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Arzu Torun muss unverzüglich freigelassen werden!

INTERNATIONAL COMMITTEE AGAINST DISAPPEARANCES - International Office

Verhindern wir neue Fälle von Verschwindenlassen in der Türkei!
Arzu Torun muss unverzüglich freigelassen werden!

Es ist bekannt, dass die Türkei ständig die Menschenrechte und die Meinungsfreiheit verletzt und viele Journalisten seit mehreren Jahren im Gefängnis sitzen. Nun sind neue Fälle von Angriffen, Festnahmen und Entführungen bekannt geworden. Da den Festgenommenen kein Kontakt zum Rechtsanwalt und ihren Verwandten gewährt wird und die Türkei Folter weiterhin anwendet, ist man sehr besorgt um das Leben der Festgenommenen. Weiterhin gibt die Entführung von Frau Arzu Torun und ihrem Begleiter Anlass zur Sorge um neue Fälle von Verschwindenlassen.

Am Sonntag, den 10. September hat die sozialistische Wochenzeitung Atilim gemeinsam mit vielen demokratischen Institutionen in Istanbul eine Presseerklärung abgegeben. Auf der Pressekonferenz erklärte die Menschenrechtsaktivistin und Rechtsanwältin Frau Eren Keskin, dass die Polizei ihre Mandantin Frau Arzu Torun zusammen mit ihrem Begleiter auf dem Flughafen von Adana entführt habe. Keskin erklärte weiterhin, dass ihre Mandantin Torun während der Entführung mit folgendem Satz „Benachrichtigt bitte meine Anwältin Eren Keskin, sie wollen mich Verschwindenlassen“ Passanten um Hilfe gebeten hat und sie von diesen Passanten angerufen wurde.

Die Zeitung Atilim erklärte, dass der Herausgeber der Zeitung Atilim, Ibrahim Cicek, am 8. September in der Stadt Manisa auf der Reise in einem Auto festgenommen wurde. Weiterhin sind der verantwortliche Redakteur der Zeitung Sedat Senoglu, die als revolutionäre und sozialistische Personen bekannten Ziya Ulusoy, Ali Hidir Polat, Hatice Bolat, H. Tuncay Yurttas, Bayram Namaz, Rukiye Erbas, Hanefi Kinaci, Cemile Aktas, Fatma Siner, Naci Güner, Volkan Okumus, Seyfi Polat, Hüseyin Ari,Ayhan Guzel, Gülden Guzel, Ozgur Gedik, Arif Celebi, Elif Almakca, Erhan Ceylan, Ayhan Ocal und die Leiterin des Radio “Ozgur Radyo” Füsun Erdogan festgenommen. Die Festgenommenen sollen in Istanbul in dem als Folterzentrum bekannten „Vatan Antiterror Abteilung“ festgehalten werden und bisher durfte niemand außer Ibrahim Cicek mit einem Rechtsanwalt sprechen.

Nach Beobachtungen von ICAD haben die Angriffe und Festnahmen in der Türkei besonders nach der Annahme des neuen Antiterror Gesetzes, das vor kurzem eingeführt wurde, zugenommen und wird versucht, die Opposition zum Schweigen zu bringen. Die bekannten Angriffe gegen die Protestler, die gegen die Soldatenverschickung in den Libanon protestierten, die Folter in Polizeistationen und das Massaker an dem achtjährigen Mädchen Mizgin Ozbek und zwei weiteren Personen sind einige Beispiele für die permanenten Menschenrechtsverletzungen in der Türkei.

ICAD protestiert gegen die Menschenrechtsverletzungen und Freiheitseinschränkungen des türkischen Staates und fordert die Freilassung der festgenommenen Journalisten und anderen Oppositionellen.
ICAD ist besorgt um das Leben der festgenommenen Journalisten und anderen Menschen und ruft die Organisationen und Personen die sich für Menschenrechte einsetzen dazu auf, gegen das Menschenrechtsverletzende und undemokratische Vorgehen des türkischen Staates zu protestieren.
ICAD protestiert gegen die Entführung von Arzu Torun und ihrem Begleiter und fordert ihre sofortige Freilassung.

Schicken wir unsere Protestmails an folgende Adressen, um neue Fälle von Verschwindenlassen zu verhindern:
Justizminister der Türkei Murat Baseskioglu: E-Mail: mb@basesgioglu.org, Tel: 0090 312 296 60 00
Innenminister der Türkei Abdülkadir Aksu: E-Mail: aaksu@icisleri.gov.tr
Premierminister der Türkei Tayyip Erdogan: bimer@basbakanlik.gov.tr

ICAD Internationales Büro
10.09.2006
ICAD INTERNATIONAL OFFICE
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Tel: 0049-40-7210 46 76, e-mail: icadint@hotmail.com
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