von Yusuf Karaca, anerkannter politischer Flüchtling, an die Türkei ausgesprochen. Yusuf, der seit über 90 Tagen im Hungerstreik war, ist nun in der Uniklinik in Frankfurt am Main und wird dort behandelt (zur Hintergrundinfo). Wäre er in die Türkei ausgeliefert worden, hätten ihn dort weitere 20 Jahre Haft erwartet. 10 Jahre hatte er schon gesessen und bei den Todesfasten mitgemacht. Wir freuen uns, dass das Gericht sich gegen die Auslieferung ausgesprochen hat und hoffen, dass es Yusuf Karaca bald gesundheitlich besser geht.

Trotzdem bleiben offene Fragen:
Wie kann es sein, dass überhaupt ein anerkannter Flüchtling aufgrund eines Auslieferungsantrages von einem Land aus dem er geflüchtet ist, in Haft genommen wird?
Wie kann es sein, dass sich deutsche Gerichte ernsthaft mit einem Urteil (in der Türkei) auseinandersetzen, das von einem abhängigen Gericht (Staatssicherheitsgericht) gefällt wurde, ohne Anwälte, ohne Zeugen und mit Aussagen, die unter Folter erzwungen wurden?
Welchen Sinn hat das politische Asyl, wenn man im Zufluchtsland vor Verfolgung nicht sicher ist?
Yusuf Karaca hatte aufgrund seiner schrecklichen Erlebnisse und Erfahrungen in türkischer Haft, gesundheitliche Schäden davongetragen. Es bleibt zu hoffen, dass ihm der Knast hierzulande nicht noch mehr zugesetzt hat. Die Untersuchungen in der Uniklinik werden das zeigen.

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