Bereits vor 1 Woche wurde der Flüchtlingsstreik im Ein- und Ausreiselager ausgesetzt. Wir möchten deshalb kurz die aktuelle Situation beschreiben – auch unter Berücksichtigung des gestrigen Warnstreiks in Bramsche.
Zunächst: Ausgesetzt ist wörtlich zu verstehen, d.h. die Proteste gehen weiter, auch wenn derzeit nicht mehr die Kantine und die 1-Euro-Jobs bestreikt werden. Es sind im wesentlichen drei Gründe gewesen, welche zur Aussetzung des Streiks geführt haben:
On the 28th of July, 2006 during the lunch time,my son Ali-nine years old child was trying to have his lunch at the canteen inside Bramsche-Hesepe lager.He asked for another banana for his mother,but the chef refused to give him one. At the end, the chef ordered the gaurd to kick him out!
The gaurd who works for the lager carried the boy by his fingernails,stepped on his feet and pressed his head and pushed him against a bicycle outside the canteen, he chased him out each time he tried to re-enter the canteen, so the boy began to cry,but no one told this man to stop.
Since the beginning of the strike of the refugees in the ZAAB Blankenburg the chef of the lager, Mr. Lüttgau, has made several assertions to the press in order to make the legitimate protest of the refugees appear illegitimate. We want to confront his statements with our view. His publicely made statements are well intended desinformation. But the public has a right to get answers from the side of the refugees concerned.
Pressemitteilung vom 23.10.06 (zur Deinformationspolitik von Lagerleiter Lüttgau)
Seit dem Beginn des Streiks der Flüchtlinge in der ZAAB Oldenburg hat der Leiter des Lagers, Herr Lüttgau, verschiedene Behauptungen in der Presse erhoben, um den berechtigten Protest der Flüchtlinge zu delegitimieren. Wir möchten hiermit seinen öffentlich in der Presse getätigten Aussagen unsere Sichtweise gegenüberstellen. Bei seinen öffentlichen Aussagen handelt es sich um eine gezielte Desinformation. Die Öffentlichkeit hat jedoch ein Recht darauf, die Antworten von Seiten der betroffenen Flüchtlinge zu erhalten.
Seit über 2 Wochen boykottieren die BewohnerInnen des
Ein- und Ausreiselagers Blankenburg das Kantinenessen und die lagerinternen 1-Eurojobs.
Anlass des Streiks ist die Kantinenzwangsverpflegung.
Die Flüchtlinge fordern stattdessen die Auszahlung von Bargeld und somit die Möglichkeit, ihr Essen selbstbestimmt, das heißt gemäß kultureller Gewohnheiten
Die Situation in Blankenburg spitzt sich zu: Einerseits wird der Streik fortgesetzt – einschließlich neuer Aktionen gestern und heute. Andererseits schlagen die Lagerbehörden zunehmend zurück. Konkret heißt das, dass seit Beginn des Streiks insbesondere Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern verstärkt zu Botschaftsvorführungen vorgeladen werden; sie sollen dort mit den für die Abschiebung erforderlichen Ersatzreisepapieren ausgestattet werden. Hinzu kommt (neben einer Vielzahl ‚am Rande’ ausgestoßener Androhungen seitens des Lagerpersonals und der Polizei), dass gestern zwei am Streik beteiligte Flüchtlinge nach Bramsche und Blankenburg zwangsumverteilt wurden. Der eine von ihnen war zuvor während einer Demo auf dem Lagergelände von der Polizei brutal festgenommen und zusammengeschlagen worden. Insgesamt hat dies zu einer deutlichen Verunsicherung geführt, nicht zuletzt innerhalb der afrikanischen Community.
Last weekend the nolager actiondays have taken place in Blankenburg. Today refugees of the camp have started an unlimited boycott of the food. in particular they demand that they can prepare their food themselves. about 200 refugees are involved. a meeting with the chief of the camp has already taken place. and there were some confrontations with the police (including a teargas-attack against one woman).
Letztes Wochenende haben die nolager-aktionstage in Blankenburg stattgefunden. Heute haben die Flüchtlinge des Lagers mit einem unbefristeten Boykott des Kantinenessens begonnen. Sie fordern insbesondere, dass sie ihr essen selbst zubereiten können. Etwa 200 Flüchtlinge sind beteiligt. Es gab bereits ein Gespräch mit dem Lagerleiter, und einige Konfrontationen mit der Polizei (inklusive einer Tränengas-Attacke auf eine Frau).