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Afrikanische Community-Konferenz in Dessau am 6. Januar 2007

Rassistische Polizeimorde und die Kriminalisierung von Afrikanern und Schwarzen in Deutschland

In den letzten Jahren ist die afrikanische Community in Deutschland immer wieder auf die Straßen gegangen, um ihrer Stimme Gehör zu verschaffen: Sie protestierte gegen die Laxheit der deutschen Exekutive, der Legislative und der Gerichte und forderte, dass zügig gegen an Schwarzen verübte "Hassverbrechen" sowie Rassismus vorgegangen werden muss. Ein Beispiel dafür ist der Fall von Oury Jalloh, der in der Polizeizelle in Dessau getötet wurde. Vor zwei Jahren wurde Oury Jalloh von Dessauer Polizeibeamten, nachdem er schwer verprügelt worden war, in einer Zelle eingeschlossen. Diese Zelle ging später in Flammen auf. Obwohl Polizisten anwesend waren, rettete niemand Oury Jalloh. Im Gegenteil, die Lautstärke des Alarms wurde heruntergestellt und Oury Jalloh verbrannte.

Die afrikanische Community ist überzeugt, dass die Dessauer Polizei Oury Jalloh getötet hat. Wir fordern ein schnelles Vorgehen gegen die Polizeitäter durch die Justiz. Wir fordern, dass nicht zur alten Strategie des "Zurückschreckens" zurückgegriffen wird. Diese alte Strategie des Zurückschreckens vor rassistischen Verbrechen, die an Afrikanern oder anderen in Deutschland lebenden Schwarzen verübt wurden, hat Polizeibrutalität gegen Afrikaner und andere Schwarze in Deutschland gefördert und eskaliert.

Es liegt im Interesse der deutschen Regierung die Existenz von Afrikanern und anderen Schwarzen in Deutschland herunterzuspielen und das langexistierende Ausbeutungsverhältnis von Sklaverei und Kolonialismus, das Deutschland in Afrika eingenommen hat, zu leugnen. Dieses hat Afrika seiner Reichtümer beraubt hat und dessen Bevölkerung gezwungen zu migrieren.

Trotz allem wird die afrikanische Community weiterhin kämpfen, um die deutschen Behörden zu zwingen, schneller Hassverbrechen an Afrikanern und anderen Schwarzen aufzuklären. Die Polizei in Dessau und die Justiz geben Afrikanern und Schwarzen in ihrer Jurisdiktion keinen effektiven Schutz. Institutionen wie Polizei und Justiz haben einen weiten Verantwortungsbereich: Schnelle Aufklärung und einen effektiven Umgang mit Beschwerden wegen rassistischer Diskriminierung, die Beratung öffentlicher und privater Behörden und die Schaffung eines öffentlichen Bewusstseins über die Existenz von Afrikanern und Schwarzen in der Gesellschaft. Es ist tragisch, dass die Polizei und die Gerichte nicht wie erwartet funktionieren.
Sie gehen äußerst langsam vor, wenn ein Verbrechen an einem Afrikaner oder einem Schwarzen aufgeklärt werden soll. Sie tragen dazu bei, Afrikaner und Schwarze als die Kriminellen ihrer Gesellschaft darzustellen, die ausgegrenzt und diskriminiert werden sollen.

Eine andere Form des Rassismus in Dessau und im restlichen Deutschland ist der institutionelle Rassismus. Dieser kann daran erkannt werden, wie Afrikaner, die das Recht auf eine Aufenthaltserlaubnis haben, von den Behörden zurückgewiesen werden. Es gibt Afrikaner mit Kindern und mit Deutschen verheiratet und doch erhalten sie keine reguläre Papiere, wie es das Gesetz vorsieht. Die afrikanische Community möchte gerne eine Erklärung dafür haben, warum dies in Dessau so ist. Der Rassismus auf der Straße ist eine andere Form des Rassismus, denen die Afrikaner und Schwarzen in Dessau täglich ausgesetzt sind. Afrikaner werden auf der Straße verbal und physisch attackiert. Aufgrund der Laxheit der Polizei und der Justiz sehen die normalen Leute auf der Straße Afrikaner als Jemanden an, den sie ungestraft lächerlich machen können. Es gibt in dieser Gesellschaft keinen Respekt für gegenseitige Koexistenz. Wir haben Angst, dass der nächste Pogrom in Deutschland gegen die Schwarzen gerichtet sein wird.

Um an den brutalen Tod von Oury Jalloh zu erinnern, ruft die afrikanische Gemeinde in Dessau gemeinsam mit ihrer bundesweiten Mutterorganisation alle Afrikaner und Gutgewillten [well-wishers] dazu auf, diesen Tag für die Erinnerung an andere Afrikaner und Schwarze zu nutzen, die durch rassistische Hand in Deutschland gestorben sind. Lasst uns unserer gestorbenen Brüder und Schwestern gedenken: Dominique Kouamadio (Dortmund), Laye-Alama Condé (Bremen), John Achidi (Hamburg), N'deye Mareame Sarr (Aschaffenburg), Amir Ageeb (München), Kola Bankole (Frankfurt), Alberto Adriano (Dessau) und Amadeo Antoneo.

Unsere Forderungen:

1. Will wollen einen schnellen Gerichtsverfahren zum Tod von Oury Jalloh
2. Wir fordern ein Ende der Polizeibrutalität
3. Wir fordern gleichen Schutz für Afrikaner wie für jedes anderes Individuum in Dessau
4. Wir fordern ein Aufenthaltsrecht für die Afrikaner, denen ihre Rechte bisher vorenthalten worden sind.

Die Veranstaltungen werden von der Afrikanischen Community-Konferenz Dessau unter Beteiligung der Afrikanisch-Schwarzen Community koordiniert.

Für die notwendige kritische Genauigkeit, Offenheit und Konsequenz - Starker öffentlicher Druck wird JETZT benötigt!

IN der Hoffnung auf eine positive Reaktion verbleiben wir in Solidarität.

AUFKLÄRUNG, GERECHTIGKEIT, ENTSCHÄDIGUNG

In Solidarität verbleiben wir
The VOICE Refugee Forum; Handy 0049 (0) 176 24568988
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