You are here

Kurzbericht über Anhörung Claudia Omoroghomwans vor dem Familiengericht

Kurzbericht über den Ablauf am Dienstag, den 21.10.08 in Plauen über die Anhörung Claudia Omoroghomwans vor dem Familiengericht

Im Gerichtsgebäude waren außer Claudia, den Kindern Sophia, Sandra, Sonja und Demmiana, der Anwältin, vom Jugendamt der Vormund Herr Winkelmann und Frau Rudolph, einem externen Übersetzer, der Richterin noch ca. 12 UnterstützerInnen aus Berlin, Hamburg, Dessau, Hof/Jena und Nürnberg versammelt. Außerdem saßen von Beginn an ein paar ZivilpolizistInnen herum, im Laufe des Tages wurden es ca. 12.

Die nicht öffentliche Anhörung über den Antrag des Jugendamtes, dass die Kinder wieder ins Kinderheim müssen, und den Antrag der Anwältin, dass sie bei der Mutter bleiben, dauerte über 6 Stunden.

Von Anfang an war beschlossen, dass die Kinder (zunächst) wieder ins Kinderheim Markneukirchen sollen, da das Jugendamt (JA) die Vormundschaft innehat.

Damit die Kinder bei der Mutter bleiben könnten, wurde dem Gericht eine Adresse von Freunden im Vogtlandkreis vorgelegt, die eine Wohnung zur Verfügung stellen würden. Diese wurde abgelehnt mit der Begründung, dass die Kinder von dort aus nicht mehr die „Integrationsklasse“ der jetztigen Schule besuchen könnten.

Außerdem müsste die Wohnung erst vom Jugendamt überprüft werden, ob sie geeignet ist (Größe, Einrichtung, Strom, Wasser!), was mind. 2 Wochen dauern würde.

Die Richterin machte dann zunächst den Vorschlag, dass die Kinder noch eine Woche bei der Mutter bleiben können, die 2. Woche aber wieder ins Kinderheim müssten, weil dann die Schule wieder beginnt und bis die Wohnung überprüft ist. Dies wurde vom JA und von Claudia abgelehnt. Die Anwältin teilte uns mit, dass die Richterin genehmigt hätte, dass die Kinder, wenn sie sich weigerten, zurück ins Kinderheim zu gehen, wieder mit Gewalt abtransportiert werden. Nicht von den ZivilpolizistInnen - dazu würde ein extra Einsatzkommando kommen.

Nach Claudia und dem Jugendamt wurden die 3 Kinder jeweils einzeln von der Richterin (ohne Jugendamt) befragt – auch wenn ihre Meinung und ihr Wille nach deutschem Recht generell nicht zählt. Die Kinder machten u.a. deutlich, dass sie auf keinen Fall zurück, sondern bei ihrer Mutter bleiben wollen.

Daraufhin wurden nacheinander 3 „Vorschläge“ vom Gericht an die Familie gemacht, da es anscheinend Polizeigewalt vor dieser Öffentlichkeit vermeiden wollte.
Gleichzeitig wurden der Familie zahlreiche Versprechungen gemacht, v.a. den Kindern, dass sich das Jugendamt bemühe und beeile, etc. Nach jedem abgelehnten „Vorschlag“, den die Anwältin der Familie vor uns machte, besprachen sich diese, das Gericht und das Jugendamt erneut und machten den nächsten Versuch.

Die „Vorschläge“:

  1. Die Kinder gehen nach Markneukirchen ins Kinderheim zurück für ca. 2 Wochen unter „verbesserten“ Bedingungen (mehr Anrufe und Besuche) – Großes Entsetzen und Unglauben bei den Kindern und ein klares NEIN! O-Ton Sandra/Sophia: „I prefer to sleep on the street or in the bush“, Sandra: „I can't put a foot in there anymore“
  2. Sie gehen nach Treuen ins Heim – in das, aus dem sie bereits mit Polizeigewalt abgeführt wurden zurück nach Posseck ins Lager!! – Große Verwunderung und klares Nein!
  3. und laut Anwältin letzter:
    Mit Claudia zurück nach Posseck „for a few weeks“, bis alles geklärt sei – erste Reaktion der Familie: wenigstens zusammen, also OK

Dann gab es jedoch weiter lange und lautstarke Diskussionen, diesmal zusammen mit den Kindern im Gerichtssaal. Sie wollten nicht wieder nach Posseck, von wo sie schon einmal geflohen sind. Dennoch wurde vereinbart, dass sie zusammen mit der Anwältin und dem Jugendamt dorthin gebracht werden.
Die ZivilpolizistInnen zogen sich zurück, um mit dem Wagen hinterherzufahren.

Die Kinder protestierten („ I don't want to go, please Mama“....) und weinten noch lange, auch vor dem Gebäude, bis sie schließlich aufgaben und sich nach Posseck bringen ließen.

Claudia und erst recht die Kinder fühlen sich in keinster Weise ernst genommen oder verstanden, die Kinder sind extrem verwirrt und waren über den Ausgang sichtlich schwer enttäuscht.

Language: 
Campaign: 
Local group: